Îles du Salut - Nomen est omen?

Autor: Nina

Îles du Salut Hafen

Vierzehn Kilometer von der Küste Französisch-Guayanas entfernt, östlich von dem Space Center Kourou, befindet sich die Inselgruppe der Îles du Salut. Eingebettet in ein kobaltblaues Meer liegen die drei Inseln Île Royale, Île Saint-Joseph und die Île du Diable (die Teufelsinsel). Die Îles du Salut (dt. Inseln des Heils) verdanken ihren Namen einer Expedition von Nonnen, die sich von einer in Cayenne wütenden Gelbsuchtepedemie auf die Inseln retteten und alle überlebten.

Îles du Salut KüsteBricht sich das Meer nicht an den steilen Felsküsten, so wird ein weißer Sandstrand von Palmen gesäumt. Gleich dahinter beginnt der Dschungel, der sich die steilen Hänge hochzieht. Folgt man einem kleinen Weg aus Kieselsteinen umfängt einen ein subtropisches Klima und es wird einem schnell bewusst warum Besucher dieses vermeintliche Touristenparadies nur langsam für sich entdecken.

Vor einem erstreckt sich ein weites Areal aus Baracken und Hütten, Teilen von ehemaligen Gefängniskomplexen. Die Îles du Salut waren nämlich von 1854 bis 1946 die offizielle Strafkolonie von Frankreich. Ein Land wie Frankreich, das sich gerne Werte wie “Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit” auf die Fahne schreibt, hat über neunzig Jahre lang Sträflinge unter Bedingungen, die sibirischen Arbeitslagern gleichen, hausen lassen.

Französisch-Guayana war zu dieser Zeit ein Land mit mörderischem Klima und so fieberverseucht, dass kein französischer Bürger freiwillig in dieser Kolonie leben wollte. Deshalb wurde es kurzerhand in eine Strafkolonie umgewandelt.

Hier zu einer Strafe verurteilt zu werden, glich beinahe einem Todesurteil. Die Hälfte aller “Neuankömmlinge” starb bereits im ersten Jahr an Fieber, Gelbsucht, Ruhr oder Bandwürmern. Die anderen Überlebenden mussten in sengender Hitze täglich elf Stunden arbeiten. In allen Zellblöcken herrschte absolute Schweigepflicht und die Tatsache, dass die Wächter sogar Filzschuhe trugen, verstärkte diese gespenstische Stille noch. Die Zellentüren enthielten Klappen durch die Wasser und Brot gereicht wurde und die sich sonst nur für die tägliche Zwangsarbeit öffneten.

Die Îles Royale diente als Zentrum des Straflagers. Hier befanden sich die meisten “normalen” Gefangenen und der größte Gebäudekomple.

Auf die Île Saint-Joseph hingegen brachte man diejenigen die sich in der Kolonie eine Strafe eingehandelt hatten. Es gab dort Zellen für Einzelhaft, die kein Dach hatten, so dass der Gefangene permanent der unbarmherzigen tropischen Sonne ausgesetzt war. Viele verfielen dem Wahnsinn. Diese wurden in einen Extratrakt gebracht, dass man ihre Schreie nicht hörte. Auf Saint-Joseph befindet sich auch heute noch der Friedhof für die Wärter, Bediensteten und deren Familien. Die Sträflinge brauchten keinen Friedhof. Sie wurden einfach in Säcke eingenäht und den Haien zum Fraß vorgeworfen.

Die Île du Diable war den politischen Gefangenen vorbehalten. Hier hat auch Dreyfus seine letzten Jahre verbracht.

Durch den Kinoerfolg “Papillon” mit Steve McQueen gelangten die Îles du Salut und dieser dunkle Teil ihrer Geschichte schließlich weltweit zu makaberer Berühmtheit.

Man kann den Inseln nur wünschen, dass mehr und mehr Menschen sich trotz oder gerade wegen dieses Themas für diesen nun wunderschönen Ort interessieren.




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gina schreibt
am 2. Februar 2008 um 17:47 Uhr

klingt interessant, was du schreibst.
guter stil - macht neugierig auf mehr !!!

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Hoffmann schreibt
am 2. Februar 2008 um 18:29 Uhr

Artikel sehr aufschlußreich- macht neugierig!

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Nico schreibt
am 2. Februar 2008 um 21:12 Uhr

sehr guter artikel…wieder was gelernt^^

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gina schreibt
am 4. Februar 2008 um 12:28 Uhr

habe erst jetzt den filmausschnitt papillon
entdeckt - super idee - muss mir den film
unbedingt in voller länge anschauen

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Edgard schreibt
am 3. März 2008 um 01:03 Uhr

Schöner Artikel, aber leider nicht fehlerlos:
Die Inseln (zunächst als “Dreiecksinseln” bezeichnet ihrer Anordnung wegen) wurden zur “Begrüßungsinsel” (im Frz. ist “Salut” eine Begrüßung)für neue Kolonisten - Frankreich brauchte ein Standbein in Südamerika nach dem verlorenen Krieg gegen England - jedoch endete die erste Kolonisierung 1793 in einer Katastrophe; die meisten Kolonisten starben, die Inseln wurden zur Aufangstation.
Erst später wurden die Inseln zum “Knast” nicht nur für Verbrecher, sondern auch für politische Gefangene,Kriegsgefangene und Leute, die man schlicht “vergessen” wollte.
“Pappillon” war nach frz. Angaben nicht auf den inseln, sondern in Cayenne (der Haupstadt) gefangen, ergo konnte er von dort auch nicht fliehen.
Dreyfus verbrachte fünf Jahre auf der Ile Diabolo, bevor er auf Druck von Politikern und Intellektuellen erst begnadigt und schließlich rehabilitiert wurde.
Diese Art der Bestattung entsprach zu diesen Zeiten der üblichen Seebestattung, wie sie auch den Schiffsbesatzungen zuteil wurde. Die eingewickelten Leichen wurden zudem mit Steinen oder Kanonenkugeln beschwert. Als “Haifraß” hätte man sie eher nackt ins Wasser geworfen, wie es die Sklavenhändler aller Länder gern machten…

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