Machtwechsel in Paraguay
Seit gestern steht es fest: Nach Venezuela, Bolivien, Ecuador, Brasilien, Argentinien, Uruguay und Chile, hat sich nun auch das Volk Paraguays für eine Mitte-Links-Regierung entschieden. Der neue Staatschef heiß Fernando Lugo, der die Wahl mit 41% aller Stimmen klar gewann.
Der ehemalige katholische Priester beendet mit seinem Einzug ins Parlament die seit 61 Jahren in Paraguay vorherrschende Hegemonie.
“Ich werde für die Armen und die Schwachen arbeiten, und dieses Land soll für seine Ehrlichkeit und nicht mehr für seine Korruption bekannt sein“, sagte Lugo in einer Ansprache vor tausenden von Anhängern in der Hauptstadt des Landes Asunción.
Bis 2006 war der 56-Jährige noch katholischer Priester, der sich besonders für die Armen des Landes einsetzte. Da er als Bischof für die linksgerichtete Theologie der Befreiung eintrat, wurde er immer wieder scharf vom Vatikan kritisiert. Um für in die Politik einsteigen zu können musste er dann schließlich sein Priesteramt aufgeben.
Nichtsdestotrotz konnte sich der Politikneuling gegen die fast schon allmächtige Colorado-Partei durchsetzen, die in etliche Korruptionsgeschäfte verwickelt waren und denen es nicht gelang die wirtschaftliche Lage Paraguays zu stabilisieren.
In seiner Amtszeit will sich Lugo verstärkt für die Rechte der indigenen Bevölkerung einsetzen. Zudem hat er eine Argrarreform angekündigt und die Gewinne aus dem gemeinsam mit Brasilien geführten Wasserwerks Itaipú gerechter zu verteilen. Diese Ziele könnten ihm aber erhebliche Probleme mit Brasilien und den Großgrundbesitzern bereiten. Außerdem hat er sich, wie viele Regierungen Südamerikas, sinnigerweise vorgenommen, das Land unanhängiger vom IWF und der Weltbank zu machen.
Man kann nur hoffen und wünschen, dass Fernando Lugo seinen Ziele durchsetzen kann und den lang ersehnten politischen und wirtschaftlichen Aufschwung Paraguay bringen kann.
Hier noch eines seiner Wahlvideos:


