Roberty-Brady Museum
Eine gute Stunde von Mexico Stadt entfernt gelegen und stets von mit milden Temperaturen verwöhnt, ist Cuernavaca ein beliebtes Wochenendziel der Reichen und Schönen aus der Hauptstadt und auch für internationale Größen.
Dazu gehört oder besser gesagt gehörte auch der US-amerikanische Maler und Designer Robert Brady welcher ,aus Iowa stammend, im Jahr 1962 seinen Wohnsitz von Venedig in die Calle Netzahualcóyotl Nummer 4 im Herze Cuernavacas verlegte. Sicherlich ein großes Glück für die lokale Kunstszene und auch für Brady selber, der bis zu seinem Tode 1986 im Haus direkt hinter der Kathedrale lebte und sich seiner Leidenschaft der Kunst widmete.
Roberty-Brady Museum
Was haben wir davon? Im Gegensatz zu vielen anderen Größen vermachte Brady all seinen Besitz und auch sein Haus dem Land in dem er gelebt hatte, so dass die Casa de la Torre heute ein Museum und somit der Öffentlichkeit zugänglich ist.
Auch für Kunstmuffel äußerst zu empfehlen und mit Studentenausweis sogar verbilligt zu besuchen. Im Laufe seiner Sammlerlaufbahn hat Brady über 1300 Exponate aus aller Welt in seinem Wohnmuseum zusammengetragen, die alle noch an jenem Ort zu finden sind wo der Maestro sie weiland platzierte. Die Sammlung umfasst afrikanische Masken und Kultgegenstände, Photos und Poster aus den Revuezeiten der Zwanziger Jahre ( auch Bilder mit Josephine Baker sind zu finden), Bilder aus Haïti, Tempelvorhänge aus Rajputistan, Holzschnitzereien aus Neuseeland, eine immense Sammlung an Christusfiguren und natürlich auch Masken aus allen Winkeln Mexicos, Heiligenbilder, Ikonen und noch viele Dinge mehr. Zudem auch Werke seiner Freunde Diego Rivera und Frida Kahlo, wobei letztere nicht zuletzt auch durch ihn an ihrem Ruhm arbeiten konnte und seine Kontakte nutzte. Alles in allem sind die Exponate sehenswerte und man kann sich kaum sattsehen an all den Dingen die man im Herzen Cuernavacas erspähen kann.
Wer all dem nichts abgewinnen kann für den lohnt sich der Blick hinter die Mauern des Hauses dennoch, denn allein die Möbel und die Gestaltung der Räume ist faszinierend. So findet man drei völlig unterschiedliche Bäder, in drei völlig anderen Stilen zum Teil mit Buddhafiguren in der Dusche oder einer Darstellung der Virgen de Guadelupe über der Badewanne, eine Terrasse die förmlich zum Verweilen einlädt und auch zwei sehr eindrucksvolle Schlafzimmer. Darüber hinaus versetzt auch die im mexikanischen Kolonialstil gehaltene Küche selbst so manche einheimische Hausfrau in Verzückung.
Zusammenfassend ein in mehrfacher Hinsicht spannender Blick hinter die Kulissen eines Hauses, eines Lebens und einer Leidenschaft der gut und gerne eine bis anderthalb Stunde in Anspruch nimmt und an dessen Ende man noch dem ehemaligen Bewohner an dessen Grab im Garte zu seinem Lebenswerk beglückwünschen kann.
Adresse: Calle Netzahualcóyotl Nummer 4
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr
Eintritt: 35 Pesos



