Laut, lauter, Silvester in Südamerika
Dass die Südamerikaner gut feiern können, wissen wir ja bereits, aber, was sich in der Silvesternacht auf fast dem ganzen Kontinent abspielt, lässt sich nur schwer in Worte fassen.
Ähnlich wie an Weihnachten ist auch die Nacht zum neuen Jahr vor allem von lauter Musik und Feuerwerk über Feuerwerk begleitet, nur, dass Silvester eben ohne Kirche auskommt und einfach nur eine riesige Party ist. Und natürlich hat dabei jedes Land seine eigenen Bräuche.
So verbrennen die Argentinier am letzten Tag des Jahres alle möglichen behördlichen Unterlagen um die schlechte Energie loszuwerden.
In vielen Ländern spielen bei den Silvesterbräuchen auch Farben eine ganz besondere Rolle, so trägt man in u.a. in Chile, Brasilien oder Ecuador spezielle Unterwäsche: wer rote trägt, wünscht sich für das nächste Jahr Glück in der Liebe und wer weiße anzieht möchte Harmonie und Ruhe.
In Brasilien treffen sich alle Menschen je nach Möglichkeit am Meer. Vor allem die Party an der Copacabana ist legendär. Hier feiern alle ausgelassen bei lauter Musik, Tanz und Gesang bis in die Morgenstunden. Wichtig dabei ist, dass alle in weiß kommen, denn Weiß ist die Farbe der Reinheit, der Unschuld und vor allem des Friedens. Alle sind in dieser Nacht eine große Familie. Weiß ist aber auch die Farbe der Meeresgöttin “Yemanjá”. Ihr bringen die Menschen Opfergaben dar, bei denen sie um die Erfüllung eines Wunsches fürs nächste Jahr bitten.
Viele werfen dabei Blumen ins Meer. Tauchen die Blumen unter, nimmt Yemanjá das Geschenk an und der Wunsch geht in Erfüllung, werden sie hingegen wieder zurück an Land gespült hat die Göttin das Opfer und damit auch den Wunsch abgelehnt.
Im Sand bauen viele auch kleine Altäre für Yemanjá. Sie baren liebevoll Zigaretten, Sekt, Blumen, Trauben oder ein Paar weiße Schuhe auf. Eben alles, was einer Frau gefallen könnte…
Und auch verschieden farbige Kerzen werden entzündet: rot bringt Glück in der Liebe, blau steht für Gesundheit, weiß ist eine Bitte für Frieden und gelb soll einem den erhofften Geldsegen bescheren.
Und auch hier bei dieser Feier spielt das Feuerwerk, das von ohrenbetäubendem Jubel begleitet wird, eine besondere Rolle. In vielen Ländern Südamerikas wurde inzwischen privates Feuerwerk verboten, da regelmäßig Leute verletzt wurden oder Häuser abbrannten. Und so überlassen es die Menschen in Brasilien den Pyrotechnikern, die kleine Kunstwerke an den Himmel zaubern. Doch viele Brasilianer, wie auch die Ecuadorianer, halten sich nicht an das Verbot und es kommt weiterhin zu Unfällen.
Nur die Chilenen sind da gesetzestreuer.
In Kolumbien oder Peru hat das Verbot gar nicht funktioniert und wurde mittlerweile wieder aufgehoben. Doch Missbrauch versucht man mehr und mehr zu verhindern. So sind die Kontrollen beispielsweise stärker geworden.
Alles in allem ist Silvester in Südamerika, ähnlich wie bei uns, eine gigantische Party. Nur, dass die meisten Südamerikaner viel lauter und ausgelassener feiern können als so mancher kühle Europäer. Empfindliche Ohren sollten sich auf was gefasst machen!


