Show um den EU-Lateinamerika-Gipfel

Autor: Nina

Gestern ist er zu Ende gegangen, der vielbesungene und -diskutierte EU-Lateinamerika-Gipfel in Lima. Es wurde einiges darüber berichtet, Skandale wurden geschürt und dann war doch alles schön. Doch was kam bei dem Gipfel nun eigentlich heraus?

Bis zum Jahr 2015 soll die Armut in Lateinamerika um die Hälfte reduziert werden und man will sich zudem noch verstärkt für den Klimaschutz einsetzen. Toll! Das klingt ja alles ganz schön. Aber hat man in den Medien noch etwas darüberhinaus gehört? Da sitzen rund 2000 wichtige Regierungs- und Handelsvertreter zwei Tage lang zusammen rum und man will uns weiß machen dies sei das Ergebnis? Da haben sie sich aber lange Zeit einfach angeschwiegen, oder?!

Demo zum “Gipfel der Völker” - Kein Landraub für Tempo © robinwood

Vielmehr dient der Gipfel dazu den Einfluss der westlichen Mächte auf Südamerika zu festigen und ihren Würgegriff enger zu ziehen. Die EU sieht mit den aufkommenden linken Regierungen Südamerikas ihre wirtschaftliche Vormachtstellung in Gefahr. Was fällt den Ländern auch einfach ein ihre Ressourcen für sich und ihre hungernde Bevölkerung ganz allein haben zu wollen?!

Und genau darum geht es der EU. Sie wollen die Ressourcen, das Erdgas und Erdöl usw. Und war da nicht auch noch so eine Diskussion um Brasilien und den Biosprit? Brasilien ist Führer im Anbau von Zuckerrohr, aus dem dann der Biosprit hergestellt wird. So, Öko schön und gut, aber davon will der Westen nun auch etwas abhaben. Und wo bekommt man die Anbaufläche her? Genau, man holzt einfach den Regenwald ab, da die reichen westlichen Handelpartner ja so viel Druck machen. Doch jetzt wollen die auf einmal die Umwelt schützen und Merkel will den Regenwald stehen lassen. Was macht man also nun? Genau, man nimmt einfach tausenden von Kleinbauern ihr Land und ihre Existenz weg um auf dem Weltmarkt mithalten zu können. Bravo, Frau Merkel, ein tolles Sozialkonzept!

Und dies ist nur ein kleines Beispiel für das Niederbrettern des arroganten Westens gegenüber Südamerika. Und nun versteht man auch, warum so inhaltslos darüber berichtet wurde. Es geht um unschöne Geschäfte!!!

Chávez und MoralesEs wundert mich also nicht, dass Präsidenten wie Hugo Chávez und Evo Morales ihre Zeit lieber auf dem Gegen-Protest-Gipfel, dem “Gipfel der Völker” verbrachten, als sich das westliche Geheuchel anzutun…

Weitere Infos findet ihr hier, u.a. das “Tribunal der Völker”, in dem einigen Multis symbolisch der Prozess gemacht wurde.

Ein guter Artikel über die Stellungnahmen von SPD und CDU zum Gipfel findet ihr bei telepolis




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Modder schreibt
am 18. Mai 2008 um 17:49 Uhr

Es ist erfrischend, dass es endlich mal ein paar kritischere Betrachtungen gibt als die staatlich verordnete Propaganda, und das schöngerede im sinne der Parteidoktrin. Danke dir für deine Beobachtung, die ein wenig neben der Spur die suche nach dem Wahrhaften nicht aufgibt. Weiter So!

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