Unberührtes Königsgrab in El Zotz entdeckt

Autor: Nina

In der antiken Tempelstadt El Zotz ist ein unberührtes Grab eines bis dato unbekannten Maya-Herrschers entdeckt worden. Die Gruft befand sich 1600 Jahre in konserviertem Zustand. Neben zahlreiche Grabbeigaben wurden in der Kammer die Knochen von 6 Kindern geborgen.

El Zotz liegt in unmittelbarer Nähe der weltberühmten Tempelstadt Tikal. In früheren Zeiten lebte man in Konkurrenz mit dem mächtigen Nachbarn, auch blutige Auseinandersetzungen sind nicht auszuschliessen. In El Zotz thront der mächtige Tempel “El Diablo” über die gesamte Stadt, und im Schatten dieses Heiligtums haben Forscher der Brown University nun einen sensationellen Fund zu Tage getragen. Durch den feinporigen Sand des Gebietes wurde die Grabkammer des unbekannten Maya-Königs konserviert, und konnte die Jahrhunderte nahezu unbeschadet überstehen.

Sensationsfund in El Zotz - Das Grab des geheimnisvollen Herrschers

Erst in den 1970er Jahren wurden die Ruinen von El Zotz entdeckt, und nun ist US-amerikanischen Forschern durch Zufall ein einmaliger Fund geglückt. Bei Grabungen in den oberen Erdschichten um den Tempel El Diablo sind die Archäologen auf einige rätselhafte Tongefässe gestossen. Diese waren in einem undefinierbaren, organischen Material einrollt, und wiesen einen grausigen Inhalt vor. Die Gefässe waren gefüllt mit menschlichen Fingern und Zähnen.

Die Forscher setzten ihre Arbeit fort, und führten Bohrungen in den tieferen Bodenschichten durch. Hierbei stiess man plötzlich auf einen pechschwarzen Hohlraum, der sich als eine Gruft entpuppte.

Der unbekannte Herrscher von El Zotz - Ein historischer Fund

Den Forschern schlug Verwesungsgeruch entgegen, als sie die Grabkammer des Maya-Königs betraten. Durch die natürliche Konservierung in der 1,20 Meter breiten, 3,60 Meter langen und 1,80 Meter hohen Gruft waren die organischen Materialien der Grabbeigaben noch nicht vollständig verrottet. Zahlreiche kostbare Stoffe, Keramiken und Schnitzereien aus der antiken Kultur konnten in der Kammer sicher gestellt werden.

Neben den materiellen Grabbeigaben stiessen die Archäologen noch auf einen weiteren, tragischeren Fund. Der König war offenbar zusammen mit 6 Kindern in seinem Grab beigesetzt worden. Die Leichen fanden sich gestapelt auf den Überresten des Herrschers, der mit über der Brust gekreuzten Armen auf einer Liege gebettet war. In den Händen hielt er eine noch immer scharfe Klinge, an der eine rötliche Substanz klebte. Eine Analyse zur Bestimmung dieser ist wohl nicht von Nöten.

Den Forschern der Brown Universität ist folgendes klar: “Die Lage des Grabes, die Zeit, die Reichhaltigkeit, der spätere Pyramidenbau genau über seinem Grab - das alles deutet darauf hin, dass der Tote der Begründer einer Dynastie war”, so Stephen Houston, der Leiter der Expedition. Demnach wäre ihr Fund eine Entdeckung von historischer Tragweite.




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