Ilha Grande – Insel der Piraten, Sklaven und Strafgefangenen
Trotz dessen Ilha Grande touristisch erschlossen ist, wurde durch strenge Naturschutzbestimmungen verhindert, dass sie ihren ursprünglichen Charakter verliert. Die zahlreichen paradiesischen Strände sind beliebte Ausflugs- und Urlaubsziele. Mit Affen und Schmetterlingen teilt man sich die 86 wunderschönen Strände, umringt von unberührter Natur.
Mit der Fähre von Angra dos Reis oder Mangaratiba braucht man etwa 75 Minuten und 25 km nach Vila do Abraão, dem Hauptort Ilha Grandes. Von hier starten die meisten Ausflugstouren per Boot in den Regenwald.
Nationalpark Brasiliens
Ilha Grande, portugiesisch für Große Insel, liegt in Brasilien und gehört zum Bundesstaat Rio de Janeiro. Sie umfasst insgesamt 19.300 Hektar Land, etwa 5.594 Hektar gehören zum Nationalpark Tamoios. Der Park ist etwa zur Hälfte mit dichten atlantischen Regenwald bewachsen.
Viele seltene Tiere, wie zum Beispiel Brüllaffen, Papgeien, Wasserschildkröten und verschiedene Schlangenarten sowie die kaum erforschte Delfinenart namens Sotalia, haben hier ihr zu Hause. Der höchste Berg der Insel, Pico do Papagaio, was soviel bedeutet wie Papageienspitze, ragt 959 Meter in die Höhe und dient als beliebter Ausblickspunkt über die Insel.
Geschichte der brasilianischen Insel Ilha Grande
Ureinwohner waren die Tupinambá-Indianer, deren Pfade heute noch für Wanderungen genutzt werden. Nachdem die Portugiesen die Insel bereits 1502 entdeckt hatten, begann die eigentlich Kolonialisierung zwischen 1725 und 1764.
Durch die reichhaltigen Angebote an Essen und Trinkwasser auf der Insel und durch die Nähe zur Hafenstadt Paraty, von der aus das brasilianische Gold nach Europa verschifft wurde, zog es im 16. und 17. Jahrhundert europäische Piraten und Korsaren auf die Insel.
Sklavenhandel und Verbrecher auf Ilha Grande
Im 18. Jahrhundert wurde die große Insel zum Hauptumschlagsplatz des Sklavenhandels. Etwa 200 Jahre lang wurden Männer, Frauen und Kinder aus Afrika für die schwere Arbeit auf Zuckerrohrplantagen und Bauernhöfe auf die Insel verschifft.
Da die Flucht durch die große Entfernung zum Festland, als aussichtslos angehen wurde, wurde später das Gefängnis Colônia Penal Cândido Mendes gebaut. 1993 wurde das Gefängnis durch die Regierung des Bundestaates Rio de Janeiro geschlossen und 1998 ein Zentrum für Umweltstudien errichtet.
Wanderungen, Tauchen und geheimisvolle Strände
Am beliebtesten wird die Praia de Lopes Mendes besucht. Hier findet sich der größte Strand der Insel und die Trümmerruinen des ehemaligen Zuchthauses. Es ist der einsamste und unheimlichste Strand und man sagt, dass hier irgendwo der Piratenschatz von Jorge Grego, der hier im 18. Jahrhundert lebte, vergraben ist.
Von den zahlreichen Schlachten zwischen Piraten, Tamoios-Indianern und Portugiesen zeugen etwa 50 Schiffswracks zwischen Angra do Reis und Ilha Grande.
Neben Wanderungen und Bootsfahrten können Unterwassersportler also nicht nur aussergewöhnlichen Reichtum der Unterwasserwelt Ilha Grandes genießen, sondern auch die Schiffswracks auf dem Meeresgrund erforschen.

