Sacsayhuamán: Inka-Ruine nahe Cuzko
Am Beispiel der Inka-Ruine Sacsayhuamán kann man deutlich nachvollziehen, warum das Leben der Inka eine solch enorme Faszination auf Europäer ausübt. Vergleichsweise wenig ist bekannt über die Hochkultur, die zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert über den südamerikanischen Kontinent herrschte.
So stellen sich auch bei Sacsayhuamán die Frage wie die enorme Anzahl der Steine, die für die Errichtung der Festung benötigt wurden, transportiert werden konnten – schließlich war weder das Rad erfunden, noch kannten die Inka die Rolle. Der größte Stein der Ruine wiegt über zweihundert Tonnen! Auch ist der genaue Nutzen des Bauwerks nicht bekannt, allgemein geht man jedoch davon aus, dass es sich um eine Festung handelt, welche die Stadt Cuzko vor Eindringlingen schützen und Macht demonstrieren sollte. Cuzko gilt als Hauptstadt der Inka, in der sich das urbane Leben der indigenen Kultur abspielte. Die berühmte Stadt liegt im heutigen Peru und ist Hauptstadt der gleichnamigen Region sowie UNESCO-Weltkulturerbe.
Inka-Ruine Sacsayhuamán: Wie wurde sie errichtet?
Die Ruine besteht aus drei zyklopisch konstruierten, zickzackförmigen Mauern, die terrassenartig übereinander angelegt wurden. Die Gesamtlänge der Konstruktion beträgt ungefähr sechshundert Meter. Übersetzt bedeutet „Sacsayhuamán“ in etwa „gesprenkelter Kopf“, da die Stätte, aus der Luft betrachtet, an den Kopf eines Pumas erinnert. Die Steine wurden mit speziellen Werkzeugen bearbeitetet, sodass sie fugenfrei angeordnet werden konnten.
Weiterhin existieren noch Reste von Türmen, die durch Gänge miteinander verbunden sind. Kanäle dienten der Wasserversorgung und der Ableitung von Regenwasser. Außerdem findet man einen Platz, der zusammen mit anderen Details auch den Hinweis darauf geben könnte, dass es sich nicht um eine Festung, sondern um einen sakralen Ort handelte.
Das Sonnenfest in Sacsayhuamán
Heute wird der Ort, neben dem Tourismus, als parkähnliche Anlage von den Bewohnern Cuzkos genutzt. Außerdem findet hier jährlich zur Wintersonnenwende der südlichen Erdkugel am 24. Juni das Sonnenfest „Inti Raymi“ statt. An den Ruinen werden dann Theaterstücke dargeboten, die den Besuchern das ursprüngliche Leben und die Kultur der Inka nahebringen sollen. Das „Inti Raymi“ gilt als eines der bedeutendsten Feierlichkeiten der Inka.
Für die indigenen Völker hatte das Fest einen sehr ernsten Hintergrund. Sehr unklar waren die Prozesse und Vorgänge der Natur. So war die Sonne in der Religion der Inka der Lieblingssohn des Hauptgottes „Pachacamac“ und nahm eine Sonderstellung im Glauben ein. Das Sonnenfest wurde ausgerichtet, um dem Sonnengott für die Ernte und die Nahrung zu danken und gleichzeitig um eine gute, folgende Ernte zu bitten. Zur Wintersonnenwende ist die Sonne der Erde am nächsten, und für die Inka herrschte so eine besonders nahe Verbindung zu Gott.




