Weihnachten in Südamerika - Alles andere als besinnlich
Wie fast alle Feste oder auch kleineren Feierlichkeiten in Südamerika, wird auch Weihnachten mit lautem Lärm zelebriert. Was wir unter stiller Nacht verstehen, ist in weiten Teilen des Kontinents ein rauschendes Fest.
Trotzdem sind viele ihrer Bräuche den unseren ganz ähnlich. Was aufgrund der Kolonialisierung und v.a. der Christianisierung kein Wunder ist. Weite Teile sind katholisch, doch vermischt sich dieser Glaube an vielen Stellen mit dem Glauben und den Riten der indigenen Bevölkerung.
So z.B. in Peru, wo die Krippenfiguren meist nach altem Muster der Indigenas in mühevoller Handarbeit geschnitzt werden. Sowieso sind die traditionellen Weihnachtskrippen für die meisten Südamerikaner ein wichtiger Bestandteil des Fests. Sowohl in der Wohnung als auch an jedem öffentlichen Platz kann man sie finden..
In Kolumbien beginnen die Feierlichkeiten bereits am 7. Dezember. Hier werden überall Lichter für die Jungfrau Maria aufgestellt. Am 8. Dezember ist dann Nationalfeiertag und bereits am 14. geht die ganze Familie in den (Ur-)Wald um Moos für die Krippe zu sammeln. Diese wird unter lautem Singen und Beten aufgestellt. Diese “Zeremonie” endet erst nach Mitternacht. Jeden Abend bis zum Heiligen Abend wird hier nun musiziert, getanzt und immer wieder werden Gebete gesprochen. Der Weihnachtsbaum wird in Kolumbien dann bereits am 16. Dezember aufgestellt.
In Südamerika ist dieser meist eine Pinie oder eine reich geschmückte Palme. Das Weihnachtsfest beginnt dann in Kolumbien aber erst richtig am 24. nach der Mitternachtsmesse. Dann können die Leute ein großes Feuerwerk bestaunen und auf den Straßen wird die ganze Nacht lang laut bei gutem Essen und Trinken gefeiert. Geschenke gibt es meist nur für die Kinder in Form von Süßigkeiten oder Kleinigkeiten, die die Erwachsenen während die Kinder schlafen unter oder im Bett der Kleinen verstecken. Diese müssen sie dann am nächsten Morgen suchen. Hier bringt das Christkind, El Niño Jesus, die Geschenke.
In anderen Teilen ist es eher eine Art Weihnachtsmann. In Chile heißt er Viejo Pasquero (alter Hirte) und in Brasilien Papai Noel (Weihnachtsmann). Er ähnelt dem unseren, nur, dass er den Temperaturen entsprechend leichter bekleidet ist.
In Brasilien glauben die Kinder, dass er aus Grönland kommt. Um in die Häuser zu kommen benutzt er Trampoline oder Leitern. Besonders Brasilien toppt an Weihnachten mal wieder alles an Lautstärke. Jedes Jahr lässt sich hier Papai Noel im Maracana-Stadion in Rio de Janeiro, dem größten Fußballstadion der Welt, mit dem Hubschrauber unter tosendem Applaus absetzen und verteilt während eines riesigen Fests ein paar Geschenke.
In Argentinien bekommen die Kinder ihre Geschenke erst am Dreikönigstag. Sie stellen ihre Schuhe unters Bett, damit die Drei Weisen auf ihrem Weg ins Morgenland kleine Spielsachen und Geschenke hinterlassen können.
In Ecuador ziehen viele Indigenas mit ihren reich geschmückten Lamas in die Kirche um Opfergaben wie z.B. Früchte vor die Krippe zu legen. An manchen Orten bekommen sie dann als Dank und Geschenk andere Lebensmittel wie Kartoffeln, Maniok etc.
Ihr seht also die Grundbräuche von Weihnachten unterscheiden sich in Südamerika kaum von den europäischen, nur, dass es bei ihnen bedeutend lauter und fröhlicher zugeht.


