Zum Todestag von Augusto Pinochet: Seine grausame Militärdiktatur in Chile
Genau heute vor zwei Jahren starb der ehemalige chilenische Diktator Augusto Pinochet. Er hat 17 Jahre Leid und Elend über seine Bevölkerung gebracht und trotzdem wird er noch heute von einigen reichen Konservativen verteidigt und sogar als Held gefeiert. Klar, wenn man von den Folterungen und den Verfolgungen anderer profitiert…
Augusto Pinochet, am 15. November 1915 geboren, hat sich bereits ziemlich früh für eine strenge Militärlaufbahn entschieden. Während seiner Ausbildung war er auch einige Male in den USA. Man nimmt an, dass er aus dieser Zeit seine Verbindungen zur CIA und der US-amerikanischen Regierung hatte, die maßgeblich an seinem “Erfolg” teilhatten.
1973 ernennt ihn Salvador Allende zum Oberkommandeur des chilenischen Militärs. Damit hat Allende sein Todesurteil unterzeichnet, denn bereits knappe drei Wochen später, am 11. September!, unternimmt Pinochet einen Putsch gegen Allende, bei dem dieser auf noch ungeklärte Weise sein Leben lassen musste. Laut Pinochet wollte er eine Diktatur errichten, die man ja verhindern musste. Im Nachhinein weiß man aber, dass die USA wesentlich zum Putsch beigetragen hatten, da die kommunistische Politik Allendes Chile aus dem “Würgegriff” der USA befreien konnte.
Nach dem Putsch übernimmt eine Militärjunta die Macht und ernennt Pinochet zu ihrem Vorsitzenden. Unmittelbar danach beginnt Pinochet damit alle seine möglichen Gegner im ganzen Land zu verfolgen. Als Gegner zählen bereits Leute, die einfach verdächtigt werden links zu sein. Diese werden dann zu tausenden gefangen genommen, gefoltert, ermordet oder sind einfach plötzlich “verschwunden”.
Ganze Stadien, Schulen oder Konzerthallen werden in Gefängnisse umgebaut und Konzentrationslager errichtet. Bis zu 40.000 Gefangene werden dort unter den unwürdigsten Bedingungen zusammengetrieben und müssen berechtigt um ihr Leben bangen. Über eine Million Linker oder auch nur mit der linken irgendwie Sympathisierende müssen Chile verlassen. Rund 700.000 weigern sich danach wieder zurückzukehren. Aber selbst im Ausland sind höhere Anhänger nicht sicher. Der chilenische Geheimdienst Pinochets organisiert, komischerweise vor allem in den USA, Anschläge gegen ehemalige Mitarbeiter Allendes.
Durch eine manipulierte Wahl einer neuen chilenischen Verfassung sichert sich Pinochet die fast alleinige Herrschaft und macht sich zudem noch, im Falle einer Abdankung oder Absetzung, zum Senator auf Lebenszeit.
Doch bei all diesem Zerstören der Demokratie und den eindeutigen Menschenrechtsverletzungen hatte und hat auch heute noch Pinochet viele Anhänger. So sagt damals z.B. der ehemalige CDU-Generalsekretär Bruno Heck: “Bei sonnigem Wetter ist das Leben im Stadion ziemlich angenehm”. Und auch Margaret Thatcher pflegt bis zum Schluss eine Freundschaft mit Pinochet. Warum?
Ganz einfach: Wirtschaftliche Interessen! Pinochet verfolgt nach dem Putsch eine neoliberale Wirtschaftspolitik. Er holt sich die sogenannten “Chicago Boys“, Wirtschaftswissenschaftler, die zufälligerweise in Chicago studiert haben, ins Land und beginnt die öffentlichen Ausgaben zu begrenzen und fast alle Unternehmen zu privatisieren, sogar Schulen oder Unis werden in die Hände von privaten Investoren gegeben. Und auch das Renten- und Gesundheitssystem gehörte privaten Investmentfonds. So stiegen die Im- und Exporte ins Unermessliche. Das Ausland und die reiche Oberschicht Chiles profitierte, die breite Bevölkerung wurde hingegen immer ärmer.
Sozialabgaben wurden verringert und immer mehr Chilenen werden arbeitslos (im Durchschnitt 31%!). Und auch die Inflationsrate schießt in die Höhe (pro Jahr durchschnittlich 91%). War die Armutsrate zu schlimmsten Allende-Zeiten noch bei 20% erreicht diese nun fast 50%. Daraufhin verstaatlicht Pinochet panisch die meisten Banken, die sonst pleite gehen würden, und rettet manche Unternehmen mit staatlichen Rettungspaketen in Milliardenhöhe. (Manches kommt einem ja in wirtschaftlicher Hinsicht erschreckend bekannt vor…)
Nach der Verfassung wird im Jahr 1988 eine Abstimmung darüber abgehalten, ob Pinochet bei den kommenden Wahlen der einzige Kandidat sein dürfe. Die Wahlbeteiligung ist enorm hoch (so hoch, dass Manipulation fast nicht möglich ist) und das Volk entscheidet sich für mehrere Kandidaten. Endlich können wieder freie Wahlen stattfinden und Pinochet muss daraufhin 1990 sein Amt abgeben. Doch er bleibt ja immer noch Senator auf Lebenszeit und hat somit weiterhin Einfluss…
In den Jahren bis zu seinem Tod haben mehrere Staaten und auch einige chilenische Organisationen und Parteien versucht Pinochet in Gefangenschaft zu halten und ihn wegen “Völkermord, Staatsterrorismus und Folter” zu verurteilen. Doch Pinochet kommt durch seine weltweiten “Freunde” immer wieder frei.
Bis zu seinem Tod vor zwei Jahren wurde er wegen keines einzigen Verbrechens verurteilt. Und sogar nach seinem Tod feiern ihn seine Anhänger immer noch. Vielleicht erinnern sich manche von euch noch an die Fotos von salutierenden Nazis an seinem Grab?
Auch die Regierung Bachelet (sie war selbst Insassin in einem von Pinochets Konzentrationslagern) erscheint nicht beim Begräbnis. Nur die Außenministerin kommt, aber ganz in weiß gekleidet und spricht niemandem ihr Beileid aus.
Wer mehr wissen will, auf Wiki gibt es einen wirklich gut recherchierten ausführlichen Artikel…
Ein weiteres youtube-Video zu Pinochet möchte ich euch auch noch empfehlen, bei dem aber leider das direkte Einbauen in den Artikel nich möglich ist…

