Olinda in Brasilien - Grüne Oase der Künstler und Klöster

Autor: Nina

Wie sehr Südamerika und damit auch Brasilien von den Europäern geprägt sind, sieht man vielerorts. Doch manchmal fällt es eben besonders auf. Olinda in Brasilien gehört definitiv dazu, denn hier findet man etliche Bauten im europäischen Stil.

Doch alle diese Gebäude wären nichts ohne das brasilianischen Lebensgefühl und die einmalige Natur Südamerikas. Olinda scheint wie ein einziger großer Garten, in dem hier und da sich in schmalen Gassen ein historischer Bau an den anderen schmiegt. Heute ist die Stadt eines der kulturellen Zentren Brasiliens. In den vielen kolonialen Bauten haben Künstler und Bohemiens ihr Zuhause. Ein Atelier und ein Kunstmarkt reihen sich an den nächsten.

Mitten im Grün oder am Ende einer Gasse tauchen dann immer wieder kleine Plätze auf, wo besonders abends das Leben pulsiert. Bei einem schönen Caipirinha und einem Teller voller regionaler Spezialitäten kommt man schnell mit den Einwohnern ins Gespräch und immer wieder stehen Menschen spontan auf um ein Stückchen Musik zum besten zu geben. Aus dieser wunderbaren Atmosphäre möchte man am liebsten nie wieder auftauchen.

Klar, dass bei solch einem lustigen Völkchen auch der brasilianische Karneval beliebt ist.

Aber gleichzeitig ist Olinda auch die Stadt der Klöster. Nirgendwo sonst hat man wahrscheinlich so viele alte kirchliche Bauten auf einmal gesehen: ganze 22 Kirchen, elf Kapellen und etliche Klöster fügen sich wunderbar in das grüne Bild der Stadt ein. Jeden Tag um sechs scheint Olinda in einem Meer aus Glockengeläut zu versinken.

Unterschiedliche Orden haben immer noch in Olinda ihren Sitz. Diese haben hier ja auch eine lange Geschichte und Tradition vorzuweisen. Olinda ist eine der ältesten von den Europäern gegründeten Städte Südamerikas. Bereist im Jahr 1537 gründeten die Portugiesen an dieser Stelle ihre erste Siedlung.

Von dieser Besiedlung soll auch der Name der Stadt kommen. Angeblich rief der Anfürher der Expedition, Duarte Coelho Pereira, als er den Ort erblickte aus: “Ò linda situacam para se fundar uma villa!” (Oh, welch schöner Ort um eine Stadt zu gründen). Manchen sagen, er sagte auch einfach nur: “Ó linda!” (Oh, wie schön)… ;-)

Nicht einmal 15 Jahre nach der Gründung der Stadt kamen die ersten Ordensbrüder der Jesuiten hierher. Es folgten Franziskaner und Karmeliter. Olinda war seit dieser Zeit die Hauptstadt der Region bzw. des späteren Bundesstaates Pernambuco. Doch während der holländischen Besatzung verlor die Stadt immer mehr an Einfluss (v.a. da sie keinen direkten Zugang zum Meer hat) und musste 1837 schließlich seine Stellung an das nahe gelegene Recife abgeben.

Nichtsdestotrotz ist Olinda heute noch ein wichtiges kulturelles Zentrum des Landes und, aus meiner Sicht, auch einer der schönsten und entspanntesten Orte.




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