Pantanal in Brasilien - Größtes Binnen-Feuchtgebiet der Erde

Autor: Nina

Im mittleren Südwesten Brasiliens liegt eines der schönsten und wohl auch einzigartigsten Fleckchen Erde auf diesem Planeten. Etliche Besucher kommen jedes Jahr hierher und lassen sich von der Schönheit der Natur bezaubern. Doch auch dieses Gebiet ist vom Aussterben bedroht.

Der Name des Gebiets, Pantanal, was auf Portugiesisch einfach nur “Sumpf” bedeutet, ist stark untertrieben, denn es handelt sich hierbei um das größte Binnen-Feuchtgebiet der Erde. Über 230.000 km² erstreckt sich das Pantanal von Brasilien bis in kleine Teile der angrenzenden Länder Bolivien und Paraguay hinein. Damit ist es fast genauso groß wie das ehemalige Westdeutschland.

Sonnenuntergang im Pantanal © Flickr/ opimentas

Nur wenige Teile des Pantanal sind bewohnt oder gar erschlossen. Langsam schlängelt sich der Rio Paraguay auf seinem 600 km langen Weg während der Trockenzeit durch das Pantanal. Es bilden sich Savannen und die Tiere zieht es hin zum Wasser. Doch einmal im Jahr verwandelt sich der Fluss durch die starken Regenfälle in ein reißendes Gewässer und überflutet fast die gesamte Fläche. Teile, die sonst trocken liegen, stehen dann meterhoch unter Wasser.

Durch diesen Wechselzyklus von Regen- und Trockenzeit entsteht ein komplexes und vielfältiges Ökosystem, das auf der Welt so einzigartig ist. Flüsse, Seen, seichte Lagunen und überschwemmte Gebiete, reihen sich an Savannen, regenwaldartige Flussgaleriewälder und Trockenwälder. Logisch, dass es hier eine hohe Artenvielfalt gibt, die zum größten Teil wohl immer noch unerforscht ist. Allein Vogelarten gibt es im Pantanal mehr als in ganz Europa.

Pantanal © Flickr/ Raphael Milani

Aber diese Welt ist wiedereinmal auch durch den Menschen gefährdet: illegale Wilderer dezimieren den seltenen Tierbestand, giftige Abwässer von allen möglichen Fabriken gelangen in den Flusskreislauf und Raubbau gefährdet den Lebensraum von tausenden Tieren und Pflanzen. Experten befürchten, wenn dies so weitergeht, wird es das Pantanal bis zum Jahr 2050 nicht mehr geben. Die brasilianische Regierung hat in den letzten Jahren langsam begonnen die Lage zu verbessern, doch dies ist nur ein Anfang…

Um so wichtiger sind naturbewusste Touristen, die sich von der Schönheit überzeugen, die Region finanziell unterstützen und in der Welt auf das Pantanal aufmerksam machen. Am schönsten ist es, wenn man für ein paar Nächte in einer Farm im Pantanal übernachtet und von dort aus an geführten (!) Führungen teilnimmt.

Mehr Infos gibts hier

Artenvielfalt im Pantanal © Flickr/ silvioraof




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