Was wären die Indigenas der Anden ohne ihre typischen Holzblasinstrumente? Und die beliebteste Flöte ist mit Sicherheit die sogenannte Quena. Zu allen möglichen Anlässen wird sie gespielt und sie begleitet viele ein Leben lang.
Besonders in Peru und Bolivien spielen die in den Anden lebenden indigenen Völker ihre traditionellen Melodien auf ihr. Die Quena, bei uns daher auch gerne Andenflöte genannt, verfügt über eine Besonderheit: Sie hat, im Gegensatz zur der uns bekannten Blockflöte, kein gesondertes Mundstück. Beim Spielen muss der Luftstrahl so exakt kanalisiert werden, damit er durch die Spalte am Anfang genau auf die sogenannte Vibrierkante trifft. Diese erzeugt dann den Ton. [...mehr]
Copacabana? In Bolivien? Ja, ich weiß, Copacabana ist der Strand in Rio.Aber nur wenige Europäer wissen wohl, dass Copacabana auch ein sehr beliebter Stadtname in Südamerika ist. Und so findet man in fast jedem Land einen Ort diesen Namens. Und einer, der unter Individualreisenden ein echter Geheimtipp ist, ist Copacabana in Bolivien.
Allein in Bolivien gibt es acht Orte, die sich Copacabana nennen, doch der bekannteste von ihnen ist Copacabana im Departamento La Paz. Hier findet man keine Bikinis oder Sonnenschirmmeere wie bei seinem Namensvetter in Rio. Auch so versteht es dieser Ort zu verzaubern.
In den Anden, auf einer Höhe von 3.820 m, liegt Copacabana direkt am malerischen und sagenumwobenen Titicacasee. Für diese Höhe ist es hier meist das ganze Jahr angenehm warm (für Touristen ), denn die Temperaturen liegen meist um die 20° C. Beschauliche und gepflegte kleine Häuschen mit wunderschönen Gärten prägen das Stadtbild. Hier geht alles einen Gang langsamer. Irgendwie hat man den Eindruck, dass alle Bewohner hier stets entspannt sind.
Einer der Kriege, der sowohl Bolivien als auch Paraguay als eine der brutalsten Auseinandersetzungen noch heute im Gedächtnis ist, ist der sogenannte Chacokrieg (”Guerra del Chaco”). Und schon damals ging es, wie heute, vor allem ums Öl.
Direkt an der Grenze zu Bolivien und Paraguay liegt das Gran Chaco, ein noch heute relativ dünn besiedeltes Gebiet. Auf dieses Territorium erhob bereits im Jahr 1852 Bolivien Anspruch und Paraguay zog nach. Seitdem bemühten sich beide Seiten in die unbewohnten Steppen- und Sumpflandschaften des Gebietes vorzudringen und dort kleine Stellungen zu errichten.
Im nördlicheren Teil von Bolivien befinden sich die Yungas, zwei langgestreckte Täler, die den Übergang vom Hochland der Anden in das tropische Tiefland des Amazonas bilden. Hier, zwischen La Paz und dem kleinen Städtchen Coroico befindet sich die wohl gefährlichste Straße der Welt, die Yungas Straße.
Von den Einwohnern wird sie nicht umsonst “El Camino de la Muerte“, also Straße des Todes, genannt, denn der holprige Weg führt durch alle möglichen Klimazonen und überwindet dabei Höhenunterschiede von 4.000 m. Die einspurige Straße führt ohne irgendwelche Begrenzungen direkt am Abgrund entlang. An den meisten Stellen ist sie nicht asphaltiert und kleine Bäche rinnen mitten durch den Weg oder man fährt unter Wasserfällen hindurch. Kein Wunder also, dass hier jährlich 100 bis 300 Menschen ihr Leben verlieren.
Nun scheint endlich ein Ende für die Auseinandersetzungen in Bolivien in Sicht zu sein. Der neu gegründete südamerikanische Staatenbund UNASUR hat am Montag hinsichtlich Bolivien getagt und stärkt Morales eindeutig den Rücken.
Es war wohl die Feuertaufe für die UNASUR, die sie mit Bravour gemeistert zu haben scheint. Die neun Präsidenten haben einen Neun-Punkte-Plan für die Stabilisierung Boliviens entworfen und fordern die Gegner von Morales zum langersehnten Dialog auf.
Nun ist es in Bolivien also soweit: Das, wovon ich euch die letzten Wochen berichtet habe, ist nun eingetreten. Der Putsch in Bolivien hat begonnen. Rechte Gruppen formieren sich, höchstwahrscheinlich organisiert von den USA und besetzen öffentliche Plätze und Gebäude. Damit wäre die Bekämpfung der Armut im Land wieder einen Schritt zurückgedrängt.
(Das folgende Video erklärt einiges…)
Rechte und faschistischen Gruppen aus den reichen Provinzen haben ihre Drohungen gegen die Regierung von Evo Morales nun wahr gemacht. Sie stürmen bewaffnet Regierungsgebäude, Flughäfen und sperren die Grenzen. Und was ist der Grund dafür? Diese Regionen sind extrem reich und Morales wollte nun diesen Reichtum neu verteilen. Nun müssten sie ihre Ressourcen mit der armen und hungernden Bevölkerung teilen. Und auch die Vereinigten Staaten würden durch Morales Politik gegen die Armut riesige Geschäfte und Einnahmen verlieren. Zudem müssen sie immer mehr die Kontrolle über Südamerika und eben auch Bolivien abgeben. [...mehr]
Nun war es endlich vorbei, das Referendum, das Evo Morales in seinem Amt bestätigen sollte. Mit einer riesen Mehrheit zeigte das Volk, dass es hinter ihm steht. Nun soll am 7. Dezember ein weiteres Referendum über die neue Verfassung entscheiden. Doch die reichen Provinzen provozieren immer mehr Chaos…
Bolivien hat viele sehr arme Regionen, obwohl es eigentlich von den Rohstoffen her ein ziemlich reiches Land ist. Aber dort ist es nicht anders als hier, nur eben etwas verstärkter und vor allem offentsichtlicher: Wenige Reiche scheffeln immer mehr, während der Rest der Bevölkerung immer ärmer wird. [...mehr]
Potosí, im 17. Jahrhundert wurde der Name der bolivianischen Stadt in einem Zug mit Berlin, London oder Paris erwähnt. Damals besaß die Stadt die reichsten Silberminen der Welt und erlebte eine unwahrscheinliche Blütezeit. Doch nach und nach begann der Verfall. Heute könnte der Tourismus der Stadt einen neuen Aufschwung verleihen.
Potosí, das ist heute in Bolivien ein zweischneidiges Schwert: Einerseits bekannt für die menschenverachtenden Arbeiten in den Minen und andererseits Hoffnung einer verarmten Region auf neuen Aufschwung durch den Tourismus. [...mehr]
Wie ich euch bereits in einem vorigen Artikel erzählt habe, hat Bolivien momentan innenpolitisch ganz schön zu kämpfen. Und gestern war es nun soweit: Das lang angekündigte Referendum sollte über den Verbleib des Präsidenten Evo Morales im Amt entscheiden.
Den ganzen Tag war ich gestern hibbelig, hab in der Nacht immer wieder nach den neuesten Nachrichten gesucht. Doch wie immer sickern Neuigkeiten aus Südamerika zu uns eher langsam durch, wobei diesmal gings… Und heute früh kam dann die Erleichterung: Morales darf im Amt bleiben. Mit, nach neuesten Schätzungen, 63% der Stimmen gewinnt er haushoch. Den Sieg widmete er “allen Revolutionären auf der Welt”. Zudem ist es auch ein weiteres Zeichen aus Lateinamerika, dass sie sich nicht länger ihrer Rohstoffe von den USA, der Weltbank, dem IWF, etc. beschneiden lassen. [...mehr]
Bei den indigenen Völkern Südamerikas unterscheidet man in die Andenvölker und die Völker des Tieflandes. Nur wenige indigene Völker haben sich bsi heute behaupten können und es sogar zur Amtssprache in ihren Ländern gebracht. Diese vier größten möchte ich euch in nächster Zeit etwas näher bringen.
Erst in den letzten Jahren hattes sie die Möglichkeit ihre Rechte zu stärken. 1984 haben sich beispielsweise indigene Völker des Amazonas zur COICA (Coordinadora de las Organizaciones Indígenas de la Cuenca Amazónica) zusammengeschlossen. Und es gelang einigen sogar (endlich!) wichtige politische Positionen zu erreichen.
Als erstes möchte ich mich also dem Volk widmen, dem auch der bolivianische Präsident Evo Morales mit Stolz (und dies zurecht) angehört, den Aymara. Sie leben im Andenraum, vor allem in Bolivien (fast 40% der bolivianischen Bevölkerung), im Norden Chiles und im Süden Perus. Ein paar leben auch in Ecuador. Diese vereinzelte Verbreitung kam wohl daher, dass die damaligen spanischen Kolonialherren viele indigene Völker verfolgt oder zwangweise umgesiedelt haben um einem Zusammengehörigkeitsgefühl vorzubeugen und damit Aufstände gegen die europäischen Eroberer zu verhindern. [...mehr]