Humberstone und Santa Laura in Chile – Geisterstädte in der Atacamawüste
Die Atacamawüste in Chile mit seiner unwirklich wirkenden Landschaft und der rauen Natur wird in den letzten Jahren zu recht immer mehr von den Touristen entdeckt. Ein Ausflugsziel in der Wüste sind die Geisterstädte Humberstone und Santa Laura.
Isoliert von der Außenwelt lebten hier noch vor über 50 Jahren Menschen. Aber sie kamen nicht wegen der einmaligen Schönheit der Atacamawüste hierher, sondern weil dieser Ort Geld versprach. Hier gab es Salpeter und so kamen die “Pampinos“, die Minenarbeiter, mit ihren Familien in die Wüste um hier zu leben.
1872 wurden zunächst die Salpeterwerke von Santa Laura gegründet und noch im selben Jahr zog James Thomas Humberstone nach und eröffnete seine Werke in unmittelbarer Nähe. Damals gehörte das Gebiet noch zu Peru. Nach dem Salpterkrieg ging die Region mit den Minen dann aber an Chile und bereits 1889 war Humberstone eines der größten Salpeterwerke Chiles.
Humberstone und Santa Laura wurden immer “größer”, bis hier schließlich an die 4.000 Menschen lebten. Sie hatten sich Städte errichtet, die weitestgehend abgeschieden von der Außenwelt existierten. Es gab eine Schule, verschiedene Läden, eine Kirche, ein Krankenhaus, Wohnhäuser von unterschiedlicher Größe und sogar ein Theater. Auf ihrem Gebiet hatten sie auch eine eigene Währung, damit das Geld vor Ort blieb.
Doch in den 1930er Jahren wurde in Deutschland ein Verfahren entwickelt Salpeter chemisch herzustellen und die Minen wurden nicht mehr gebraucht. Viele der Arbeiter blieben und versuchten trotzdem weiter Salpeter zu verkaufen, doch es war einfach kein Bedarf mehr. Und so verließen die Leute nach und nach Santa Laura und Humberstone. Bis sie schließlich 1961 geschlossen wurden und dem Zahn der Zeit und der Atacamawüste überlassen wurden.
Heute kann man hier nur noch die Spuren der einstigen Bewohner bewundern. So haben in vielen Häusern und besonders im Krankenhaus Menschen Nachrichten an den Wänden hinterlassen. Etliche Namen findet man oder Sätze wie “Hier wurde meine Mutter geboren”. Die unwirklich wirkenden Geisterstädte strahlen so eine seltsame, aber einzigartige Atmosphäre aus. Sie sind im Prinzip ein großes Freilichtmuseum.
1970 wurden Humberstone und Santa Laura zu nationalen Monumenten Chiles erklärt und 2005 sogar auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes gesetzt. Allerdings sind die Geisterstädte auch vom Verfall bedroht, denn die Atacamawüste nagt unbarmherzig an den alten Konstruktionen.