Rafael Correa - Staatschef Ecuadors
Gerade jetzt, wo die Lage zwischen Kolumbien, Venezuela und Ecuador so gespannt ist, erscheint es mir sinnvoll, nach den Präsidenten Àlvaro Uribe und Hugo Chávez, auch noch den Staatschef Ecuadors, Rafael Correa, kurz vorzustellen.
Rafael Correa, geboren 1963 in der Stadt Guayaquil, studierte Wirtschaftswissenschaften an der Katholischen Universität Guayaquil und schloss sein Studium 1987 erfolgreich ab. Danach arbeitete er als freiwilliger Helfer in einer Missions- und Sozialstation.
Anschließend vertiefte er sein Studium in Belgien und den USA, wo er 1999 an der Universtät Illinois promovierte. In den folgenden Jahren war er als Dozent an der Universität Guayaquil, der Universidad San Francisco in Ecuadors Hauptstadt Quito und der Universität von Illinois tätig.
Er war auch Professor und Leiter der Abteilung für Wirtschaftswissenschaften an der Universität in Quito. Im April 2005 wurde er Wirtschafts- und Finanzminister von Ecuador. Schon als Finanzminister versuchte er seinen heutigen Kurs zu verfolgen, Ecuador weniger abhängig von den USA, der Weltbank und des IWF zu machen und den US-Dollar als Landeswährung abzuschaffen. Doch hier musste er resignieren und trat deshalb schon im August 2005 wieder von seinem Amt zurück.
Bei den Präsidentschaftswahlen 2006 kandidierte er dann für die Sozialistische Partei Ecuadors und die von ihm gegründete politische Bewegung Movimiento PAÍS.
Im Januar 2007 wurde er dann mit absoluter Mehrheit Präsident Ecuadors. Er bekam nicht nur von seinem Vorgänger feierlich die Amtsschärpe überreicht, sondern auch einen Tag vorher im Beisein von Hugo Chávez und Evo Morales von den indigenen Vökern zeremoniell einen Stab der Weisheit und einen Poncho als Autoritätssymbole.
Rafael Correa setzt sich verstärkt für die Rechte der indigenen Völker ein. Seine Politik lässt sich wohl am ehesten als links-national beschreiben. Er möchte Ecuador stärken und das Land unabhängiger von den USA und der Weltbank machen, vor allem im Bezug auf Ecuadors reiche Erdölvorkommen.
Den politischen Ideen Hugo Chávez fühlt er sich sehr verbunden und nähert deshalb das Land mehr und mehr an Venezuela an. Grenzüberschreitend bemühen sie sich um einen unabhängigeren und “sozialistischeren” Weg Südamerikas.
Spätestens jetzt wird klar, dass es sich bei dem Konflikt mit Kolumbien nicht nur um die Geiseln der FARC handelt, sondern um ein von den USA, die auf Seiten Kolumbiens sind, geschührter Konflikt gegen den Versuch der linksorientierten Länder sich von den USA loszulösen.

