Kaffee: Anbau und Ernte in Südamerika
Aus Südamerika kommt etwa die Hälfte des weltweit gehandelten Kaffees. Zu den Ländern mit den größten Anbauflächen für Kaffee gehören Brasilien, Bolivien, Ecuador, Kolumbien, Peru und Venezuela.
In der Kritik der Medien standen oft die schlechten Arbeitsbedingungen auf den Kaffeeplantagen. Doch wie läuft die Ernte heute und was steckt hinter den beliebten Bohnen?
Kaffeeplantagen in Südamerika
Kein Land produziert soviel Kaffee wie Brasilien. Rund drei Millionen Tonnen Kaffeebohnen werden jährlich nach Europa, Japan und in die USA verschifft. Darunter leidet zum Teil die Qualität. Gerade die gängigen Produkte, die bei uns in den Handel kommen sind eher durchschnittlich. Das liegt zum einen an der Bewässerung, die bis heute nicht optimiert werden konnte. Bei wenig Regen sinkt die Qualität. Zum anderen ist die Erntemethode stärker auf Quantität als auf Qualität ausgerichtet.
Bei der sogenannten Stripping-Methode werden die Kaffeekirschen und Blätter allesamt vom Ast gerissen. Dabei landen auch un- oder überreife Früchte in der Ernte. Wer guten brasilianischen Kaffee probieren möchte sollte, die Sorten Santos und Bahia Lavato testen.
Eine höhere Qualität liefern die Kaffeesorten aus Kolumbien. Die Kaffeepflanzen an sich sind schon hochwertiger und auch bei der Ernte wird mehr Sorgfalt an den Tag gelegt.
Ob mit der Stripping-Methode oder von Hand geerntet, bis zur fertigen Bohne in unserem Handel steckt viel Arbeit.
In How I Met Your Mother heißt es: „Ich boykottiere Kaffee. Da könnte ich ja gleich die Tränen der kolumbianischen Bauern schlürfen!” Aber sind die Arbeitsbedingungen wirklich so schlecht?
Arbeitsbedingungen im Kaffeeanbau
Der Kaffeeanbau setzt sich aus einer Ausbeutungskette zusammen, an deren Anfang der Konsument mit seinen Preisvorstellungen von Kaffee steht und an deren Ende der Feldarbeiter vergeblich auf einen angebrachten Lohn wartet.
Da der Verkauf von Kaffee eine der Haupteinnahmequellen vieler lateinamerikanischer Länder ist, gibt es in diesem Bereich auch die meisten Arbeitsplätze. Die Nachfrage nach Arbeit übersteigt das Angebot, so ist es möglich, dass die Arbeitgeber, die Löhne extrem niedrig halten. Die Arbeitgeber, das sind die großen Plantagenbesitzer, die von den Feldarbeitern härteste Arbeit verlangen und geringste Löhne zahlen. Sie selbst sind aber nur ein Glied der Kette, denn auch sie sind letztlich vom Weltmarkt abhängig.
Jeder will für sich möglichst viel raus schlagen und das geht am besten in dem man wenig zahlt. Die großen Abnehmer zahlen den Plantagenbesitzer wenig, was im Vergleich zu dem was er den Arbeitern zahlt aber noch viel ist. Hinter dem Weltmarkt stecken letzten Endes die Konsumenten. Solange sich der günstigste Kaffee am besten verkauft, bleibt der Preis das oberste Kriterium auf dem Markt, wo und wie er angebaut wird ist sekundär.
Wer jetzt ein schlechtes Gewissen hat aber gerne weiter Kaffee trinken möchte, hat eine gute Alternative: FairTrade. Das FairTrade Siegel steht für gerechte Löhne und vernünftige Arbeitsbedingungen. Etwas teurer sind die Bohnen dann schon, aber Kaffee sollte auch kein Billigprodukt sein, dafür steckt hinter der Bohne zu viel Arbeit.
Wer sich über FairTrade Kaffee informieren möchte, findet hier mehr Informationen.
