Jorge Luis Borges - Vorreiter der Moderne und einer der bekanntesten südamerikanischen Schriftsteller
Der Schriftsteller Jorge Luis Borges gehört mit zu meinen Lieblingsautoren. Seine Werke sind spannend, surreal und langsam verschwimmen Realität und Fiktion miteinander. Er ist wohl einer der wenigen Schriftsteller Südamerikas, der auch in unseren Gefilden einem breiteren Publikum bekannt ist. Und dies hat natürlich auch seine Gründe…
Jorge Luis Borges wird am 24. August 1899 in Buenos Aires als Sohn einer wohlhabenden Familie geboren. Da seine Großmutter väterlicherseits aus England kommt wächst er zweisprachig mit Englisch und Spanisch auf. 1914 siedelt die Familie in die Schweiz um, wo Borges Deutsch, Latein und Französisch studiert und bei einigen Aufenthalten in Spanien erste Kontakte mit der Schriftstellerszene des Landes knüpft.
Nach einem weiteren Studium in Cambridge kehrt er 1921 nach Argentinien zurück und gründet dort die Literaturzeitschrift “Prisma“. 1931 wird die Zeitschrift “Sur” folgen, die sich um einen kulturellen Austausch zwischen Lateinamerika und Europa bemüht.
Borges ist einer der Väter des südamerikanischen Krimis und der phantastischen Literatur. In seinen Werken vermischen sich häufig Realität und Fiktion. Seines Sprache ist pointiert, klar und ausdrucksstark. In seinen Werken kann man sein immenses Wissen der europäischen und südarmerikanischen Literatur, Kultur, Philosophie und Mythen- und Sagenwelt immer klar erkennen. Doch selbst diese verschwimmt an manchen Stellen. Manchmal erfindet er einfach einen Schriftsteller, den es nie gab, oder baut Passagen über Sagen ein, die eigentlich nicht existieren. Borges liebt es den Leser zu täuschen und Spielchen mit ihm zu spielen. Und genau das macht seine Werke so einzigartig und spannend.
1950 bis 1953 ist Jorge Luis Borges Präsident des argentinischen Schriftstellerverbandes. Seit dem Jahr 1955 ist er zwanzig Jahre lang Direktor der argentinischen Nationalbibliothek und im Jahr 1956 übernimmt er eine Professur für englische Literatur an der Universität von Buenos Aires.
Borges erblindet im Alter von 50 Jahren völlig, doch kann mit Hilfe einiger Freunde, darunter auch der Schriftsteller Adolfo Bioy Casares, weiter Werke verfassen. Unter den Pseudonymen B. Suarez Lynch oder H. Bustos Domecq veröffentlicht er nicht nur Romane, sondern auch Essays und unzählige Gedichte, die sich, so wie fast alle seine Werke mit metaphysischen Themen befassen.
Während seiner Karriere als Schriftsteller hat er auch unzählige Auszeichnungen erhalten, sowie u.a. den Großen Preis des Argentinischen Schriftstellerverbandes, den Nationalpreis für Literatur in Argentinien und das Verdienstkreuz der BRD.
Am 14. Juni 1986 stirbt Jorge Luis Borges in Genf.
Er hat die südamrikanische Literatur in die Moderne geführt und sie auch einem breiteren Publikum auf der ganzen Welt bekannt gemacht. Durch seinen Kenntnis sowohl der europäischen Kultur, als auch der Südamerikanischen, hat er beide Stile und Lebensarten in der Literatur miteinander verbunden und so beide inspiriert.
Es würde mich interessieren, mit welcher Begründung oder für welchen Anlass Jorge Luis Borges das Bundesverdienstkreuz bekommen hat. Kann mir da jemand beantworten. Besten Dank für Ihre Bemühungen,
Hermann Hartenstein

