Südamerika: Sojaanbau in Brasilien – Auswirkungen auf die Natur
Die Welt braucht Soja, nicht etwa um die Vegetarier mit Tofu zu versorgen, sondern als günstiges Kraftfutter für Tiere. Nach den USA gehören Brasilien und Argentinien zu den größten Produzenten. Ein Viertel des weltweiten Bedarfs wird allein durch Brasilien abgedeckt, auf Kosten der Umwelt.
Während der Sojaanbau zu Beginn auf Brasilien beschränkt war, weitet er sich seit den 80er Jahren immer weiter aus. Heute zieht sich der sogenannte Sojagürtel weiter durch Argentinien, Paraguay, Bolivien und Uruguay.
Wer verdient an der Sojaproduktion in Brasilien?
Was mit ein paar Feldern kleiner Bauern begann ist heute zu einem riesigen Industriezweig geworden. Der Sojaanbau wird mittlerweile in vielen Teilen Südamerikas, insbesondere in Brasilien, im ganz großen Stil betrieben. Das Geld verdienen schon lange nicht mehr die kleinen Landwirte, es sind die großen Unternehmen aus den USA und auch aus Deutschland, die von der begehrten Sojabohne profitieren. Dafür wird die grenzenlose Ausbeutung der Natur in Kauf genommen.
Zu den Hauptabnehmern gehören China und die EU. Allein im europäischen Raum werden 90 Prozent des Sojaanbaus für die Tierhaltung verwendet, es wird verfüttert. Die Nachfrage erlebte nach dem BSE Skandal und dem darauffolgenden Verbot von Tiermehl nochmal einen zusätzlichen Boom.
An dem genmanipulierten Soja verdienen viele mit: Zum einen die Firmen, die das Saatgut produzieren, zumeist sind sie auch an der Produktion geeigneter Pestizide beteiligt, allen voran das US-Unternehmen Monsanto. Aber auch Bayer und BASF verdienen mit, wenn giftige Pestizide über einstige Ökosysteme Brasiliens verteilt werden.
Cargill, ein amerikanisches Unternehmen das landwirtschaftliche Erzeugnisse handelt, hat im brasilianischen Raum stark investiert. In Brasilien hat das Unternehmen einen Hafen am Rio Tapajós, sowie eine Verarbeitungsanlage für Soja bauen lassen. Zusammen mit einer Straße die als Zulieferungsweg von der Regierung finanziert wurde, kann das Soja nun ideal verschifft werden. Um die Produktion voranzutreiben, subventioniert Cargill den Anbau von Soja. Teile des Unternehmens wurden vor einigen Jahren von Monsanto aufgekauft.
Zudem verdienen die Betreiber der riesigen Sojaflächen und die Regierung am Export kräftig mit.
Es gibt also viele, die finanziell vom Sojaanbau profitieren, wie so oft sind es die Großen und nicht die Kleinen, denen die Nachfrage zu Gute kommt.
Auswirkungen der Sojaproduktion
Immer größer werden die Flächen, die für den Anbau benötigt werden. Alleine um den Bedarf von Deutschland zu decken, wird eine Fläche von der Größe Brandenburgs benötigt. Um ein Viertel der weltweiten Nachfrage zu befriedigen, braucht es demnach riesige Flächen, die allein dem Sojaanbau dienen. In Brasilien sind das vor allem die Savannen Cerrados.
Einst waren die Cerrados eines der biologisch vielfältigsten Ökosysteme der Erde. Heute schätzen Experten, dass durch den Raubbau an der Natur 50 bis 80 Prozent bereits zerstört wurden. Die Wälder der Cerrados werden gefällt, um platz für noch mehr Soja zu machen. Das zerstört die Natur gleich doppelt: Zum einen sind die Wälder weg, zum anderen entstehen durch den fehlenden Schutz immer stärkere Überschwemmungen.
Nicht nur die Natur leidet unter der übermäßigen Sojaproduktion. Einst lebten in den Cerrados etwa 50 unterschiedliche indigene Bevölkerungsgruppen, fast alle mussten dem Soja weichen.
Im Jahr 2006 einigten sich Umweltorganisationen und Sojaproduzenten darauf, die Ausbeutung nicht noch weiter voranzutreiben, neue Flächen nutzbar zu machen, insbesondere in den Cerrados Savannen und im Amazonas-Gebiet, sollte Tabu sein.
Leider nur leere Worte. Die Produktion geht weiter, zu Gunsten der Wirtschaft und der hiesigen Fleischproduktion, zu Lasten der Umwelt Südamerikas und der Bewohner nutzbarer Gebiete.Mehr dazu gibt es hier.
