Poncho, Chompa und Chamarra: Typische Kleidung der indigenen Bevölkerung Südamerikas
Wie stellen wir uns denn hier in Europa den “Klischee-Indio” vor? Häufig ist unser Bild von Flöte-blasenden, bunten Straßenmusikern geprägt. Doch in jedem Klischee steckt auch immer ein Fünkchen Wahrheit und so sind viele dieser Kleidungsstücke immer noch bei vielen indigenen Völkern, besonders in den Anden, beliebt.
Doch diese Mode wird natürlich auch immer wieder mit modernen Kleidungsstücken kombiniert. Zum Glück können sich viele Völker ihre Traditionen noch bewahren. Und, was gibt es besseres sich gegen die kalte Andenluft zu schützen, als einen warmen Wollpulli (vor allem bei der leider immer noch stark vorherrschenden Armut)?
Die Mode der indigenen Andenvölker ist meist sehr bunt, so wie auch ihr Bräuche und Lebensweise. Und bei all der teilweise kahlen Landschaft ist die Farbe auch ein wichtiges Stimmungs- und Erkennungszeichen.
Das berühmteste Kleidungsstück Südamerikas ist der Poncho, wobei das Wort Poncho eigentlich der spanischen Ausruck für diese Art von Mantel ist. Das farbenfrohe und dicke Stück Stoff hat in der Mitte ein Loch für den Kopf. Er liegt es auf den Schultern auf und ist ein optimaler Kälteschutz. Beliebt sind in Südamerika vor allem der sogenannte “Chamanto“, der meist als dekoratives Kleidungsstück in kräftigen Farben zu finden ist, und der eher praktische “Ruana“, bei dem der Schlitz für den Kopf sich bis zur MItte durchzieht.
Desweiteren ist die Chamarra bei vielen Indios sehr beliebt. Es ist eine meist hüftlaneg Lederjacke, die vorne schließt und mit den typischen bunten, geometrischen Mustern verziert ist.
Dank Evo Morales hat weltweit ein weiteres südamerikanisches Kleidungsstück Berühmtheit erlangt, die Chompa. Dieser langärmlige Pullover mit einem Rundhalsausschnitt und den berühmten bunten Mustern wird vor allem im Andenhochland von der indigenen Bevölkerung getragen. Seit 2005 trägt Evo Morales ihn, entgegen allen Protokollen, auch bei offiziellen Staatsempfängen und Anlässen. Er pfeift also auf den obligatorischen Anzug und trägt das Symbol seiner indigenen Herkunft.
In Bolivien hat dies zu einer regelrechten Modewelle geführt. Der nachempfundene “Chompa des Präsidenten” wird von vielen Textilebtrieben hergestellt und ist dort ein echter Verkaufsschlager.
Im peruanischen Spanisch bedeutet chompa auch einfach nur Pullover und in Ecuador wird auch eine Jacke so genannt.
Egal, was man von der Mode halten mag, sie ist Tradition und Markenzeichen der indigenen Bevölkerung und ein Symbol für ihre kulturelle Identität.

