Hugo Chávez - Zwischen Diktator und Popstar

Autor: Nina

Hugo Chávez

Kein anderer südamerikanischer Politiker ist derzeit über Länder- und Parteigrenzen hinaus so umstritten wie Hugo Chávez. Die einen sehen in ihm einen Diktator, der sich zur Durchsetzung seiner Interessen gnadenlos über bestehende Gesetze hinweg setzt. Andere dagegen feiern ihn wie einen Popstar, die erst jüngst aufgetauchten Fotos mit dem amerikanischen Supermodel Naomi Campbell sprechen eine deutliche Sprache.

Hugo ChávezDer Grund für diese innen- und außenpolitisch ambivalente Beurteilung von Hugo Chávez in fast allen Medien liegt vor allem darin, dass er eine Politik vertritt jenseits von Lobbyismus und ohne die Unterstützung von Weltwirtschaftsfonds sowie gewinnorientierten Großkonzernen. Der 1954 geborene Ureinwohner fordert mit seinem Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung auch den selbst ernannten Weltpolizisten USA heraus. Gegen deren politische, wirtschaftliche und militärische Vormachtstellung in Südamerika Chávez eine Allianz mit anderen Nachbarstaaten auf dem amerikanischen Kontinent etablieren möchte. Seine offene Solidarität mit Fidel Castro und anderen linken Staatsmännern wird ihm auf internationaler Ebene häufig negativ angekreidet. Gegen alle Widerstände konnte er sich bisher immer wieder auf die Unterstützung seiner Anhänger in den ärmeren Bevölkerungsschichten stützten. Der seit 1999 als Staatspräsident Venezuelas im Amt befindliche Chávez konnte sich während seiner Laufbahn schon zweimal retten - im Jahr 2002 als ein Generalstreik und ein Putsch das Land überrollten genauso wie 2004, als er ein Referendum ganz eindeutig zu seinen Gunsten entschied.

Diese breite Zustimmung gerade unter den ärmeren Bevölkerungsteilen hat ihren Grund in den innenpolitischen Reformen Venezuelas, die viele mit den Errungenschaften unter Salvador Allende in Chile vergleichen. Einem Großteil dieser Menschen wurde auf diese Weise erstmals hinreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medizin zuteil. Die Ärmsten der Armen haben mittlerweile ein Anrecht auf höhere Bildung, weil ihnen die Türen der staatlichen Universitäten offen stehen. Die Enteignung von Großgrundbesitzern und Ölkonzernen stieß in diesen Bevölkerungsschichten durchaus auf Gegenliebe.




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