» Hugo Chávez

Autor: Nina

Langsam, aber sicher gleitet Venezuelas Präsident Hugo Chávez immer mehr in eine gefährliche Richtung ab. War er am Anfang noch von guten Ideen motiviert, drohen diese nun ihn langsam zu verschlucken, könnte man meinen. Ein untrügliches Anzeichen dafür ist, dass er immer mehr verstärkt das Militär im Innern des Landes anstelle der Polizei einsetzt.

Nun hat er seine Streitkräfte in private Reisfabriken geschickt und laut einem Produzenten 16.000 Tonnen Reis beschlagnahmen lassen. Die privaten Reisfabriken betreiben seit langem dubiose Preispolitik und das in Zeiten, wo die Versorgung Venezuelas langsam knapper wird.

Chávez hat in dem Punkt Recht, dass man dem Einhalt gebieten muss, aber, meiner Meinung nach, nicht mit militärischen Mitteln! Zudem droht er jedem, der gegen die staatliche Preisregelung verstößt mit Enteignung. Die Reisproduzenten haben erklärt, dass sie gerichtliche Schritte gegen die Besetzung einlegen wollen.

Langsam verliert Chávez seine Grundidee der Bolivarischen Revolution aus den Augen und wird immer fanatischer. Ich hoffe, wenn es soweit ist, dass sich in meinen Augen vernünftige linke Staatschefs wie Evo Morales einmischen und Chávez ein wenig bremsen können. So viel zu meiner kleinen Utopie… ;-)

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Autor: Nina

Schon wieder wurde gestern in Venezuela abgestimmt. Und habe ich bisher so manche Entscheidung und Idee von Venezuelas Staatschef für extrem gut befunden, halte ich den Grund dieses Referendums für äußerst fragwürdig…

Es ging im wesentlichen darum, ob sich Hugo Chávez unbegrenzt wiederwählen lassen kann. Seine zweite Amtszeit würde 2012 enden. Doch nun stimmten nach den letzten Auszählungen 54,4 % der Bevölkerung für die Möglichkeit einer dritten Amtszeit.

“Wer heute mit ‘Ja’ gestimmt hat, hat den Sozialismus und die Revolution gewählt”, rief der Präsident aus, “2012 wird es eine Präsidentschaftswahl geben. Und wenn Gott nicht anders entscheidet, und das Volk nicht anders entscheidet, ist dieser Soldat bereits ein Kandidat”. (Chávez bezeichnet sich als ehemaliger Fallschirmjäger gerne als “Soldat des Volkes”)

Wie gesagt, die Ideen der Bolivarischen Revolution halte ich durchaus für gut, doch Chávez ist einer der Kandidaten, die tolle Ideen haben und dann langsam fanatisch werden. Ich schätze seine Wortgewalt und seine Direktheit gegen den Westen und auch seine politischen Grundideen, nur langsam, aber sicher, besteht bei ihm die Gefahr abzudriften…

Da sind mir dann schon Leute wie Evo Morales lieber, die ebenfalls die Gedanken der Revolution vorantreiben, aber auf eine dritte Amtszeit freiwillig verzichten, obwohl es Morales sogar legal aufgrund der neuen Verfassung möglich wäre.

Die Entwicklung eines Hugo Chávez wird interessant sein zu beobachten, denn der Gründer der Bolivarischen Ideen könnte durch seinen aufkeimenden Fanatismus auch seinen Untergang bedeuten…

Weitere Infos zum Thema, auch zur Staatskrise, gibts hier…    [...mehr]


Autor: Nina

Vergangenen Sonntag fanden in Venezuela Gouverneurs-, Gemeinde- und Kommunalwahlen statt. Dabei konnte die Vereinte Sozialistische Partei (PSUV) von Hugo Chávez einen eindeutigen Sieg verbuchen.

Das einzige Manko für ihn ist wohl, dass er fünf der 23 Provinzen an die rechte Opposition verloren hat, darunter auch den Hauptstadt-Bezirk Caracas, wo nun die Opposition den Bürgermeister stellen wird. Zudem konnte Chávez‘ Gegenseite sechs Führungspositionen erringen.    [...mehr]


Autor: Nina

Nun ist es amtlich: Die Agrarpolitik vom venezuelanischen Präsidenten Hugo Chávez zeigt erste Erfolge. Letzte Woche hat der Vertreter der Welternährungsorganisation (FAO), Francisco Roberto Arías, der Regierung gute Zeugnisse für ihre Verbesserungen in der Landwirtschaft ausgestellt.

In den vergangenen Jahren hat sich die Regierung um Chávez immer mehr dafür eingesetzt, das Hungerproblem des Landes zu lösen. Und zwar nicht nur auf wirtschaftlicher Ebene, sondern auch die tatsächliche Ernährung der Bevölkerung sicher zu stellen. Nun haben diese Bemühungen also die ersten Früchte getragen, was auch die FAO, die zur UNO gehört, nicht leugnen konnte.    [...mehr]


Autor: Nina

Besonders in letzter Zeit ist der venezolanische Staatschef Hugo Chávez wieder mehr in den öffentlichen Fokus unserer westlichen Berichterstattung geraten. Ob er nun angeblich Frau Merkel mit Hitler vergleicht oder dem Westen das Erdöl zudrehen will. Doch genau diese Berichterstattung ist häufig dermaßen verdreht und negativ meinungsbildend, dass man hier eher von Propaganda als von gutrecherchiertem Journalismus sprechen kann.

Als erster Deutscher hat der Fotograf Ingo Niebel einen umfassenden und seriösen Blick auf die Entwicklungen in Venezuela geworfen.    [...mehr]


Autor: Nina

Gestern ist er zu Ende gegangen, der vielbesungene und -diskutierte EU-Lateinamerika-Gipfel in Lima. Es wurde einiges darüber berichtet, Skandale wurden geschürt und dann war doch alles schön. Doch was kam bei dem Gipfel nun eigentlich heraus?

Bis zum Jahr 2015 soll die Armut in Lateinamerika um die Hälfte reduziert werden und man will sich zudem noch verstärkt für den Klimaschutz einsetzen. Toll! Das klingt ja alles ganz schön. Aber hat man in den Medien noch etwas darüberhinaus gehört? Da sitzen rund 2000 wichtige Regierungs- und Handelsvertreter zwei Tage lang zusammen rum und man will uns weiß machen dies sei das Ergebnis? Da haben sie sich aber lange Zeit einfach angeschwiegen, oder?!

Demo zum “Gipfel der Völker” - Kein Landraub für Tempo © robinwood

Vielmehr dient der Gipfel dazu den Einfluss der westlichen Mächte auf Südamerika zu festigen und ihren Würgegriff enger zu ziehen. Die EU sieht mit den aufkommenden linken Regierungen Südamerikas ihre wirtschaftliche Vormachtstellung in Gefahr. Was fällt den Ländern auch einfach ein ihre Ressourcen für sich und ihre hungernde Bevölkerung ganz allein haben zu wollen?!

Und genau darum geht es der EU. Sie wollen die Ressourcen, das Erdgas und Erdöl usw. Und war da nicht auch noch so eine Diskussion um Brasilien und den Biosprit? Brasilien ist Führer im Anbau von Zuckerrohr, aus dem dann der Biosprit hergestellt wird. So, Öko schön und gut, aber davon will der Westen nun auch etwas abhaben. Und wo bekommt man die Anbaufläche her? Genau, man holzt einfach den Regenwald ab, da die reichen westlichen Handelpartner ja so viel Druck machen. Doch jetzt wollen die auf einmal die Umwelt schützen und Merkel will den Regenwald stehen lassen. Was macht man also nun? Genau, man nimmt einfach tausenden von Kleinbauern ihr Land und ihre Existenz weg um auf dem Weltmarkt mithalten zu können. Bravo, Frau Merkel, ein tolles Sozialkonzept!

Und dies ist nur ein kleines Beispiel für das Niederbrettern des arroganten Westens gegenüber Südamerika. Und nun versteht man auch, warum so inhaltslos darüber berichtet wurde. Es geht um unschöne Geschäfte!!!

Chávez und MoralesEs wundert mich also nicht, dass Präsidenten wie Hugo Chávez und Evo Morales ihre Zeit lieber auf dem Gegen-Protest-Gipfel, dem “Gipfel der Völker” verbrachten, als sich das westliche Geheuchel anzutun…

Weitere Infos findet ihr hier, u.a. das “Tribunal der Völker”, in dem einigen Multis symbolisch der Prozess gemacht wurde.

Ein guter Artikel über die Stellungnahmen von SPD und CDU zum Gipfel findet ihr bei telepolis…    [...mehr]


Autor: Nina

Schon viel zu lange haben die westlichen Mächte und Organisationen wie die Weltbank und IWF Lateinamerika ausgenutzt und benutzt. Doch in den letzten Jahren versuchen immer mehr südamerikanische Länder unabhängiger zu werden, das zeigt sich schon allein in ihrer Wahl “linker” Staatsoberhäupter.

Nur noch wenige südamerikanische Staaten wie Kolumbien befürworten den Kurs des Westens und vor allem Amerikas. Wir schleichen uns in diese Länder unter dem Vorwand der humanitären Hilfe und nutzen in Wirklichkeit nur die wirtschaftlichen Faktoren, wie beispielsweise ihre Erdöl- und Erdgasvorkommen, aus. Und dies ist nur die Spitze des Eisbergs.

Neue Geschäfte werden wieder am 16. und 17. Mai auf dem EU-Lateinamerika-Gipfel (allein schon der Name macht stutzig!) in Lima gemacht werden und dies alles unter dem arroganten Deckmantel den so benachteiligten Ländern helfen zu wollen. Die vom Westen so angepriesenen und lange versprochenen Sozialprogramme werden in Wirklichkeit finanziell von den Regierungen Brasiliens, Venezuelas, Kubas und Argentiniens getragen.

In Anbetracht dieser verhehrenden Tatsachen, von denen ich hier jetzt noch Hunderte aufzählen könnte, ist es aus meiner Sicht absolut verständlich, dass einer der südamerikanischen Staatsoberhäupter einmal laut seinem Ärger Luft macht.

Hogo Chávez © apHugo Chávez‘ kürzliche Äußerungen, dass Angela Merkel derselben rechten Seite angehöre, wie es einst Hitler tat, halte ich zwar für einen extrem überzogenen und inkorrekten Vergleich, aber wenn man den Hintergrund kennt ist dieser Wutausbruch durchaus verständlich. (Die komplette Rede von Chávez, aus der das Zitat stammen soll, ist übrigens auf deutsch nicht erhältlich. Wir müssen uns also mit dem aus dem Zusammenhang gerissenen Satz zufrieden geben.) Merkel hatte dazu aufgefordert, von Venezuela politisch und wirtschaftlich Abstand zu nehmen! Was für eine Frechheit! Aber Diktaturen wie China hofieren!

Ich will mich hier jetzt auch nicht auf die Seite Chávez stellen, da ich mit seinen Handlungen auch nicht ganz einverstanden bin, aber es ist gut, wenn die Südamerikaner endlich ihre verdiente Position behaupten und nicht nur stillschweigend die Ungerechtigkeiten des Westens ertragen.

Ob Chávez nun George Bush als den Teufel beschimpft, den spanischen Präsidenten in einer Rede unterbricht, den prowestlichen Uribe als Lügner hinstellt oder Angela Merkel mit Hitler n Verbindung bringt, dies alles sind Entgleisungen der Verzweiflung Südamerikas. Es wird Zeit, dass Südamerika aufsteht!

(Demnächst werde ich näher auf den Konflikt Westen-Südamerika eingehen und euch natürlich auch über den Gipfel in Lima so gut es geht auf dem Laufenden halten. :-) )    [...mehr]


Autor: Nina

Hugo Chávez

Kein anderer südamerikanischer Politiker ist derzeit über Länder- und Parteigrenzen hinaus so umstritten wie Hugo Chávez. Die einen sehen in ihm einen Diktator, der sich zur Durchsetzung seiner Interessen gnadenlos über bestehende Gesetze hinweg setzt. Andere dagegen feiern ihn wie einen Popstar, die erst jüngst aufgetauchten Fotos mit dem amerikanischen Supermodel Naomi Campbell sprechen eine deutliche Sprache.

Hugo ChávezDer Grund für diese innen- und außenpolitisch ambivalente Beurteilung von Hugo Chávez in fast allen Medien liegt vor allem darin, dass er eine Politik vertritt jenseits von Lobbyismus und ohne die Unterstützung von Weltwirtschaftsfonds sowie gewinnorientierten Großkonzernen. Der 1954 geborene Ureinwohner fordert mit seinem Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung auch den selbst ernannten Weltpolizisten USA heraus. Gegen deren politische, wirtschaftliche und militärische Vormachtstellung in Südamerika Chávez eine Allianz mit anderen Nachbarstaaten auf dem amerikanischen Kontinent etablieren möchte. Seine offene Solidarität mit Fidel Castro und anderen linken Staatsmännern wird ihm auf internationaler Ebene häufig negativ angekreidet. Gegen alle Widerstände konnte er sich bisher immer wieder auf die Unterstützung seiner Anhänger in den ärmeren Bevölkerungsschichten stützten. Der seit 1999 als Staatspräsident Venezuelas im Amt befindliche Chávez konnte sich während seiner Laufbahn schon zweimal retten - im Jahr 2002 als ein Generalstreik und ein Putsch das Land überrollten genauso wie 2004, als er ein Referendum ganz eindeutig zu seinen Gunsten entschied.

Diese breite Zustimmung gerade unter den ärmeren Bevölkerungsteilen hat ihren Grund in den innenpolitischen Reformen Venezuelas, die viele mit den Errungenschaften unter Salvador Allende in Chile vergleichen. Einem Großteil dieser Menschen wurde auf diese Weise erstmals hinreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medizin zuteil. Die Ärmsten der Armen haben mittlerweile ein Anrecht auf höhere Bildung, weil ihnen die Türen der staatlichen Universitäten offen stehen. Die Enteignung von Großgrundbesitzern und Ölkonzernen stieß in diesen Bevölkerungsschichten durchaus auf Gegenliebe.    [...mehr]