In Argentinien wird das Kleingeld knapp

Autor: Nina

Wie eine Währung selbst zur Ware werden kann, kann man momentan in Argentinien beobachten. Schon seit ein paar Jahren wird das Münzgeld selbst immer knapper, doch nun hat das ganze Fiasko einen neuen Höhepunkt erreicht. Um nämlich 100 Pesos in Kleingeld zu bekommen, muss man 8 Pesos bezahlen…

Für die Knappheit an Münzen in Argentinien gibt es wohl mehrere Gründe. Einmal ist es in vielen Argentiniern kulturell tief verwurzelt Münzen als Glücksbringer zu behalten. Manche schmelzen das Kleingeld auch ein um das Kupfer dann weiterzuverkaufen.

Pesos © Flickr/ Clearly Ambiguous

Aber das größte Problem ist wohl eines, das wir hier mit unseren vielen Autos gerne unterschätzen. In einem Land, wo fast die ganze Bevölkerung auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen ist, kann man die Tickets dafür nur mit Münzgeld bezahlen. Beim Einsteigen nennt man dem Busfahrer beispielsweise den Preis. Dann wirft man so viele Münzen in den Automaten bis dieser das Ticket ausgibt. Dabei muss man auch noch passend zahlen, denn der Automat selbst gibt keine Münzen raus und der Busfahrer hat aus Sicherheitsgründen kein Geld bei sich.

Die Sache wird dann noch zusätzlich durch verschiedene, nicht einheitliche Verkehrszonen verkompliziert. Wenn man zum Beispiel in der Hauptstadt Argentiniens unterwegs ist, muss man drei verschiedene Tickets an drei verschiedenen Schaltern kaufen. Und alle funktionieren nur mit Münzgeld…

Um das Problem zu lösen hat Präsidentin de Kirchner nun angekündigt innerhalb von drei Monaten ein einheitliches Fahrsystem zu schaffen.

Überall an Restaurants und Geschäften hängen momentan Schilder, auf denen “Kein Wechselgeld” steht. Um an Münzen zu kommen, stehen viele Inhaber nun jeden Abend bei den Nahverkehrsunternehmen Schlange um sich Kleingeld zu besorgen und das kostet wie erwähnt extra Geld…

Jaja, der Wert der Ware…




verwandte Beiträge

Deine Meinung:

  Name [*]

  Email [*]

  Website

Kommentar schreiben: