Opuntien - Wichtiger Kaktus für die Weltwirtschaft?
Eines der Kakteengewächse mit den meisten Arten steht vielleicht auch bei euch zuhause auf dem Fensterbrett. Opuntien kommen ursprünglich aus Lateinamerika und haben sich schnell auf der ganzen Welt verbreitet, oder besser gesagt, wurden verbreitet.
Lange waren sie einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Südamerikas. Und auch heute sind Opuntien ein wichtiger Zweig der Weltwirtschaft, der vor allem in den kommenden Jahren angesichts drohender Krisen immer mehr Einfluss bekommen wird.
Opuntien wachsen strauch- bzw. baumähnlich und können eine Höhe von bis zu 10 m erreichen. Außerdem breiten sie sich gerne großflächig aus. Ihre eigentlichen Blätter sind nur winzige Schuppen, die bald abfallen. Was viele für ihre großen Blätter halten, sind in Wirklichkeit abgeflachte Stammteile, die selbst kleine Triebe bilden und für die Photosyntheseleistung der Pflanze verantwortlich sind. Auf den Areolen findet man bei Opuntien neben dicken Stacheln auch kleinere Bündel von Stacheln.
Mittlerweile erstrecken sich die Pflanzen vom Süden Kanadas bis tief nach Argentinien hinein. Aber auch im Mittelmeerraum, in Australien oder in Südafrika kann man heute Opuntien finden.
Opuntien werden auch gerne als Feigenkakteen bezeichnet, da ihre Früchte sehr wohlschmeckend sind. Und hier kommen wir auch schon zur ersten wirtschaftlichen Bedeutung der Pflanze: In vielen Dritte Welt Ländern ist die Opuntie ein wichtiger Lieferant von Nährstoffen, da sie reich an Wasser, Vitaminen, Kalzium und Kohlenhydraten ist.
Aufgrund dieser Nährstoffkombination und der Robustheit der Pflanze werden sie weltweit auch als Futtermittel eingesetzt. Besonders in Brasilien, Chile, Peru, aber auch den USA werden Opuntien zu diesem Zweck angebaut. Weltweit beträgt die Anbaufläche von Opuntien als Futtermittel über 900.000 Hektar, Tendenz steigend. Nachdem viele bekannte Futtermittel langsam knapp werden, halten viele Experten Opuntien für die Zukunft dieses Sektors.
Als die spanischen Eroberer nach Lateinamerika kamen, empfingen sie die Einheimischen in leuchtend roten Gewändern. Die Spanier lüfteten das Geheimnis um den faszinierenden Farbstoff schnell: Auf den Kakteen saßen Läuse, denen man durch ein spezielles Verfahren die rote Farbe entlocken konnte. Jahrzehnte lang hüteten die Spanier diese Geheimnis wie ihren Augapfel und erst Ende des 17. Jahrhundert wurde es dann bekannt. Dadurch ging der Run Europas auf die Opuntien los und der Export der Pflanze wurde zum wichtigsten Wirtschaftszweig Südamerikas, bis man den Farbstoff schließlich künstlich herstellen konnte.
Heute sind Opuntien besonders im Norden Südamerikas eine beliebte Frucht für Säfte oder Eis. Auch soll der Kaktus gegen Blasenschwäche, Fettleibigkeit und sogar Darmkrebs helfen. Und auch heute werden Stoffe dort noch mit der Pflanze rot eingefärbt.
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