Sucre - Wiege Boliviens und “weiße Stadt” in den Anden

Autor: Nina

Wohl keine andere Stadt Südamerikas hat dieses besondere Flair wie Sucre. Die heitere Gelassenheit der 240.000 Bewohner steckt jeden Besucher sofort an und man kann sich ihr zwischen den alten, weißen Häusern ganz hingeben.

Ohne Übertreibung kann man Sucre in Bolivien als eine der schönsten Städte Südamerikas bezeichnen. Ihre Häuser sind noch aus der Zeit der spanischen Eroberer erhalten und so schwebt man hier stets zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Geschichte Sucres ist eng mit dem Schicksal des Kontinents verknüpft, denn zunächst war sie verschwenderischer Dreh- und Angelpunkt für die Gier der Spanier nach Silber und dann war sie das Zentrum der Unabhängigkeitskämpfe Simón Bolívars.

Früher hieß Sucre La Plata, was Silber auf spanisch bedeutet, denn im nahe gelegenen Potosí befanden sich die größten Silberminen der Welt und Sucre diente als Sitz all jener, die neben Potosí selbst von dem Reichtum profitierten. Diese Spanier statteten Sucre mit allem nur erdenklichen Luxus aus, was man noch heute anhand der Bauten sehen kann.

Doch dann kam Simón Bolívar und führte den spanischen Teil Südamerikas im Jahr 1825 zur Unabhängigkeit, was er in Sucre feiern konnte. Die Stadt bekam ihren Namen von einem von Bolívars ersten Generälen, Antonio José de Sucre. Kurz darauf wurde hier auch die Unabhängigkeit Boliviens unterzeichnet und das Land nach dem Vater der Revolution Bolívar benannt.

Bis zum Jahr 1898 blieb Sucre dann die Hauptstadt des Landes, bis die Silberminen von Potosí langsam versiegten und der Regierungssitz wegen der zusätzlich schlechten Verkehrsanbindung der Stadt und des Bürgerkriegs nach La Paz verlegt wurde. Sucre ist heute aber immer noch der Sitz des Obersten Gerichtshofs.

Sucre selbst hat der Regierungswechsel nur wenig geschadet, denn das Flair und die besonderen Bauten blieben. Heute bestimmen diese Atmosphäre vor allem die über 13.000 Studenten aus dem ganzen Land, die an der Universität San Francisco Xavier de Chuquisaca studieren. Diese genießt einen guten Ruf und wurde 1624 gegründet, was sie 24 Jahre älter als das angesehene Harvard macht.

Man nennt Sucre nicht umsonst die “weiße Stadt” der Anden, denn ihre weißen Häuser und Plätze bestimmen das Bild der Altstadt, die sogar zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Die Stadt liegt auf einer Höhe von rund 2.800 m, weshalb das Klima hier fast das ganze Jahr hindurch mild und sehr angenehm ist. So kann man ganz entspannt durch die gepflegten Parkanlagen flanieren oder sich einen der vielen historischen Schauplätze mit Museum näher anschauen.

Sucre ist eine echte kleine Traumstadt und auf jeden Fall einen längeren Besuch wert um dieses besondere Flair ganz in sich aufnehmen zu können.




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