Simón Bolívar - “Der Befreier” Südamerikas

Autor: Nina

Er ist DER Volksheld in vielen Ländern Südamerikas, Simón Bolívar. Nach ihm ist sogar ein ganzes Land benannt, Bolivien, und auch die neue politische Gegenbewegung Südamerikas gegen den Neoliberalismus begründet sich auf ihm, der Bolivarismus (dazu in Kürze mehr).

Simón Bolívar hat Südamerika von der spanischen Kolonialherrschaft befreit und weite Teile in die Unabhängigkeit geführt, weshalb die Südamerikaner ihn auch “El Libertator“, den Befreier nennen.

Er wurde am 24. Juli 1783 in Caracas, Venezuela, geboren. Als Sohn einer reichen kreolischen Familie genoss er eine gute Ausbildung und hatte so schon früh die Chance zusammen mit seinem Vater Reisen durch Europa zu unternehmen, wo er dann auch in Spanien seine Ausbildung fortsetzte. Es folgten Aufenthalte in Deutschland und Frankreich, wo ihm die Politik Napoleons sehr imponierte.

In seiner Heimat entsatnd nach und nach ein neues Nationalbewusstsein und somit auch einige Unabhängigkeitsbewegungen gegen die spanische Kolonialherrschaft. Wieder zuhause schloss sich Bolívar einer Widerstandsjunta an. 1810 kündigte diese die Selbstverwaltung Venezuela an und schickte Bolívar zu Verhandlungen nach Großbritannien. Die Unabhängigkeitsbestrebungen konnte Spanien natürlich nicht dulden und es kam zu ersten Kämpfen in den Kolonien.

Im Jahr 1811 erklärte Venezuela die Unabhängigkeit und rief die Erste Republik aus. Doch der Führer der Junta musste sich ein Jahr später den Spaniern ergeben und Bolívar floh nach Cartagena.

1813 begannen die eigentlichen Befreiungskämpfe. Neu-Granada (das heutige Kolumbien und Panama) schloss sich Venezuela an. Simón Bolívar führte die Truppen an, es gelang ihm ein triumphaler Sieg über die Spanier und so rief er die Zweite Venezolanische Republik aus. Schon zu dieser Zeit wurde er im Volk “El Libertator” genannt. Doch als er Cartagena mit seinen Truppen erobern wollte, konnten die Spanier in einige Gebiete wieder vorstoßen und es gab auch noch politische Zerwürfnisse in den eigenen Reihen. Bolívar musste ins Exil nach Jamaica gehen. Doch der dortige Präsident unterstützte seine Bestrebungen und so konnte er gestärkt zurückkehren.

1819 war Neu-Granada befreit. Zwei Jahre später gründete er die Republik Großkolumbien, zusammengesetzt aus Ecuador, Neu-Granada und Ecuador. Bolívar selbst machte sich zum Präsidenten.

1822 kam es zu einem legendären Treffen: Bolívar stieß auf den argentinischen General José de San Martín, der zur selben Zeit die Befreiung von Chile und Argentinien erreicht hatte. Zusammen wollten sie Peru zurückerobern und es gelang ihnen. Daraufhin übertrug San Martín Bolívar den Befehl über seine Truppen und zog sich aus den Befreiungskriegen zurück. Peru ernannte Simón Bolívar zum Diktator, woraufhin er politische und militärische Neuordnungen vornahm.

1824 konnten Bolívars Truppen die Spanier endgültig aus Südamerika vertreiben. Ein Teil von Peru, Alto-Peru, nennt sich nach ihrem Befreier in Bolivien um. Doch innerhalb Großkolumbiens kommt es immer mehr zu politischen Streitigkeiten, die die noch junge Republik zu zerstören drohen. Bolívar ändert daruafhin die Verfassung, welche seine Präsidentschaft auf Lebenszeit und das Recht auf Ernennung einens Nachfolgers beinhaltet. Doch damit stachelt er seine Kritiker nur noch mehr an. 1928 ernennt er sich zum Diktator und entgeht daruafhin nur knapp einem Attentat.

Es kommt immer mehr zu Aufständen, die seinen Einfluss für zu groß halten. 1930 muss Bolívar von all seinen Ämtern zurücktreten. Er möchte ins Exil gehen, doch ehe er es kann, stirbt er am 17. Dezember 1930 an Tuberkulose. Heute befindet sich sein Grab in Caracas.

Nach seinem Tod zerfällt Großkolumbien in die Staaten Ecuador, Venezuela und Kolumbien. Schon in den 1840er Jahren setzt eine Heldenverehrung von Bolívar ein.

Heute ist er ein Nationalheld, einige Städte sind nach ihm benannt, es gibt unzählige Denkmäler, Bolivien heißt nach ihm, der volle Name Venzuelas ist eigentlich “Bolivarische Republik Venezuela” und die neuen “Befreiungsbestrebungen” Südamerikas nennen sich Bolivarismus.




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