„Und dann der Regen“: Bolivien als Film-Schauplatz
„Und dann der Regen“ ist ein Film aus dem Jahre 2010, der demnächst in die deutschen Kinos kommt. Er erzählt die Geschichte einer Filmcrew, die in Bolivien eine Dokumentation drehen möchte und dabei in einen Aufstand gerät.
Der Film spielt nicht nur in Südamerika, er wurde auch komplett an Schauplätzen in verschiedenen Teilen Boliviens gedreht. Die mexikanisch-spanisch-französische Co-Produktion, die im Original den Titel „También la Iluvia“ („Sogar der Regen“) trägt, startet am 29. Dezember 2011 in den deutschen Kinos und erzählt hier vor dem Hintergrund einer fiktiven Geschichte vom sogenannten Wasserkrieg, „Guerra del Agua“, der 2000 in Cochabamba ausbrach.
„Und dann der Regen – También la Iluvia“
Ein spanisches Filmteam unter der Führung von Regisseur Sebastián (Gael García Bernal) und Produzent Costa (Luis Tosar) reist ins bolivianische Cochabamba, um hier eine bereits im Vorfeld heftig umstrittene Dokumentation über Christoph Columbus zu drehen, die den spanischen Entdecker als gierigen und brutalen Eroberer entlarven soll. Zwar ist Columbus nicht hier gelandet, doch die Bedingungen sind sehr viel günstiger und die einheimische Bevölkerung als preiswerte Statisten zu bekommen.
Die Filmemacher präsentieren sich dabei als Idealisten, die nur die Wahrheit aufdecken wollen, doch schon im Casting und auch während der Dreharbeiten geraten sie mit Daniel (Juan Carlos Aduviri), einem der Einheimischen, die im Film die von Columbus eroberten Indianer spielen sollen, aneinander, als der sich immer wieder für seine Leute einsetzt, die in seinen Augen ungerecht behandelt werden.
Gleichzeitig kommt es in der Stadt zu Unruhen, als nach der erzwungenen Privatisierung der Wasserbetriebe die Preise für Frischwasser innerhalb kürzester Zeit drastisch erhöht werden. Daniel engagiert sich aktiv in den darauf ausbrechenden Protesten, die auch die Dreharbeiten ernsthaft zu gefährden drohen. So soll Daniel die weitere Teilnahme an dem Aufstand untersagt und die Filmcrew strikt von den Unruhen abgeschirmt werden. Doch die Situation spitzt sich immer weiter zu, und bald schon steht sehr viel mehr auf dem Spiel als nur ein unterbrochener Filmdreh.
Ein Stück bolivianische Geschichte im Kino
„Und dann der Regen“ schildert auf eindringliche Weise die Ereignisse des Wasserkrieges und verknüpft die realen Fakten geschickt mit verschiedenen fiktiven Handlungssträngen. Authentisch wird er dabei vor allem durch die Schauplätze, denn der Film wurde vor allem direkt in und um die Stadt Cochabamba sowie an anderen Orten des gleichnamigen Departamento gedreht. Regisserin Icíar Bollaín inszenierte hier nach dem Drehbuch von Paul Laverty ein Drama, das vergangene und gegenwärtige Geschichte zu verbinden sucht und zeigt, wie schnell sich Ideale angesichts wechselnder Umstände wandeln können.
Der Film war in diesem Jahr bereits auf der Berlinale zu sehen und wurde hier ebenso wie auf weiteren Filmfestivals mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Außerdem erhielt er als beste lateinamerikanische Produktion bereits den mexikanischen Filmpreis Ariel, begeisterte also viele Kritiker ebenso wie die Kinozuschauer, wobei stets vor allem die schauspielerischen Leistungen und die mühelose Verknüpfung der vielen Handlungsebenen gelobt wurden. „Und dann der Regen“ ist kein Werk für die breite Masse, wohl aber für Filmliebhaber, die Gefallen an historischen Dramen finden, sowie für all Jene, die einen Hauch südamerikanische Geschichte auf der großen Leinwand miterleben möchten.

