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Yanomami: Naturvölker in Südamerika – Die Lebensweise der Amazonas-Indianer

Autor: Nina

Zwischen Brasilien und Venezuela, mitten im Regenwald auf 1000 Metern Höhe leben die Yanomami-Indianer. Eines der letzten Naturvölker dieser Erde. Doch die Regierungen Südamerikas haben es den Amazonas-Indianern nicht leicht gemacht.

Doppelt so groß wie die Schweiz ist das Gebiet im Norden Brasiliens, das von fast 30.000 Yanomami bevölkert wird. Ihre Lebensweise, ihre Kultur ist einmalig und doch mussten sie Jahre lang einen Kampf ums Überleben führen, gegen die Gier der kapitalistischen Welt.

Die Lebensweise der Yanomami-Indianer

Die Yanomami leben im Einklang mit der Natur, was sie brauchen, pflanzen sie an oder jagen es. Zu den Hauptnahrungsmitteln zählen Maniok, Kochbananen und Früchte. Die Amazonas-Indianer betreiben Landwirtschaft und bauen viele verschiedene Pflanzenarten an. Ein Problem, das damit einhergeht ist die Brandrodung. Der nährstoffarme Boden des Regenwaldes ist nicht für die Landwirtschaft geeignet, weshalb regelmäßig neuer Boden nutzbar gemacht werden muss. Dafür wird ein Teil des Regenwaldes abgeholzt und niedergebrannt, leider wenig nachhaltig. Allerdings muss auch angeführt werden, dass die Yanomami ausschließlich für ihren eigenen Verbrauch produzieren. Verschwendung ist ihnen fremd.

Die Indianer Südamerikas sind sehr spirituell. Sie glauben, dass allem eine Seele innewohnt und behandeln es mit entsprechendem Respekt. Außerdem glauben sie an die Geisterwelt, fürchten böse Geister und gehen davon aus, dass es jene Schattenwesen sind, die den Wandel der Welt bestimmen. In den 1960er Jahren kamen Missionare zu den Yanomami, um ihnen die westliche Vorstellung von Gott näher zubringen. Seither glauben manche Dörfer an ein „Höheres Wesen”. Angeblich habe das dazu geführt, dass die einzelnen Stämme und Dörfer friedfertiger miteinander umgehen, das ist aber wohl die westliche Sicht auf die Dinge.

Rituale des südamerikanischen Naturvolkes

Der Umgang der Yanomami mit Toten folgt einem bestimmten Ritual. Die Verstorbenen werden verbrannt und die Asche wird aufbewahrt, wie es auch hierzulande üblich ist. Allerdings ist das Ritual damit noch nicht beendet. Auf dem regelmäßig stattfindenden Pijiguao-Fest wird die Asche in eine Bananensuppe gerührt und von den Verwandten des Toten verspeist, eine spezielle Form des Kanibalismus. Auf diese Weise, so glauben die Indianer, werden die guten Seelenanteile des Verstorbenen aufgenommen. Im Anschluss werden alle Gegenstände des Verstorbenen zerstört und sein Name nicht mehr genannt, das schützt im Glauben der Yanomami vor der Rückkehr der Totengeister.

Einem weiteren Ritus folgt der Übergang vom Mädchen zur Frau. Wenn ein Mädchen seine erste Menstruation hat, wird es zunächst vom Dorf abgeschottet, nur Frauen haben dann noch Kontakt zu dem Mädchen. Die Yanomami gehen davon aus, dass andernfalls die Geister provoziert würden und Naturkatastrophen über das Volk kommen könnten. Nach einigen Wochen wird das Mädchen bemalt und geschmückt und auf die Krebsjagd geschickt. Nach der Rückkehr ins Dorf ist sie als heiratsfähige Frau in der Stammesgesellschaft aufgenommen. Für Jungen gibt es keinen entsprechenden Ritus.

Die Bedrohung durch die Zivilisation

In den 1980er Jahren wurden auf dem Gebiet der Yanomami-Indianer Gold und andere Bodenschätze gefunden. Das führte zu einem wahren Goldrausch. Immer mehr Menschen drangen in das Gebiet des Naturvolkes ein und mit ihnen kamen die Krankheiten. Die Yanomami hatten gegen die völlig neuen Viren keine Antikörper oder Medizin. Innerhalb von wenigen Jahren starben fast 20 Prozent an eingeschleppten Krankheiten. Die brasilianische Regierung wollte den Goldrausch nicht unterbinden, auch wenn sie damit nicht rechtens handelte, da das Gebiet den Yanomami versprochen war. Irgendwann war die Zahl der Goldgräber, die in das Amazonasgebiet kamen, mehr als doppelt so hoch, wie die Anzahl der Yanomami-Indianer.

Erst Ende der 90er Jahre konnte diesem ausbeuterischen Treiben ein Ende gesetzt werden. Die Goldgräberei wurde verboten, nachdem die Weltbank einen Kredit an Brasilien an eben jene Bedingung knüpfte.

Auf die Probleme des Naturvolkes machte hierzulande besonders einer aufmerksam: Rüdiger Nehberg. Er lernte von und mit den Yanonami Indianern und kämpfte für deren Rechte. Seine spannenden Erfahrungen können hier nachgelesen werden.

Die Yanomami sind ein faszinierendes Volk, das es zu schützen gilt.



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