Woher kommen die Namen der Länder Südamerikas?

Autor: Nina

Jeden Tag jonglieren wir wie selbstverständlich mit Begriffen und Wörtern, und dabei ist es doch immer wieder ziemlich interessant wie solche Bezeichnungen entstanden und woher sie kommen. Daher möchte ich euch heute einen kleinen, aber feinen Überblick über die Entstehung der Ländernamen Südamerikas geben.

Bei diesen Namen zeichnet sich logischerweise auch ganz deutlich die Geschichte des Kontinents ab. Sie sind vor allem geprägt durch die europäischen Eroberer, besonders von den spanischen Konquistadoren, und durch die eigentlichen Ureinwohner, die indigenen Völker. Wobei viele Namen sich natürlich im Laufe der Geschichte verändert haben. Ich gehe daher von den heutigen Bezeichnungen aus. ;-)

Argentinien: Als die Spanier den Rio de la Plata sahen, glänzte er in der Sonne wie Silber, daher nannten sie einfach das Land um den Fluss “Silberland”, auf Spanisch: Argentina. Der Ländername leitet sich also von der Farbe des Rio de la Plata und nicht, wie manche meinen, von den Silbervorkommen ab.

Bolivien: Der Name leitet sich vom Befreiungskämpfer Simón Bolívar ab.

Brasilien: Benannt nach der portugiesischen Bezeichnung für den Baum “Pau Brasil” (dt. “Brasiliholzbaum”). Das Holz des Baumes, der heute vom Aussterben bedroht ist, war lange eines der wichtigsten Export-Produkte der Region, da man es in Europa zum Färben von roten Stoffen benutzte.

Chile: Dieser Name leitet sich nicht von der Chilischote ab, sondern geht in seinem Ursprung wohl auf eine der indigenen Sprachen zurück. Wobei es hierbei mehrere Theorien gibt: Die einen sagen, dass sich Chile vom Wort “chilli” aus der Sprache der Aymara ableitet, das soviel bedeutet wie “Land, wo die Welt zu Ende ist”. Eine andere Variante geht auf die Inka zurück, die den kältesten Teil ihres Reiches “tchili” (”Schnee”) nannten. Schulkindern wird wiederum gerne erzählt, dass Chile einfach des Geräusch ist, das der Trile-Vogel von sich gibt.

Ecuador: Diese Bezeichnung leitet sich wohl schlicht und einfach vom spanischen Wort für “Äquator” ab.

Guyana: Die Herkunft dieses Namens ist nicht ausreichend überliefert. Man kann lediglich annehmen, dass die Ureinwohner diese Gegend einst so nannten.

Kolumbien: Christoph Kolumbus gab diesem Land seinen Namen. Kolumbus hat Kolumbien zwar von der Ferne aus entdeckt, aber leider nie betreten. Schon irgendwie lustig, dass dann genau dieses Land nach ihm benannt wird. :D

Paraguay: Leitet sich vom Fluss Rio Paraguay ab und bedeutet in der Sprache der Guaraní soviel wie “Wasser, das zum Ozean geht”: pára (Ozean) gua (zu/ von) y (Wasser).

Peru: Auch dieser Ursprung des Namens ist umstritten. Es gibt zwei Theorien: Angeblich hieß der indigene Häuptling, der den Spaniern zum ersten Mal von einem sagenhaften Land aus Gold erzählte, Peru. Die andere Variante leitet sich ganz einfach vom indigenen Wort “pelu” oder auch “pyru” ab, was soviel wie Wasser bedeutet.

Uruguay: Dies ist das einzige Land ohne einen richtigen Namen, denn es heißt eigentlich “Republica Oriental del Uruguay”, also “Republik östlich des Uruguay”. Der Uruguay ist ein Fluss und der Ländername eigentlich nur eine Abkürzung der Ortsangabe.

Suriname: Direkt benannt nach dem Fluss Suriname.

Venezuela: Heißt soviel wie “Klein-Venedig”. Als der Entdecker Amerigo Vespucci, von dem sich übrigens auch der Name Amerika ableiten soll, die Pfahlbauten der Ureinwohner im Maracaibo-Becken musste er spontan an Venedig denken und gab dem Land diesen Namen.




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