Rio de Janeiro zieht eine Mauer um die Armenviertel!
Wir alle haben davon gehört: die berühmt, berüchtigten Armenviertel, die sogenannten Favelas, in Brasiliens Metropole Rio de Janeiro. Man sei dort niemals sicher und in der Tat leben sie dort zum Teil nach ihren eigenen harten Gesetzen. Nun macht die lokale Regierung einfach kurzen Prozess und mauert die Armen einfach ein!
Ja, die Favelas sind hart, aber die meisten der dort lebenden Menschen sind diesen Gesetzen der Straße einfach ausgeliefert, da sie nirgends sonst hinkönnen. Sie stecken in einem Teufelskreis, aus dem sie nicht einfach ausbrechen können. Die Kriminalitätsraten steigen und sie stecken unschuldig mitten drin. Wie gern schert man all diese Menschen einfach über einen Kamm!
Und weil das Problem immer drastischer wird, fängt man nicht an, das eigentliche Problem zu lösen, nämlich u.a. die große Kluft zwischen Arm und Reich, sondern man sperrt die unangenehmen Stadtteile einfach weg. Aus den Augen aus dem Sinn!
Um zunächst elf Favelas hat jetzt der Bau einer teils 3 Meter hohen Mauer begonnen. Umweltschutz ist das mehr als fadenscheinige Argument der Regierung. In der Tat breiten sich die Favelas immer mehr aus und das dann halt auch in den Regenwald hinein. Aber, was ist das schon gegen die tägliche von Regierungsseiten angeordnete oder zumindest gebilligte Abholzung des Urwalds oder die immer schlimmer werdende Umweltverschmutzung? Ganze Fußballfelder werden jeden Tag für nicht gerade vorbildliche Landwirtschaft gerodet… Und dann sollen die Armen, die einfach nach einem Platz zum leben suchen, das Problem sein?!
Komischerweise beginnen sie mit dem Bau ausgerechnet in den Vierteln, die an reiche oder touristisch beliebte Stadtteile grenzen, wie an den Zuckerhut oder an die Strandabschnitte Copacabana oder Ipanema. Der Anblick der Armen könnte ja stören… Bis zum Ende nächsten Jahres soll das Projekt übrigens auf 40 Favelas ausgeweitet werden. Damit werden Ghettos errichtet und die Kluft zwischen Arm und Reich wird noch größer!
Für den Bau der Mauer müssen Tausende von Menschen ihre Häuser verlassen. Gut, diese sind vielleicht schäbig und den Leuten wurde auch der Umzug in Neubauten versprochen. Nur hat der Bau der Mauer schon begonnen, der der Neubauten aber in weiten Teilen noch nicht! Präsident Lula da Silva hat nun den Bau von einer Million neuen Unterkünften versprochen. Nur leben in den Favelas weit über 1,5 Millionen Menschen! Und wie gesagt, es ist bisher nur ein Versprechen…
Gute Nacht Rio de Janeiro!
Mehr Infos gibts u.a. hier…

