Teotihuacan - Tour durch die Stadt der Götter (Mexiko Stadt)

Autor: Lars Degen

Wer von Euch am Zocalo stand und betrübt feststellen musste, dass es  fast unmenschliche Phantasie benötigt um sich die Ausgestaltung zu Zeiten Montezumas vor das innere Auge zu rufen, dem empfehle ich dringend einen Besuch in der „Stadt der Götter“ – Teotihuacan.

Bereits die Aztekenherrscher pilgerten mit schöner Regelmäßigkeit aus ihrer eigenen Hauptstadt Tenochtitlan nach Teotihuacan in Richtung  Nordwesten, um die geheimnisvollen Konstruktionen aus weiter Vorzeit zu betrachten und  den Göttern ihre Ehrbietung zu zeigen.  In meinem Fall habe ich im Rahmen meines Besuches bei diesem wichtigen Reiseziel der mexikanischen Kultur noch ein weiteres elementares  Puzzleteil der Mexicanidad hinzugefügt – la Virgen de Guadelupe. Beides zusammen gibt einem einen interessanten Einblick in die Dualität der mexikanischen Identität und ist sehr faszinierend.

Mexiko Stadt: Tages Tour nach Teotihuacan

Da ich keine Lust hatte mich, mich mit dem infernalischen Verkehr in Mexiko rumzuärgern habe ich eine Tour mit Guide und Essen gebucht (55 US-Dollar -  Stand Oktober 2009). Mein Tagesausflug in die Welt der Kultur, Religion und Vergangenheit begann um 9:30 neben der Kathedrale am Zocalo (wo auch der Turibus losfährt) in einem schönen Panoramabus.

Die erste Station ist die Kathedrale der Virgen de Guadelupe, wo man mehr über die wundersame Geschichte der ersten Schutzpatronin Mexikos und heutige Patronin Amerikas erfährt und die Möglichkeit hat das legendäre Leinentuch auf einer Rolltreppe fahren zu betrachten. Darüber hinaus wird man über den gesamten Kirchenkomplex geführt, wobei man hier erneut eindrucksvoll sehen kann, dass die gesamte Stadt einstmals in einem See lag und bis heute der Untergrund sehr sumpfig ist. Aus diesem Grund wurde auch im letzten Jahrhundert eine neue Kirche für die Aufbewahrung des Tuches der Jungfrau errichtet, da die vorherige Konstruktion einsturzgefährdet ist.

Agavenpflanzen in Teotihuacan

Von dieser ersten wichtigen Station des Ausfluges geht es in Richtung Teotihuacan im Nordosten der Stadt. Wie so oft gibt es zuvor noch einen kleinen „Shoppings-Stop“ , wo man  hochwertige und teure Erinnerungsstücke aus Obsidian kaufen kann und einem der örtliche Guide anhand der vielfältigen Nutzung der Agavenpflanze zeigt wie harmonisch die präkolumbiansichen Kulturen mit der Natur umging.

So nutzen schon die Maya die Blätter als Papier, die Stacheln als Nadel und machte zudem noch ein Getränk aus Teilen der Pflanze. So gestärkt und um Pesos ärmer geht es dann in den archäologischen Komplex von Teotihuacan. Da ich im Rahmen der Tour vor Ort war, kann ich leider keine Aussagen über die Ticketpreise machen, jedoch schätze ich sie wie überall im Lande als vergleichsweise niedrig ein.




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