Suriname - Im kleinsten Land Südamerikas wird noch holländisch gesprochen

Autor: Nina

Was fällt euch ein, wenn ihr an das Land Suriname denkt? Wie nichts? Die wenigsten wissen wohl, dass es überhaupt in Südamerika liegt. Obwohl es doch bis vor 33 Jahren noch zu einem unserer Nachbarländer gehörte, nämlich zu den Niederlanden.

Die meisten assoziieren Südamerika wohl vor allem mit Spanien oder Portugal, aber noch heute gibt es drei kleine Länder, die sich sprachlich und kulturell, bedingt durch die Kolonialzeit, von ihren Nachbarländern stark abgrenzen, Französisch-Guayana (Amtssprache Französisch), Guyana (Amtssprache: Englisch) und eben Suriname (Amtssprache: Niederländisch).

Suriname ist das kleinste Land Südamerikas. Es liegt zwischen Französisch-Guayana und Guyana und grenzt im Süden an Brasilien. Und auch bevölkerungsteschnisch ist das Land heute nur noch sehr dünn besiedelt, insgesamt nur rund 500.000 Einwohner. Die meisten Menschen leben in und um die Hauptstadt Paramaribo und in kleineren Dörfern und Staädten, die sich um die Gold- oder Bauxitminen des Landes angesiedelt haben.

Der erste Europäer, der nach Suribname kam, war 1498 Christoph Columbus. 1651 erbauten hier die Engländer eine dauerhafte Kolonie. Im Jahr 1667 nahmen dann die Niederländer die Kolonie ein. Die Engländer mussten gehen, durften dafür aber die gerade eroberte Kolonie Neu-Amsterdam, das heutige New York City, behalten. ;-)

Guyana, Französisch-Guayana und Suriname bildeten damals dann zusammen Niederländisch-Guayana. In der Zeitv also die Niederlande an Frankreich angeschlossen waren besetzten die Briten von 1799 bis 1802 und von 1804 bis 1815 Niederländisch Guayana. Nach der Niederlage Napoleons, fielen die drei Länder in ihre heutigen Grenzen auseinander. Guyana wurde britisch, Französisch-Guayana durfte bei Frankreich bleiben und Suriname wurde an die Holländer zurückgegeben.

1863 wurde in Suriname dann offiziell die Sklaverei abgeschafft, aber die Sklaven mussten noch zehn weitere Jahre auf den Plantagen schufften. Als diese Zeit abgelaufen war, verließen viele das Land und es wurden Arbeiter aus China, Indien und dem heutigen Indonesien geholt. Diese unterschiedlichen kulturellen Einflüsse bestimmen noch heute das Bevölkerungsbild Surinames, das sehr heterogen ist und sich ein wenig vom Rest des Kontinent unterscheidet. Fast 28% der Bevölkerung sind indischer Herkunft, 17% Kreolen und dann gibt es noch einihe Chinesen, indigene Völker, Europäer und christliche Araber.

Dementsprechend ist auch das Stadtbild von Paramaribo geprägt: Es gibt Synagogen, Moscheen, Krichen oder Tempel, denn 40% der Einwohner sind Christen, fast 20% sind Hindus und 14% Muslime.

Nachdem Suriname 1975 endlich von den Niederlanden unabhängig wurde, musste es, wie viele andere südamerikansische Länder durch eine brutale Militärdiktatur. 1980 kam es zum Militärputsch. Die Lage im Land spitzte sich in dieser Zeit immer mehr zu, bis es schließlich 1987 ein Ende hatte (Details dazu demnächst :D ). Danach hat sich wieder eine demokratische Ordnung herausgebildet.

Da Suriname ein besonders kleines Land ist, das, wie gesagt, nur sehr dünn bevölkert ist, ist der größte Teil von Urwald bedeckt, der bis heute vom Menschen noch relativ unberührt ist. Hier hat sich so im Laufe der Jahre eine beachtliche Vielzahl an Tieren und Pflanzen entwickeln können.

Suriname ist ein ruhiges und leider nur sehr wenig beachtetes Land, das trotzdem, oder gerade deshalb, sehr faszinierend ist.




andere interessante Beiträge

avatar
helmut schreibt
am 22. Januar 2010 um 19:39 Uhr

surinam kannte ich bisher nur vom namen. beim “ersten kontakt” diese bilder mit dieser musik- super eindruck! da bekomme ich richtig gas mich weiter mit diesem fleckchen erde zu beschäftigen

Deine Meinung:

  Name [*]

  Email [*]

  Website

Kommentar schreiben: