Kuelap in Peru - Geheimnisvolle Festung in den Anden

Autor: Nina

Fast alle sprechen von Machu Picchu, wenn sie an berühmte Anlagen in den Anden denken. Doch es gibt noch zahlreiche anderen historische Stätten, die von größtem Interesse und meist genauso spannend wie Machu Picchu sind. Kuelap im Norden Perus ist solch ein Ort.

Er liegt inmitten der Gegend, die Archäologen als die geheimnisvollste und unerforschteste Gegend Südamerikas nennen. Viele Rätsel liegen hier in den zahlreichen Ruinen, die es alle noch zu entschlüsseln gilt. Kuelap ist zum größten Teil solch ein Rätsel.

Die ehemalige Festung liegt auf 3.000 m Höhe mitten in den Anden und wurde vom Volk der Chachapoya um 1.000 n. Chr. erbaut. Bevor die Inka sie im 15. Jahrhundert überrannten, waren die Chachapoya eine mächtige Hochkultur, von der wir bis heute fast nichts wissen. Und so ist auch der Zweck der Festung von Kuelap noch immer unbekannt. Die einen nehmen an, dass es sich um ein dauerhaft bewohntes Dorf handelte, die anderen gehen davon aus, dass das Volk sich nur in Notfällen zum Schutz und zur Verteidigung hierher flüchtete.

Egal, wie es war, sicher müssten sie hier zunächst auf jeden Fall gewesen sein. Denn, an den Stellen, wo kein steiler Abhang am Rand der Festung ist, stehen bis zu 21 m hohe Mauern. Hinein kommt man nur über drei schmale und hohe Eingänge, durch die jeweils nur eine Person hindurch passt. Zudem sind sie so konstruiert, dass man Feinde, die es trotzdem hineinschaffen, gleich auf der gegenüberliegenden Seite wieder hinausbefördern kann.

Kuelap war in unterschiedliche Stockwerke aufgeteilt, von denen man annimmt, dass sie den unterschiedlichen Schichten vorbehalten waren. Jedenfalls deuten die prächtigen Verzierungen darauf hin. Die Festung ist umgeben von Wachtürmen, von denen man die ganze Umgebung überblicken kann. Eine genial Aussicht! Berühmt und zugleich mysteriös ist “El Tintero“, das Tintenfass, ein Gebäude, dass von der Form her wirklich an ein Tintenfass erinnert und von dem keiner genau weiß, welchem Zweck es einst diente. War es etwa eine Folterkammer oder ein Observatorium?

Ja, in Kuelap gibt es noch viele Rätsel zu lösen. Doch die Archäologen, die hier arbeiten, tun dies im Prinzip fast unter den selben Bedingungen wie die Chachapoya damals. Sie haben keinen Strom und kaum fließend Wasser. Da Stätten wie Machu Picchu die meiste Aufmerksamkeit und damit auch die meisten Fördergelder bekommen, bleibt so gut wie nichts mehr für die anderen übrig. Daher werden dringend private Sponsoren gesucht, die dazu beitragen wollen die Geheimnisse zu lüften.

Weitere Infos zu Kuelap gibt es hier




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