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Reisefreiheit in Kuba, kippt das System Castro?

Autor: Nina

Eigentlich warten alle nur auf den Zusammebruch des Castro-Regimes. Die Ausreise ist erlaubt, der DDR Bürger erinnert sich an den nächsten Schritt. Doch bisher hält sich das kleine Land wackelig, aber beständig, entgegen den Erwartungen.

Doch Kuba ist nicht die DDR und Vorhersagungen über das Ende der Geschichte waren bisher immer falsch.

Kubas Kommunismus hält trotz Reisefreiheit

Die Unterschiede sind auch gravierend. Denn in Kuba gibt es weder Montagsdemonstrationen noch die unzufriedenen Bürger, es schwelt nicht unterschwellig. In der DDR wurde die Entscheidung der Reisefreiheit auch “eher kurzfristig” gefällt, Kuba allerdings versucht sich in länger durchdachten Reformen. Raúl Castro fährt seit Amtsantritt 2006 einen neuen Kurs. Die liberalen Reisebestimmungen wurden bereits vor drei Jahren angekündigt.

2011 wurde öffentlich angekündigt, eine halbe Million Stellen im Staatsdienst einfach zu streichen. Die Auswirkungen für die Menschen wären natürlich verheerend. Doch gleichzeitig dürfen nun Firmen Arbeiter einstellen, Menschen können auch neue Unternehmen gründen und die Banken verteilen sogar Kredite. Doch Che Guevara und Fidel Castro sind noch nicht ganz Geschichte.

Kuba und der Kommunismus

Das Problem ist auch in Kuba, ganz wie in der DDR, die Wirtschaft. Es gibt ein Zwei-Klassen-System, in einem wird mit amerikanischen Dollar bezahlt, im anderen mit Peso. Seit 1993 wird der amerikanische Dollar als weitere Währung akzeptiert, aufgrund enormer wirtschaftlicher Schwierigkeiten nach dem Zusammenbruch der Ostblockstaaten.

Seit dieser Zeit hält sich Kuba als sozialistisches Überbleibsel. Ob das System überlebensfähigt ist, wird sich zeigen. Castro möchte weiterhin die Grundidee des Sozialismus beibehalten, trotz der Veränderungen. Er möchte nicht “weicher” werden, der Staat untermauert diese Richtung mit weiteren Verhaftungen von Bloggern und/oder Regimekritikern. Kuba bleibt Traumziel nicht nur für Europäer, doch Castro sieht in der westlichen Welt weiterhin den Feind.

Reisefreiheit in Kuba ist nicht Reisefreiheit für alle

Um zu reisen benötigt man auch in Kuba einen Pass, den haben die wenigsten Bewohner. Die Beantragung kostet Geld, und natürlich muss der Antrag bewilligt werden. Wer also reisen darf, diese Entscheidung liegt noch immer in den Händen der Führungselite.

Die USA sah in jedem eingereisten Kubaner automatisch einen politischen Flüchtling, natürlich auch um die Haltung gegenüber der kleinen Insel zu verdeutlichen. Wenn alle Kubaner ausreisen dürfen, oder zumindest sehr viel mehr, dann werden die Einreisebedingungen mit Sicherheit verschärft werden.

Das ist auch ein großer Punkt für das lange Durchhalten von Kuba. Kuba ist eine Insel, und um von dieser zu flüchten, oder auch nur zu verreisen, um zu wissen, wie die Welt woanders funktioniert, ist für viele Bürger verboten, zu teuer oder beides. Die Reisefreiheit tritt übrigens offiziell erst am 14. Januar 2013 in Kraft. Ob es der Anfang vom Ende ist, wird sich zeigen.



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