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Autor: Nina

Weltraumbahnhof Kourou

Letztes Wochenende, in der Nacht vom 8. auf den 9.3.2008, wurde vom europäischen Weltraumbahnhof bei Kourou in Französisch-Guayana ein erstes Cargoschiff zur internationalen Raumstation ISS geschickt. Dies ermöglicht Europa einen eigenen Eingang zur ISS und sichert somit ihre Position in der Raumfahrt enorm. Das südamerikanische Kourou hat einen erheblichen Anteil daran.

Als französisches Überseedépartement hat Europa mit Kourou den perfekten Standort für einen Weltraumbahnhof wählen können.

Kourou liegt nur rund 500 km nördlich des Äquators. Durch diesen Standort so nahe am Äquator erhält jede Rakete durch die Erdrotation eine höhere Geschwindigkeit (ca. 500 m/s mehr). An dieser Position ist es außerdem viel leichter Satelliten auf ihre Umlaufbahn zu bringen. Zusätzlich besteht keine Gefahr für die Bevölkerung, da die Starts in Richtung Meer durchgeführt werden können.

Raketenstartrampen in KourouFrankreich errichtete das “Centre Spatial Guyanais” (CSG) 1964 und noch im selben Jahr konnten die ertsen Raketenstarts durchgeführt werden. In den folgenden Jahren diente Kourou vor allem als Startpunkt für die Ariane-Raketen.

Derzeit gibt es drei Startrampen, wovon aber nur noch eine aktiv ist.

2004 haben Russland und Europa einen Vertrag geschlossen, der es den Russen erlaubt Starts von Kourou aus durchzuführen. Als Gegenleistung darf Europa die Technik der russischen Sojus-Raketen, die ab diesem Jahr von Kourou aus starten sollen, mitbenutzen.

Wenn mit dem Eingang zur ISS alles gut läuft, werden dem Cargoschiff mit dem schönen Namen Jules Verne vom Wochenende weitere folgen und Kourou wird der zentrale Zugang zum Weltall für Europa sein.

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Autor: Nina

Îles du Salut Hafen

Vierzehn Kilometer von der Küste Französisch-Guayanas entfernt, östlich von dem Space Center Kourou, befindet sich die Inselgruppe der Îles du Salut. Eingebettet in ein kobaltblaues Meer liegen die drei Inseln Île Royale, Île Saint-Joseph und die Île du Diable (die Teufelsinsel). Die Îles du Salut (dt. Inseln des Heils) verdanken ihren Namen einer Expedition von Nonnen, die sich von einer in Cayenne wütenden Gelbsuchtepedemie auf die Inseln retteten und alle überlebten.

Îles du Salut KüsteBricht sich das Meer nicht an den steilen Felsküsten, so wird ein weißer Sandstrand von Palmen gesäumt. Gleich dahinter beginnt der Dschungel, der sich die steilen Hänge hochzieht. Folgt man einem kleinen Weg aus Kieselsteinen umfängt einen ein subtropisches Klima und es wird einem schnell bewusst warum Besucher dieses vermeintliche Touristenparadies nur langsam für sich entdecken.

Vor einem erstreckt sich ein weites Areal aus Baracken und Hütten, Teilen von ehemaligen Gefängniskomplexen. Die Îles du Salut waren nämlich von 1854 bis 1946 die offizielle Strafkolonie von Frankreich. Ein Land wie Frankreich, das sich gerne Werte wie “Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit” auf die Fahne schreibt, hat über neunzig Jahre lang Sträflinge unter Bedingungen, die sibirischen Arbeitslagern gleichen, hausen lassen.

Französisch-Guayana war zu dieser Zeit ein Land mit mörderischem Klima und so fieberverseucht, dass kein französischer Bürger freiwillig in dieser Kolonie leben wollte. Deshalb wurde es kurzerhand in eine Strafkolonie umgewandelt.

Hier zu einer Strafe verurteilt zu werden, glich beinahe einem Todesurteil. Die Hälfte aller “Neuankömmlinge” starb bereits im ersten Jahr an Fieber, Gelbsucht, Ruhr oder Bandwürmern. Die anderen Überlebenden mussten in sengender Hitze täglich elf Stunden arbeiten. In allen Zellblöcken herrschte absolute Schweigepflicht und die Tatsache, dass die Wächter sogar Filzschuhe trugen, verstärkte diese gespenstische Stille noch. Die Zellentüren enthielten Klappen durch die Wasser und Brot gereicht wurde und die sich sonst nur für die tägliche Zwangsarbeit öffneten.

Die Îles Royale diente als Zentrum des Straflagers. Hier befanden sich die meisten “normalen” Gefangenen und der größte Gebäudekomple.

Auf die Île Saint-Joseph hingegen brachte man diejenigen die sich in der Kolonie eine Strafe eingehandelt hatten. Es gab dort Zellen für Einzelhaft, die kein Dach hatten, so dass der Gefangene permanent der unbarmherzigen tropischen Sonne ausgesetzt war. Viele verfielen dem Wahnsinn. Diese wurden in einen Extratrakt gebracht, dass man ihre Schreie nicht hörte. Auf Saint-Joseph befindet sich auch heute noch der Friedhof für die Wärter, Bediensteten und deren Familien. Die Sträflinge brauchten keinen Friedhof. Sie wurden einfach in Säcke eingenäht und den Haien zum Fraß vorgeworfen.

Die Île du Diable war den politischen Gefangenen vorbehalten. Hier hat auch Dreyfus seine letzten Jahre verbracht.

Durch den Kinoerfolg “Papillon” mit Steve McQueen gelangten die Îles du Salut und dieser dunkle Teil ihrer Geschichte schließlich weltweit zu makaberer Berühmtheit.

Man kann den Inseln nur wünschen, dass mehr und mehr Menschen sich trotz oder gerade wegen dieses Themas für diesen nun wunderschönen Ort interessieren.    [...mehr]