“Scheiße nochmal- Allende gibt nicht auf!”

Autor: Nina

Allende Emblem

“Scheiße nochmal- Allende gibt nicht auf!” Dies waren die angeblich letzten Worte eines der bekanntesten Politiker Südamerikas, Salvador Allende. Mit seinem tragischen Tod starb auch der Traum von einem demokratischen und gerechten Chile. Er war eine Gallionsfigur des Sozialismus und deshalb weltweit verehrt oder gehasst.

Salvador Allende Gossens, geboren 1908 in Valparaiso, Chile, engagierte sich schon während seines Medizinstudiums politisch. Mit der 1969 gegründeten sozialistischen Partei “Unidad Popular” gewann er 1970 die Präsidentschaftswahlen und wurde zum neuen Staatsoberhaupt Chiles.

AllendeEine breite Bevölkerungsschicht stand hinter ihm und seiner gemäßigten sozialistischen Koalition, da er keine sozialistische Diktatur oder dergleichen errichten, sondern in Chile mehr Chancengleichheit schaffen wollte. Die Löhne wurden um bis zu 60% erhöht und die Mietpreise eingefroren. Er konnte die Kindersterblichkeitsrate senken, indem er Schulbildung und Gesundheitswesen kostenlos machte. Zusätzlich bekam jedes Kind ein Paar Schuhe und jeden Tag einen Liter Milch umsonst. Alle Betriebe, Großunternehmen und Banken wurden verstaatlicht. Aufgrund des von den USA weltweit durchgesetzten Handelsembargos stieg die Inflationsrate auf 600% und Chile befand sich in einer schweren Wirtschaftskrise.

Die Proteste im Land wurden immer lauter. Großbetriebe wurden enteignet oder bestreikt. Die Unternehmer drängten daraufhin das Militär zum Handeln.

Allende2Am 11. September 1973 kam es dann zum Militärputsch, angeführt von General Augusto Pinochet, der Allende nach außen hin bis zum Schluss seine Unterstützung versichert hatte. Die Luftwaffe begann den Präsidentenpalast zu bombadieren, in dem sich Allende mit einigen Anhängern und Familienmitgliedern verschanzt hatte. Pinochet forderte von ihm seinen Rücktritt und dafür dürfe er mit seiner Familie das Land verlassen. Doch Salvador Allende weigerte sich. Nachdem er die Freilassung seiner Familie durchgesetzt hatte, nahm er sich selbst das Leben.

Was auf ihn folgte war dann die Militärdiktatur Pinochets, von der man immer noch nicht die genaue Anzahl an Mord- und Folteropfern kennt (Schätzungen rechnen mit bis zu 50.000).

Allende und Chile mussten den Traum von einem gerechten eigenen politischen Weg, unabhängig von Amerika, teuer bezahlen.




verwandte Beiträge

avatar
gina schreibt
am 2. Februar 2008 um 17:44 Uhr

dein artikel hat mir bei einer arbeit über
südamerika gut geholfen - alles wichtige
enthalten - politisch neutral - gute über-
schrift
danke!

avatar
Hoffmann schreibt
am 2. Februar 2008 um 18:40 Uhr

Kurz umd bündig. Die Politik sollte daraus lernen !

avatar
Nico schreibt
am 2. Februar 2008 um 21:11 Uhr

guter artikel. kurz und trotzdem alles drin was man wissen muss…genau wie ich es mag ;P

Deine Meinung:

  Name [*]

  Email [*]

  Website

Kommentar schreiben: