Schriftsteller Mario Benedetti in Uruguay gestorben - Ein Land trauert

Autor: Nina

Er galt als die Seele Uruguays und als einer der herausragendsten Schriftsteller der spanisch-sprachigen Literatur. Nun ist Mario Benedetti am Sonntag im Alter von 88 Jahren gestorben und ein ganzes Land trauert.

Seine Werke werden die Zeit überdauern und auch in diesem Moment der Trauer erscheinen seine zentralen Motive wie Tod, Liebe und Erinnerung wichtiger denn je. Denn laute Bendetti ist auch das Vergessen voller Erinnerung.

Als Sohn eines italienischstämmigen Ehepaars wird Mario Benedetti 1920 in Uruguay geboren. Mit vier Jahren siedelt er mit seinen Eltern in die Hauptstadt Montevideo um, mit 18 lebt er drei Jahre lang in Buenos Aires und dann ein Jahr in Paris. Sein Leben sollte auch weiterhin von der Reise und vom Exil bestimmt sein: 1973 flüchtet er vor der uruguayischen Militärdiktatur ins Exil, das ihn nach Peru, Argentinien, Kuba und Spanien führt. Die Militärjunta in Uruguay verfolgt ihn, weil er 1971 mit an der Gründung der Linkskoalition Frente Amplio, die sich gegen das Regime einsetzte, beteiligt war. Aber auch seine kritischen Texte brachten ihm viele Freunde und auch mächtige Feinde ein.

Erst 1983 konnte Benedetti nach Uruguay zurückkehren war er von dieser Zeit schwer gezeichnet und fühlte sich bis zum Ende seines Lebens als Exilant.

Zu seinen wichtigsten Werken gehören die Romane “La tregua” (”Die Gnadenfrist”, 1960) und “Gracias por el fuego” (”Danke für das Feuer”, 1965), die Gedichte “Viento del exilio” (1982) und das Theaterstück “Pedro y el capitán” (”Pedro und der Hauptmann”, 1979).

So sehr er das Schreiben im Allgemeinen liebte, war seine große Leidenschaft doch immer die Lyrik. “Die Lyrik ist das Genre, in dem ein Schriftsteller am meisten von seinem eigenen Leben preisgibt.”

Bei all dieser Verbundenheit zum Schreiben ist es also kein Wunder, dass sein letzter Wille u.a. enthielt: “Wenn ich beerdigt werde, soll man meinen Kugelschreiber bitte nicht vergessen!”




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