» Argentinien

Autor: Nina

Der Autor Pablo de Santis ist in seiner Heimat Argentinien sehr bekannt. Seine tolle Mischung aus Ironie, Krimi, Realität und Fiktionschwappt in den letzten Jahren nach und nach auch zu uns nach Europa. Doch bisher sind nur vier seiner doch sehr zahlreichen Werke ins Deutsche übersetzt. Eines davon ist sein wohl berühmtester Roman “Die Fakultät”.

Nach seinem Studium der Literaturwissenschaften hat Esteban Miró zunächst nur ein Problem: das liebe Geldverdienen. Zum Glück besorgt ihm seine Mutter, eine ehemalige Professorin, einen Posten als Biblothekar im Institut für Nationlae Literatur an der Uni von Buenos Aires.

Diesem Institut steht Professor Emiliano Conde vor. Dieser ist ein leidenschaftlicher Anhänger des Schriftstellers Homero Brocca. Doch mit Brocca gibt es leider nur ein Problem, was aber wohl auch seinen Ruhm ausmacht: Niemand weiß, ob er überhaupt je gelebt hat und, was er genau geschrieben hat. Von ihm gibt es nur einen bekannten Text, der aber in unzähligen Versionen, Kopien und Fälschungen existiert. Brocca selbst ist angeblich bei einem Schiffsunglück ertrunken. Doch ist das wirklich passiert?    [...mehr]


Autor: Nina

Hier in Europa sind nur wenige südamerikanische Politiker bekannt, doch Juan Domingo Perón ist fast allen ein Begriff. Und wenn nicht er, dann bestimmt seine zweite Ehefrau Eva, besser als Evita bekannt (zu ihr demnächst mehr).

Perón wurde am 8. Oktober 1895 in eine Familie argentinischer Viehzüchter geboren. Schon früh begann er sich für das Militär zu begeistern und schloss dann auch 1913 die Militärschule als Unterleutnant der Infanterie ab, worauf ein Studium an einer Militärhochschule folgte.

1930 wurde er Mitglied des Generalstabs des Heeres und Titularprofessor für Militärgeschichte. Im selben Jahr beteiligte er sich an einem Putsch gegen den damalige Präsidenten und war in dieser neuen Regierung Privatsekretär des Kriegsministers. Bis 1939 sollte er als Militärattaché in mehreren Staaten Europas tätig sein. Unter anderem war er auch in Italien und Deutschland, wo er den aufkommenden Faschismus erlebte und sich davon sehr begeistert zeigte, eine Einstellung, die er lange Zeit später überdenken sollte.    [...mehr]


Autor: Nina

Noch heute ist der Tango Ausdruck von getanzter Leidenschaft. Er vermittelt Sehnsucht, Melancholie, Erotik und einen Hauch von Veruchtheit. Er ist ein gesellschaftsfähiger Standardtanz, doch die Wurzeln des Tangos liegen im kriminellen und armen Milieu. ango bedeutete Auflehnen gegen die Oberschicht im Argentinien Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts.

Die soziale Situation in Argentinien war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts alles andere als leicht. Besonders am Rio de la Plata im Großraum Buenos Aires und Montevideo trafen eine Vielzahl von unterschiedlichen Kulturen und Völkern aufeinander.    [...mehr]


Autor: Nina

Im Jahr 1982 erregte eine kleine Inselgruppe an der Atlantikküste Argentiniens weltweites Aufsehen. Denn mitten in den kalten Krieg hinein platzte eine weitere Krise. Der Ausgang des Krieges um die Falklandinseln (oder auch Malwinen genannt) konnte für beide Beteiligten, also Argentinien und Großbritannien, eine politische Umwälzung und so eine Krise bedeuten.

Der Konflikt um die aus 200 Inseln bestehende Inselgruppe reicht bereits bis ins 18. Jahrhundert hinein. Die Spanier vertrieben damals die Briten und die Franzosen von den Falklandinseln. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahm Argentinien, das sich als rechtmäßiger Nachfolger der Spanier verstand, die Malwinen in Besitz. Doch 1833 besetzte Großbritannien sie einfach wieder. Es ist fast klar, dass dieses Hin und Her früher oder später in einer kleinen Katastrophe enden muss.    [...mehr]


Autor: Nina

Im Südwesten Argentiniens liegt einer der wohl mysteriösesten Ort Patagoniens, die Cueva de las Manos (”die Höhle der Hände”). Hier haben sich Ureinwohner vor fast 9000 Jahren im Fels verewigt.

Inmitten der patagonischen Steppe gelegen, eingebettet in eine Landschaft, die überraschend vielfältig ist, gibt es einen langen Pfad, der an steilen Steinwänden, kleinen Höhlen und Felsvorsprüngen vorbeiführt. Unten, in rund 90 m tiefe, braust der Rio Pinturas an einem vorbei, und neben einem reiht sich eine Zeichnung an die andere.

In rot, weiß, ocker und schwarz wurden 829 Hände auf die Felswände gemalt. Daneben werden auch noch Jagdszenen und andere Motive gezeigt. Es ist wirklich beeindruckend und verleiht einem ein komisches Gefühl wenn man sich überlegt, dass diese Hände von Menschen stammen, die hier vor über 9000 Jahren gelebt haben und dass sie dafür noch so gut sichtbar sind.

Bis heute ist die Bedeutung der Hände unklar, auch warum es, bis auf 36 rechte Handabdrücke, sonst nur linke sind. Sie sehen schon irgendwie bizarr aus und man möchte zwangsläufig in deren Welt abtauchen.

Abbild der Hände © losmejoresdestinos

Das einzige Manko ist wiedereinmal, dass, dank etlichen gedankenlosen Souvenirjägern und Witzbolden, ein Zaun vor den Wänden steht, der die fast sakrale Stimmung etwas trübt.

Die Höhle und Felswände erreicht man am besten per Auto oder man macht eine Wanderung durch den Canyon. Besonders morgens ist dies ein besonderes Erlebnis, Es ist noch nicht so heiß, die Sonne leuchtet die Bilder optimal aus und man kann die wunderschöne Landschaft und einen tollen Ausblick genießen.

Seit 1999 gehört die Cueva de las Manos zum UNESCO Weltkulturerbe.    [...mehr]


Autor: Nina

Karamelo SantoFür Ska- und Reggae-Freunde wahrscheinlich schon seit längerem ein Bergriff, mausert sich die argentinische Band Karamelo Santo immer mehr zum allgemein bekannten Exportschlager Südamerikas.

Ihre Songs sind eine extrem tanzbare Mischung aus Ska, Reggae, Punk, Rock, Salsa und Cumbia. “Das heilige Bonbon”, so der Bandname auf deutsch, zeugt auch von dem schrägen Humor der Musiker, den sie immer wieder bei Life-Auftritten und in ihren Videos unter Beweis stellen.

Gegründet hat sich die Band 1993 in Mendoza, der heimlichen Kulturhauptstadt Argentiniens. Ihr Debütalbum “La Kulebra” produziert die Band selbst. Es wurde 1995 veröffentlicht und schnell zu einem Geheimtipp der ansässigen Ska-Szene.

Überhaupt ist der Band ihre Eigenständigkeit bei der Musik bis heute sehr wichtig. (Und zurecht, nur so kann man Gutes produzieren und für seine Kunst einstehen!)

Cover zum aktuellen Album “La Gente Arriba”1997 ziehen die Bandmitglieder alle zusammen in ein eigenes Haus in Buenos Aires, das natürlich auch ein Studio enthält. Hier können sie schöpferisch tätig werden, wann und wie sie wollen. Und das merkt man ihrem Sound auch an. Er sprudelt vor Kreativität und einer Lust am Zusammenspiel.

Sie produzieren hier auch andere Bands, wohl auch um ihre Kosten decken zu können.

Manu Chao nimmt sie mit auf seine Tournee und besiegelt so auch ihren Ruhm in anderen Ländern. Aus der Zusammenarbeit entsteht eine Freundschaft und so ist Manu Chao zum Beispiel auf ihrem dritten Album “Los Guachos” als Gastsänger bei zwei Songs mit von der Partie.

Inzwischen spielen Karamelo Santo auf Festivals neben Bands wie Metallica oder Depeche Mode.

Ich kann jedem diese Band nur wärmstens empfehlen. Gute Laune pur, gerade wo der Sommer ja nicht mehr so weit ist…

Diskographie:

- “La Kulebra” (1995)

- “Perfectos Idiotas” (1997)

- “Los Guachos” (2001)

- “Haciendo Bulla” (2004)

- “La Gente Arriba” (2006)

- “Antena Pachamama” (2007)    [...mehr]


Autor: Nina

Alfajores auf einem argentinischen Markt © morrissey

Die Alfajores sind ein taditionelles argentinisches Gebäck, das die spanischen Eroberer in das Land mit sich brachten.

Für rund 20 Alfajores braucht man:

- 250 g Maisstärke (Maizena)

- 200 g Mehl

- 1/2 TL Natron

- 2 TL Backpulver

- 150 g Zucker

- 200 g Margarine

- 3 Eigelb

Alfajores fertig verpackt © jonny.hunter- 1 EL Cognac

- 1 EL Vanille-Extrakt

- Abrieb von 1 Zitrone

- “Milchkonfitüre” (Dulce de Leche)

Die Maisstärke, das Mehl, das Natron und das Backpulver miteinander mischen. Dann die Margarine und den Zucker verrühren und beim Schlagen langsam nach und nach das Eigelb hinzufügen.

Nun den Cognac, das Vanille-Extrakt und die Zitronenschale daruntermischen. Die “Mehlmischung” mit “dem Flüssigen” zu einer zähen Masse verkneten. Dies geht am besten mit den Händen.

Jetzt rollt man den Teig dünn aus und sticht anschließend runde Plätzchen aus.

Den Ofen auf 180° C vorheizen und die “Kekse” 10 bis 15 Minuten backen. Wichtig dabei ist, dass sie nicht braun werden dürfen.

Nachdem sie ausgekühlt sind, bestreicht man eines mit Dulce de Leche und setzt ein anderes oben drauf.

Tipp: Den Rand kann man auch noch zusätzlich durch Kokosflocken rollen.

Viel Spaß beim Genießen!

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Autor: Nina

Anden © quinetDie Anden sind mit 7.500 Kilometern Länge die längste Gebirgskette der Welt. Sie verlaufen entlang der südamerikansichen Westküste von Venezuela im Norden über Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Argentinien bis zum südlichsten Ende Chiles.

Der Aconcagua in Argentinien ist mit 6.962 Metern der höchste Berg der Anden. Die Gebirgskette ist extrem erdbebengefährdet. Wohl auch weil sie ein Ort starker vulkanischer Aktivitäten ist. Hier liegen die höchsten Vulkane der Erde, zum Beispiel der Monte Pissis in Argentinien mit einer Höhe von 6.795 Metern. Postvulkanische Erscheinungen wie Geysire prägen ebenfalls das Landschaftsbild.

Inka-Ruinenstadt Machu Picchu in Peru © Fran-cis-caDas Klima vom Fuße der Anden bis zu den Gipfeln variiert enorm. So sind die Täler vom dicht bewachsenen tropischen Regenwald gekennzeichnet. Aufgrund des extrem heißen und feuchten Klimas ist dieser Raum nur spärlich besiedelt.

Kommt man weiter nach oben, dünnt sich der Regenwald langsam aus und geht in einen tropischen Höhenwald über, von dem weite Teile aber dem Ackerbau weichen mussten. Dieser Bereich in 2.000 bis 3.500 Metern Höhe ist der Hauptsiedlungsraum der Anden.

Lamas © Fran-cis-caAlles, was höher liegt, befindet sich jenseits der Baumgrenze und wird vor allem als Weideland für die Lamas und Alpakas benutzt. Bei ca. 5.000 Metern beginnt dann die Schneegrenze.

Andenbewohner © blablaurghKulturell unterscheiden sich die Andenvölker sehr von den im Flachland und im Urwald lebenden Einwohnern. Das Zentrum des Inkareiches befand sich im mittleren Teil der Anden und ihre Spuren sind in der heutigen Kultur der Andenbewohner noch sichtbar. Aber am bekanntesten sind sie wohl für ihre von Flöten geprägte Musik.

Reiseunternehmen bieten inzwischen Abenteuertrips durch die Anden an.    [...mehr]


Autor: Nina

Christina Fernandez de Kirchner bei Amtseinweihung © wikimedia

Cristina Elisabet Fernández de Kirchner hat am 10. Dezember 2007 das argentinische Präsidentenamt als Nachfolgerin ihres Mannes Néstor Kirchner angetreten und ist so nach vielen Jahrzehnten wieder die erste Frau im argentinischen Präsidentenamt.

Sie ist Mitglied der Peronistische Gerechtigkeitspartei PJ, die man jetzt unter Kirchner als christdemokratisch-sozial einstufen kann (Vergleiche mit unserem Parteiensystem sind eher heikel, soll hier aber dem näheren Verständnis dienen). Kirchner will kontinuierlich an der Politik ihres Mannes festhalten, der die Wahl zu einer zweiten Amtszeit abgelehnt hat.

Cristina Fernández de Kirchner, 1953 in La Plata geboren, hat Rechtswissenschaften studiert und wurde in den siebziger Jahren Mitglied der Peronistischen Partei. Mit der Wahl ihres Mann 1987 zum Bürgermeister von Río Gallegos begann sie selbst sich politisch zu engagieren. Nach dem Einzug in das Regionalparlament von Santa Cruz, vertrat sie die Provinz in der Abgeordnetenkammer des Argentinische Kongresses. Schließlich wurde sie in den Senat gewählt.

Während der Amtszeit ihres Mannes fungierte sie ihm als wichtige Beraterin und war zudem Chefin der Mehrheitsfraktion des Senats. Nach und nach hat ihr Mann sie als seine potentielle Nachfolgerin aufgebaut und sie wurde schließlich mit 45,3% zur neuen Präsidentin Argentiniens gewählt.

Aber ihre Regierung ist im Land durchaus umstritten. Viele Einwohner gingen gar nicht zur Wahl, obwohl dies in Argentinien Pflicht ist, und so kam es zur niedrigsten Wahlbeteiligung seit Wiedereinführung der Demokratie.

Das größte Problem ist wohl, dass das argentinische Parteiensystem extrem zerrüttet ist. Die ehemalige sozialdemokratische Regierungspartei UCR hat nur noch sehr wenige Anhänger und ist somit chancenlos und in der Peronistischen Partei streiten sich rechte und ultrarechte Flügel.

Aber immerhin ist es Néstor Kirchner zu verdanken, dass sich Argentinien langsam beginnt sich von der schwersten Wirtschaftskrise der vergangenen hundert Jahre zu erholen. Doch die Inflation ist nach wie vor sehr hoch und wird wohl Cristina Fernández de Kirchner am meisten Schwierigkeiten bereiten.

Man kann nur hoffen, dass Argentinien mit Frau Kirchner den zwar langsamen, aber aufsteigenden Kurs fortführen kann.

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Autor: Nina

Trikot brasilianische Nationalmannschaft

Südamerika ist fußballverrückt, das ist keine Neuheit. Doch welche der Nationen auf der Südhalbkugel ist fanatischer, wenn es darum geht, das Runde in das Ecke zu balancieren? Brasilien ist mit bisher fünf Weltmeisterschaftstiteln Rekordweltmeister in seinem Nationalsport.

Brasilianische FansJedes Kind kann Fußball spielen und an jeder Ecke in den brasilianischen Städten wird der Sport ausgeübt. Pelé, Ronaldo und Ronaldinho sind nur einige Namen von Fußballern, die auch über die Grenzen Brasiliens hinaus bekannt sind. Doch wie sieht es weiter südlich der Copacabana aus? Im Nachbarland Argentinien ist Fußball nicht weniger bekannt und beliebt. In diesem religiösen Land wird ein Tor mit der Hand mal eben mit der “Hand Gottes” entschuldigt, wenn ein Spieler wie Diego Maradona anstatt des Fußes einen anderen Körperteil benutzt.

Zahlreiche Profivereine verteilen sich über das gesamte Land von Buenos Aires bis Feuerland, doch nur zwei Vereine werden bei den Fans wirklich wahr genommen: Boca Juniors und River Plate, beides Mannschaften aus der Hauptstadt. Der eine reich und elitär, der andere aus einem Armenviertel mit dem Ehrenmitglied Maradona. Wenn diese beiden Teams im so genannten Superclasico aufeinander treffen, dann gibt es im gesamten Land kein Halten mehr.

Dieses Ereignis ist bei den Argentiniern nur noch dadurch zu übertreffen, indem die Nationalmannschaft gegen den portugiesischsprachigen Nachbarn aus dem Norden antritt. Brasilien gegen Argentinien ist immer ein hochbrisantes Duell der beiden südamerikanischen Spitzenvereine. Treffen diese beiden Mannschaften aufeinander, sei es in der Weltmeisterschaft oder in der Südamerikameisterschaft, dann herrscht auf den Straßen beider Länder der Ausnahmezustand. Und egal, wie das Spiel ausgeht: Unentschieden steht es immer, wenn es um die Fußballverrücktheit beider Nationen geht.    [...mehr]


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