Paulo Coelho: Brasilianischer Bestseller-Autor
Paulo Coelho ist ein Name, den heutzutage nur wenige Menschen nicht zuordnen können. Der brasilianische Autor wurde berühmt mit Werken wie „Veronika beschließt zu sterben“, „Der Alchemist“ oder „Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte“, die mittlerweile in 67 Sprachen übersetzt wurden.
Mit 29 veröffentlichten Büchern ist Paulo Coelho der erfolgreichste brasilianische Autor aller Zeiten. Über 100 Millionen seiner Bücher wurden in über 150 Ländern dieser Welt verkauft. Sein Roman „Veronika beschließt zu sterben“ wurde 2008 von Emily Young mit Sarah Michelle Gellar als Veronika in der Hauptrolle verfilmt.
Paulo Coelho als Freidenker
Coelho kommt aus einer konservativen und wohlhabenden Familie und wurde 1947 in Rio de Janeiro geboren. Sein Leben scheint durchzogen von der Rebellion und der Suche nach etwas Höherem. Als Jugendlicher und junger Erwachsener, der aus einer streng katholischen Familie stammt, rebelliert er zunächst gegen die Dogmen und die Strenge des katholischen Glaubens. Er studiert Rechtswissenschaften, unterbricht dieses Studium und beschließt stattdessen als Hippie mit einer Gruppe von Künstlern und Freidenkern durch Südamerika, Afrika und Europa zu ziehen.
Konflikte in Paulo Coelhos Jugend
In seiner Jugend kam er in häufigen Konflikt mit seiner Familie, die weder seinen Lebensstil, noch den Wunsch Künstler zu werden, akzeptieren konnten. Sein reger Drogenkonsum führte dazu, dass er von seiner Familie ganze drei Mal in die Psychiatrie „Casa de Saúde Dr. Eiras“ eingewiesen wurde. Diese Aufenthalte und die an ihm durchgeführte Elektrokrampftherapie schafften die Grundlage für den sehr autobiographischen Roman „Veronika beschließt zu sterben“. Stark wurde er von diesen Eindrücken und Ereignissen geprägt, die eine solch enorme Einschränkung der persönlichen Freiheit des Individuums bedeuteten. Selbstbestimmung entwickelt sich später zu einer sehr wichtigen Thematik in Coelhos Romanen.
Bekannt ist auch die Tatsache, dass er provokante Songtexte verfasste, die sich gegen das damalige Militärregime in Brasilien richteten. Er wurde drei mal festgenommen und in Haft gefoltert, bis er glaubhaft vermitteln konnte, dass er geistesgestört sei – die Tatsache, dass er von seinen Eltern drei mal in die Psychiatrie gezwungen wurde, unterstrich in den Augen der Militärs diese Annahme. Nach seiner Freilassung reiste er nach Europa und lebte mehrere Jahre in einem alten, spanischen Orden. Der Katholizismus, der mit seiner Strenge seine Kindheit so erschwert hatte und ihn zu einem Rebellen werden ließ, wurde wieder zu einem wichtigen Teil seines Lebens.
Der Katholizismus und erste literarische (Miss)erfolge
Sein erstes Buch „Auf dem Jakobsweg. Tagebuch einer Pilgerreise“ handelt von seiner Wanderung von den Pyrenäen nach Santiago de Compostella. Dieses erste Werk wurde zu einem enormen Misserfolg. Erst mit der Veröffentlichung von „Der Alchemist“ gelang ihm der internationale Durchbruch. Auch dieses Werk thematisiert die Suche nach dem Sinn im Leben eines Menschen.
Seine Werke handeln häufig von Personen, die sich selbst verlieren oder sich selber finden müssen, um glücklich zu werden. Das Individuum steht in einem komplexen Zusammenhang und wird doch häufig mit einer kindlichen Naivität betrachtet, die dem Leser den Zugang zu Coelhos Welt erleichtert. Das Zusammenspiel von Mystik, der menschlichen Sehnsucht und der Suche nach etwas Höherem sind Schwerpunkte, die das Werk des Autors wie ein roter Faden durchziehen.
Gemeinnützige Tätigkeit
Coelho ist heute neben seiner literarischen Tätigkeit auf vielseitigste Art für gemeinnützige und kulturelle Organisationen tätig. Er ist Mitglied in der „Academia Brasileira de Letras“, deren Zielsetzung es ist, die portugiesische Sprache zu erhalten und zu pflegen. Des weiteren ist er Sonderberater des UNESCO-Projekts „Convergences spirituelles et dialogues interculturels“ (Interkultureller Dialog). 2007 wurde er vom UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zum Friedensbotschafter der UN berufen. Gemeinsam mit seiner Frau hat er außerdem eine Organisation gegründet, welche der armen Bevölkerungsschicht Brasiliens hilft. Das „Instituto Paulo Coelho“ ist ein Projekt welches primär armen Kindern und hilfsbedürftigen alten Menschen hilft und diese im täglichen Leben unterstützt.
„Mensch sein bedeutet, Zweifel zu haben und dennoch seinen Weg fortzusetzen.“
Paulo Coelho begeistert die Menschen heute noch weltweit durch seine Fähigkeit, einen literarischen Raum voller Sehnsucht und Schmerz aufzubauen, der jedoch trotzdem die Hoffnung auf eine Besserung gibt. Er regt an weiter zu suchen und den Wunsch nicht aufzugeben, denn diese völlige Resignation bedeutet nichts als den völligen Verlust der Lebensqualität.



