Juan Perón - Argentinische Ikone zwischen Faschismus und Kommunismus

Autor: Nina

Hier in Europa sind nur wenige südamerikanische Politiker bekannt, doch Juan Domingo Perón ist fast allen ein Begriff. Und wenn nicht er, dann bestimmt seine zweite Ehefrau Eva, besser als Evita bekannt (zu ihr demnächst mehr).

Perón wurde am 8. Oktober 1895 in eine Familie argentinischer Viehzüchter geboren. Schon früh begann er sich für das Militär zu begeistern und schloss dann auch 1913 die Militärschule als Unterleutnant der Infanterie ab, worauf ein Studium an einer Militärhochschule folgte.

1930 wurde er Mitglied des Generalstabs des Heeres und Titularprofessor für Militärgeschichte. Im selben Jahr beteiligte er sich an einem Putsch gegen den damalige Präsidenten und war in dieser neuen Regierung Privatsekretär des Kriegsministers. Bis 1939 sollte er als Militärattaché in mehreren Staaten Europas tätig sein. Unter anderem war er auch in Italien und Deutschland, wo er den aufkommenden Faschismus erlebte und sich davon sehr begeistert zeigte, eine Einstellung, die er lange Zeit später überdenken sollte.

1943 spielte er als Oberst in einem weiteren Militärputsch gegen die verfassungsgemäße und zivile Nachfolgeregierung eine entscheidende Rolle. In den Jahren darauf entwickelte Perón Pläne um Argentinien eine Vormachtstellung in Südamerika zu sichern und spielte auch mit dem Gedanken Hitler als Verbündeten zu wählen.

Doch dadurch konnte er sich nicht die Beliebtheit im Volk sichern. In seiner Tätigkeit für das Arbeitsministerium führte er eine ganze Reihe sozialer Reformen durch, was ihm besonders die Sympathie der argentinischen Landbevölkerung und der Industriearbeiter einbrachte. So bekam Perón immer mehr Macht, was bei führenden Militärs nicht gerade gerne gesehen war.

Im August 1945 kam es in Buenos Aires zu einigen massiven Unruhen und Ausschreitungen. Demonstrationen gegen den Faschismus trafen auf Anhänger der Faschisten, die Perón als Präsident forderten. In Folge der blutigen Aufstände belagerten Hunderte von peronistischen Soldaten die Redaktion einer demokratischen Zeitung. Einen Monat später wurden die Rufe nach Demokratie im Volk noch lauter und 250.000 Menschen forderten auf dem “Marsch für die Verfassung” Peróns Kopf und ein Ende des sich anbahnenden Despotismus. Perón ließ daraufhin alle Anhänger der Demokratie verhaften.

Um die Unruhen einzudämmen und ihn von der Macht abzuhalten, entließ ihn das Militär im Oktober 1945. Perón musste fliehen, wurde jedoch bald verhaftet und bekam so bei seinen Anhängern, die trotz allem immer noch zahlreich waren, des Ruf eines Märtyrers und seine Freilassung wurde gefordert.

Am 24. Februar 1946 gewann Juan Perón schließlich die Präsidentschaftswahlen für die Arbeiterpartei. In dieser Zeit verfolgte er eine nationalistische und populistische Politik und hielt an seinem Sozialkurs fest. Das Frauenwahlrecht wurde eingeführt, die soziale Entwicklung der Arbeiter verbessert und die Infrastruktur des Landes ausgebaut.

Perón versuchte nun einen Mittelweg zwischen Kommunismus und Kapitalismus zu finden. Er kritisierte die Politik der USA und Großbritanniens, verstaatlichte einige Betriebe und legalisierte, sehr zum Unwohl der katholischen Kirche, die Scheidung und die Prostitution und schaffte den Religionsunterricht an den Schulen ab.

Doch diese Neuerungen passten einigen gar nicht. Im September 1955 wurde er in einem blutigen Militärputsch gestürzt. Perón musste nach Spanien fliehen. Doch die Situation im Land verbesserte sich nicht. So wurden bald schon wieder Stimmen nach einer Rückkehr Peróns laut, die dann auch 1973 erfolgte. wenige Monate vor seinem Tod, am 1. Juli 1974, wurde er zum dritten Mal zum Präsident Argentiniens gewählt. Damit wurde die Grundlage für eine jahrelange grausame Militärdiktatur geschaffen.

Dies hier sollen nur ein paar kleine Eindrücke aus dem Leben eines Mannes sein, der stets polarisiert hat. Juan Perón hat einiges für Argentinien getan, ihm aber auch viel Leid gebracht. Noch heute verehren ihn viele und die peronistische Partei, mit einem abgewandelten Konzept, ist eine der mächtigsten des Landes.




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