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Autor: Nina

Politisch tut sich in Südamerika zur Zeit ja einiges. Nun haben sich die 12 südamerikanischen Staaten dieses Wochenende endlich offiziell zu einem lange geplanten Staatenbündnis zusammengeschlossen, die UNASUR.

Als ich diese Meldung gestern hörte, die in den deutschen Nachrichten zum Teil gar nicht erwähnt wurde, habe ich fast einen Luftsprung gemacht. Endlich kann der gebeutelte Kontinent langsam eine Einheit aufbauen um sich gegen den ausbeuterischen Westen und besonders die USA, den IWF und die Weltbank durchzusetzen.

Präsentation der offiziellen Flagge der UNASUR © dpa

Die UNASUR soll nach dem Vorbild der EU aufgebaut sein und allen Staaten zu mehr wirtschaftlicher und sozialer Stärke verhelfen. Die Unterzeichnung des Vertrages lief weitestgehend harmonisch ab. In fast allen Punkten waren die Staatsoberhäupter einer Meinung. Die einzige Zerreißprobe lieferte (mal wieder) Kolumbien, als Präsident Uribe sich gegen einen gemeinsamen Verteidigungsrat aussprach.

Dabei hätten sie diesen dringend nötig. Die USA verstärken nach und nach ihre Militärpräsenz aufgrund der wertvollen Rohstoffe. Dass Uribe nun den Amis Tür und Tor öffnen will, war aber fast klar, da er eine weitere Marionette der US-Regierung ist. Seine Begründung war die Terrorgefahr. Kommt uns dieser vorgeschobene Grund nicht irgendwie bekannt vor?!

Jedenfalls bleibt zu hoffen, dass die US-Regierung, die eine ähnliche Situation schon einmal in den 60er Jahren vereitelt hat, diese Chance auf Einheit nicht wieder zerstören kann. Damals hatten sie geschickt die aufkeimenden “Unabhängigkeitsbestrebungen” des südamerikanischen Kontinents durch von ihnen hofierte Diktatoren, ich sage nur beispielsweise Pinochet, Stück für Stück zurückgedrängt.

In den nächsten 90 Tagen soll ein Ausschuss nun auf jeden Fall einen neuen Vorschlag bezüglich des Verteidigungsbündnisses ausarbeiten.

Von der UNASUR erwarten sich nun alle Beteiligten endlich ihren verdienten Platz in der Welt sichern zu können. Chiles Präsidentin Michelle Bachelet, die das erste Jahr den organisatorischen Vorsitz haben soll, erklärte, dass die UNASUR zur Verbesserung der Lebensbedingungen und der Kommunikation beitragen und Konflikte, wie den zwischen Kolumbien (!), Ecuador und Venezuela im Keim ersticken solle.

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Autor: Nina

Präsidentin Michelle BacheletNeben Cristina Fernández de Kirchner in Argentinien, hat mit Michelle Bachelet ein weiteres südamerikanisches Land eine Frau als Staatsoberhaupt. Doch im Gegensatz zu den krisengebeutelten Nachbarländern und der Finanzmisere Argentiniens, entwickelt sich Chile nach und nach zu einem wirtschaftlich und politisch stabilen Land.

Über fünfzehn Jahre nach der Diktatur General Pinochets beginnen die Wunden langsam zu heilen. Bachelet spricht von einer Politik der “Wiederbegegnung”. Von einer Versöhnung könne aber noch nicht die Rede sein.

Michelle Bachelet, 1951 in Santiago de Chile geboren, ist schon fast eine Symbolfigur für den politischen Wandel im Land. Ihr Vater, ein Luftwaffengeneral und fast jedem Chilenen ein Begriff, hielt auch nach dem Militärputsch zu Salvador Allende und wurde von Pinochets Anhängern daraufhin verhaftet und zu Tode gefoltert.

Nach der Ermordung ihres Vaters floh sie zusammen mit ihrer Mutter über Australienin die DDR. An der Universität Leipzig begann sie Germanistik und Medizin zu studieren. Letzteres beendete sie dann an der Humboldt Universität in Berlin und wurde Kinderärztin.

1979 kehrte Bachelet dann in ihre Heimat zurück und trat, trotz fortwährender Diktatur, der Sozialistischen Partei bei . Die Rückkehr war nur möglich, da ihr damaliger Mann, mit dem sie ein Kind hat, Anhänger Pinochets war. An diesem Konflikt ist die Ehe dann wohl auch zerbrochen.

Von 1994 bis 1997 arbeitete sie im Gesundheitsministerium und 1998 wechselte sie, nach einer militärischen Fortbildung in den USA, in das Verteidigungsministerium Chiles. 2000 wurde sie zur Gesundheitsministerin und 2002 als erste Frau in der Geschichte des Landes zur Verteidigungsministerin ernannt.

Als eine der populärsten Politiker setzte sie sich dann 2006 schließlich gegen die rechte Alianza por Chile durch und wurde zur neuen Präsidentin Chiles.

Nachwievor steigt Michelle Bachelets Popularität im Land stetig. Sie führt durchsetzungsstark eine Reform nach der anderen gegen die letzten Überbleibsel der Pinochetanhänger ein und verfolgt demonstrativ eine linke Politik, die dem krisenerprobten Land gut zu tun scheint.

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