Tulum an der Riviera Maya

Autor: Lars Degen

Nachdem wir bisher vor allem über die archäologischen Schwergewichte der präkolumbianischen Kulturen wie Teotihuacán oder Chichen Itza berichtet hatten, wollen wir uns heute mal an all jene wenden, die nicht unbedingt weitab von Städten  oder im tropischen Dschungel nach versunkenen Städten suchen wollen.

Einen Tempel sehen ohne ewig zu fahren und rumzuklettern…gibt es nicht! Gibt’s doch! Und obendrein bekommt man bei diesem Tempelausflug light noch einen der wirklich zauberhaftesten Strände ganz Mexikos zu sehen. Dieser magische Ort nennt sich Tulum und ist wirklich nicht mehr als einen kleinen Katzensprung (128 km) von Cancún und Playa del Carmen, den beiden großen Touristenzentren der Playa Maya, entfernt.

Tulum: Westlicher Küstenstil

Das Besondere an der Anlage von Tulum ist der simple Fakt, dass es sich hierbei um das berühmteste präkolumbianische Beispiel für den so genannten „westlichen Küstenstil“ handelt. Darunter versteht man einen Baustil der sich auf die zwischen 1200 und 1250 an der Nordküste  Quintana Roos von den Maya errichteten Anlagen bezieht.

Die Anlage ist relativ weitläufig und da sie sich nicht im Urwald befindet kann man auch leicht alle Elemente besichtigen. Umgeben wurde das gesamte Areal von einer 385 mal 165m langen Mauer die zum Meer offen blieb.  Die herausragenden Strukturen sind hier unter anderem „Das Schloß“ und der „Tempel der Fresken“, die sich durch ihren guten Erhaltungszustand und vor allem auch durch die hohe Qualität der Wandmalereien auszeichnen, die im Inneren erhalten sind. Schon nach einer guten Stunde hat man fast alles gesehen, so dass Tulum für alle Jünger von Indiana Jones eher eine Enttäuschung ist, wenn man zuvor andere Anlagen gesehen hat.

Baden mit Tempelausblick

Doch für all jene, die nur ein wenig Kultur wollen und mehr auf Relaxen stehen ist Tulum der perfekte Ort. Denn nach der Exkursion wartet ja das Highlight: Baden am Traumstrand von Tulum. Geöffnet ist die Anlage Montag bis Sonntag zwischen 8 und 17 Uhr und der Eintrittspreis liegt bei 51 Pesos. Für die Fahrt nach Tulum bieten sich mehrere Möglichkeiten an. In meinem Fall hatte ich den Ausflug nicht im Angebot meines Reiseveranstalters gefunden und habe dann ganz einfach eine andere Ausflugsmappe einer englischen Agentur genommen und bin dort mitgefahren.

Da wurde ich dann bequem um 9 Uhr abgeholt und bis zum Parkplatz vor der Grabungsstätte gefahren und neben dem Eintritt war auch ein Guide im Gesamtpreis von 20 $ mit inbegriffen. Wem es Spaß bereitet oder wer nicht so gut zu Fuß ist, der kann die etwas längere Strecke vom Parkplatz bis zum Tempelbezirk auch mit einer dieser omnipräsenten Bimmelbahnen zurücklegen, was dann wieder extra kostet.

Daneben gibt es für die Abenteuerlustigen noch die Variante vom Hotelkomplex zur Hauptstraße zu laufen und dort einen der colectivos zu nutzen. Dieser fährt einen bis nach Playa del Carmen und dort findet man problemlos eine Anschlussverbindung in Richtung Tempel. Selber probiert habe ich es nicht, doch mexikanische Bekannte haben den Ausflug so gemacht und dafür sage und schreibe nur 125 Pesos gezahlt…

DA sage nochmal einer es gäbe kein Sparpotential im Urlaub! Darüber hinaus kann man natürlich auch einfach mit dem Mietwagen auf den breiten Straßen auf eigene Faust gen Tulum düsen.
Am Ende kann ich Euch aber eins versichern ob 20$ oder 125 Pesos- am Strand von Tulum gebadet zu haben und aus den türkisblauen Wellen auf den Tempel hinaufzublicken-ist auf jeden Fall UNBEZAHLBAR!




verwandte Beiträge

avatar
Alex schreibt
am 20. März 2010 um 19:08 Uhr

Tulum ist aufgrund der einmaligen Lage in meinen Augen die schönste Maya Ausgrabungsstätte auf der Halbinsel von Yucatan und immer einen Besuch wert.

Wie du schon sagtest Lars, sollte man auf keinen Fall vergessen beim Besuch der Ruinen von Tulum seine Badehose einzupacken.

Deine Meinung:

  Name [*]

  Email [*]

  Website

Kommentar schreiben: