Archäologen können sich nun über einen weiteren sensationellen Fund freuen: Aus Zufall sind sie über eine noch relativ gut erhaltene Mumie eines Inka-Mädchens “gestolpert”.
Sie waren gerade dabei ein, ein Abflusssystem zu restaurieren, als sie auf eine alte Gruft stießen, in der ein Mädchen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren beerdigt war. In diesem Alter war man bei den Inka bereits erwachsen. Die Mumie könnte also einen weiteren Aufschluss über das Leben der Inka besonders in dieser Altersgruppe geben.
Immer noch gibt es viele Ungereimtheiten, was Machu Picchu oder die Inka angeht, und jeder kleine Fund könnte die Archäologen einen Schritt weiter bringen, eine relativ gut erhaltene Mumie wie diese sogar einen riesigen.
Anhand der Abnutzung der Zähne gehen die Wissenschaftler davon aus, dass sie sich ausschließlich von Körnern ernährt hat. Rund 40 cm unter der Mumie wurden Grabbeigaben wie ein rotes Trinkglas mit dem Zeichen einer Schlange sowie eine Kupfernadel gefunden.
Die Mumie wandert nun weiter ins Labor um näher untersucht zu werden. Sobald es etwas Neues gibt, lass ich es euch natürlich wissen…
Die alten Inka regen seit eh und je die Fantasie gerade von uns Europäern an, denn immer noch ist ihre Kultur geheimnisvoll und birgt so manches Rätsel. Wer sich selbst einmal ein Bild machen oder vielleicht seinem eigenen Forscherdrang nachgehen möchte, ist in Samaipata in Bolivien genau richtig.
Die Kleinstadt Samaipata im Departamento Santa Cruz ist für viele Bolivianer ein beliebtes Urlaubsziel: hier ist das Klima viel milder als im heißen Tiefland. Der Ort liegt fast 2.000 m über dem Meeresspiegel an den östlichen Ausläufern der Anden.
Die Besucher aus dem Ausland sind jedoch meist an etwas ganz anderem interessiert: El Fuerte de Samaipata, eine Ruinenstätte der Inka. Sie gehört zu den wohl geheimnisvollsten Überbleibseln dieser einst prächtigen Kultur, denn bis heute streiten sich die Wissenschaftler um ihren Zweck. [...mehr]
Im letzten Teil der Reihe über die Inka möchte ich euch noch kurz die gesellschaftliche Struktur der einstigen Hochkultur vorstellen. Wie immer reicht der Platz hier nicht aus um die komplexe Struktur ausführlich zu schildern, daher leider nur eine kurze Zusammenfassung:
Wie schon erwähnt, gab es den großen Inka, der über das Reich herrschte. Doch unter ihm standen noch eine Vielzahl an Herrschern und ein ausgeklügelter Beamtenstaat. Das Inka-Reich war in vier Verwaltungsgebiete aufgeteilt, über die jeweils zwei Herrscher (”Apukuna”), die zum Adel gehörten, das Sagen hatten. Und auch die Hauptstadt des Reiches selbst, Cusco, war in zwei Bereiche eingeteilt, mit wieder jeweils einem Oberhaupt. Die Herrscher regierten zusammen und stimmten ihre Vorhaben regelmäßig aufeinander ab.
Diesen Herren zur Seite standen eine Art fahrende Beamte, die in Sänften durch das Reich reisten und dabei exakt die Bevölkerung und deren Altersstruktur, die bewirtschaftete Fläche, das Vieh, die Qualität des Wassers und die Güte des Bodens festhielten. So konnten dann Pläne für neue Baumaßnahmen gemacht werden. Jede noch so kleine Bewegung oder Veränderung im Reich wurde so gut es geht katalogisiert und verwaltet. [...mehr]
Wie fast alle ehemaligen Hochkulturen Südamerikas waren die Inka besonders in Dingen der Wissenschaft hoch entwickelt. In einer Zeit als bei uns in Europa man von Ärzten nur träumen konnte und man annahm, die Welt sei eine Scheibe, haben die Inka bereits erfolgreich operiert oder anhand der Sterne einen fast exakten Kalender berechnet.
Ähnlich wie bei den Maya spielten die Sterne auch bei den Inka eine wichtige Rolle für die Gesellschaft und die Religion. Sie errichteten zahlreiche Observatorien zum Beobachten und Berechnen gewisser Sternkonstellationen. So ist z.B. der große Sonnentempel in Cusco, Coricancha, genau nach dem Verlauf der Sonne ausgerichtet. Innen ist er verziert mit Symbolen, die auf astronomische Erkenntnisse hinweisen.
Auf der bolivianischen Seite des Titicacasees liegt der Wallfahrtsort Copacabana. Oberhalb dieses kleinen Städtchens liegt eine Art Felslabyrinth, das sich ebenfalls als eine Art Observatorium herausgestellt hat. So ist es präzise nach der Ost-West- und der Nord-Süd-Achse ausgerichtet. In einer Felswand gibt es eine Öffnung, durch die genau am Tag der andinen Wintersonnenwende das erste Licht des Tages auf einen gegenüberliegende Granitbalken scheint. Zu Zeiten der Äquinoktien wirft ein rund 40 m entfernter Visierstein einen dreieckigen Schatten auf genau diesen Granitbalken. [...mehr]
Bevor die Inka große Landstriche und deren Völker eroberten und in ihr Reich einverleibten, entsprach in der Vorstellung der unterschiedlichen Andenvölker einem mythologischen Gegenstück im Himmel. Jedes Volk hatte also seinen eigenen Stern, obwohl sich die Riten und kultischen Handlungen voneinander unterschieden.
Doch dann kamen die Inka, die sich als Kinder der Sonne sahen und somit in ihren Augen das Recht hatten über die anderen Völker zu bestimmen. Nach und nach setzten sie auch den Glauben an Inti, den Sonnengott, in ihrem Reich durch. Inti, als dessen Sohn sich Herrscher der Inka, der Große Inka, sah, wurden große Tempel errichtet, deren Spuren man heute noch in weiten Teilen der Andenregion sehen kann.
Eine der faszinierendsten Hochkulturen sind wohl unumstritten die Inka. Sie stehen auch heute noch symbolisch für die Wiege Südamerikas und gelten als Ursprung vieler heutiger indigener Völker.
Doch Fakt ist, dass das Reich der Inka nur knapp 300 Jahre existierte und die eigentliche Blütezeit sich nur über einen kleinen Zeitraum von 50-90 Jahren erstreckte. Um beeindruckender ist aber, dass sie in dieser kurzen Zeit sich über weite Teile Südamerikas ausbreiten konnten. Ihr Reich soll sich über eine Fläche von knapp 1 Mio. km² gezogen haben… [...mehr]