Sendero Luminoso: Der Terror des “Leuchtenden Pfades” in Peru

Autor: Nina

Auch Peru wurde vom Terror, der sich im 20. Jahrhundert in Südamerika ausbreitete, nicht verschont, doch anders als in anderen Staaten wie Chile oder Argentinien war in Peru nicht nur die Regierung für unzählige Gräueltaten verantwortlich, sondern in gleichem Maße auch deren Gegenbewegung: der sogenannte “Sendero Luminoso” (dt. “Leuchtender Pfad”).

Deren Schreckensherrschaft wurde auch uns Europäern erst kürzlich wieder ins Gedächtnis gerufen bzw. in unser Bewusstsein gerückt durch den Film “La Teta Asustada“, der bei der Berlinale den Goldenen Bären gewonnen hat.

Der Leuchtende Pfad wird international als Terrororganisation geführt und dies nicht umsonst. Die Gruppierung gründete sich als Studentenbewegung in den 1960er Jahren unter dem Namen “Partido Comunista del Perú – por el Sendero Luminoso de José Carlos Mariátegui“, auf Deutsch: “Kommunistische Partei Perus – auf dem Leuchtenden Weg José Carlos Mariáteguis” (mit dem Schriftsteller, Politiker und Journalisten José Carlos Mariáteguis hatten sie nie wirklich etwas zu tun).

Gegen Ende der 1960er Jahre war die Bevölkerung Perus extrem verarmt und besonders das indigene Volk der Quechua hatte zu leiden. Und die Regierung sah einfach tatenlos zu. Selbst als in den 1970er Jahren das Bildungssystem auch für die Indigenas geöffnet wurde, brachte dies keine Verbesserung. Denn sie konnten noch so einen guten Abschluss haben, niemand wollte einem Quechua einen Arbeitsplatz geben.

Als dann der Philosophieprofessor Abimael Guzmán von einer Reise aus China zurückkam und tief von der dortigen Kulturrevolution beeindruckt war, gründete er den Leuchtenden Pfad. Doch nicht wie bei anderen Guerilla-Organisationen, wie z.B. der FARC, war das Ziel zunächst die friedliche Revolution, sondern von vornherein ein kriegerischer Umsturz.

Als dann 1980 die Militärdiktatur in Peru ein Ende fand, schlossen sich die meisten Linken zu Parteien zusammen um bei der kommenden Wahl dabei zu sein, doch nicht der Leuchtende Pfad. Sie sammelten sich als Guerilla-Truppen und sabotierten die Wahlen so gut sie konnten: sie zündeten Wahlurnen an und überfielen Polizeistationen und Dörfer.

Ab da begann eine Art Bürgerkrieg, denn die kommende Regierung setzte das Militär gegen den Leuchtenden Pfad ein, der mittlerweile in über der Hälfte des Landes aktiv war. Und die Bevölkerung fand sich genau zwischen den Fronten wieder. Guzmán forderte von den seinen und der Bevölkerung strengsten Gehorsam. Wer sich nicht dem Pfad anschließen wollte, wurde gefoltert oder ermordet. Schlossen sich aber die Bewohner eines Dorfes aus Angst nun dem Pfad an, so wurden sie vom Militär strengstens bestraft. Und eben umgekehrt. Für die Bevölkerung gab es also kein Entrinnen. Ständig wurden Bombenanschläge und auch Mordanschläge auf andere linke Aktivisten verübt.

Noch heute sitzt das Trauma bei vielen tief. Nach offiziellen Zahlen starben während des Bürgerkriegs über 70.000 Menschen, inoffiziell wohl weitaus mehr. Die meisten Opfer waren Quechua…

1992 begann die Regierung, die mit internen Putschen zu kämpfen hatte, langsam die wirtschaftliche und soziale Lage im Land zu verbessern und Bürgerwehren wurden gegen den Pfad eingesetzt. Im selben Jahr gelang die Verhaftung von führenden Köpfen des Leuchtenden Pfades, u.a. auch Guzmán. Die Organisation war so gut wie zerschlagen.

Doch immer noch versuchten ein paar Anhänger die Kämpfe aufrecht zu erhalten, weshalb sich der Zustand des Schreckens erst Ende der 1990er Jahre auflöste.

Guzmán und die seinen wurden 2003 wegen zahlreicher Vergehen gegen die Menschenrechte angeklagt und für schuldig befunden. Den Regierungen, die genauso eine Schuld an den etlichen Toten hatten, wurden zwar auch Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, doch diese wurden nie bestraft…

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