Homosexualität in Mexiko – die tödliche Gefahr
Mexiko gilt als Drogendurchgangsland, steht für unzählige illegale Einwanderer in die USA und als Reiseziel für Spaßurlauber. Tatsächlich ist Mexiko, ganz wie das Image, ein gefährliches Land für Menschen, und vor allem für Minderheiten.
Mexiko ist mit einer Gesamtfläche von fast zwei Millionen Quadratkilometern das fünftgrößte Land Nord- und Südamerikas und mit 110 Millionen Einwohnern eine der elft größten Städten der Welt. Leider jedoch auch eine der Gefährlichsten. Täglich werden in Mexiko statistisch 496 Gewalttaten verübt. Jährlich kommt es zu fast 60 Morden an Homosexuellen.
Homosexualität ist eine echte Gefahr für Mexikaner
Trotz einiger Gesetze in den letzten Jahren, die z.B. homosexuelle Ehen mit heterosexuellen Ehen gleichstellt, hat die Gewalt gegen Homosexuelle zugenommen. Dieses Gesetz erlaubt es homosexuellen Paaren auch, Kinder zu adoptieren, gilt jedoch nur in Mexiko-Stadt und ist einzigartig in seiner Art in Lateinamerika. Doch eine Kultur wie die mexikanische, die auf Hochkulturen und gesellschaftliche Entwicklungen von tausenden von Jahren zurückblickt, kann nicht einfach durch ein paar Gesetze die Denkstrukturen der Menschen verändern.
Homosexualität in Mexiko ist theoretisch ok
Die Angst vor Homosexualität ist tief in der Gesellschaft verwurzelt. Die Menschen denken immer noch, dass „schwul oder lesbisch“ sein eine Krankheit und ein soziales Problem ist. Diese Ansicht zieht sich durch jede Schicht der Gesellschaft, egal ob Bauer, Student oder Akademiker, fast so als wäre schwul sein ein ebenso wichtiges Problem wie der Drogenkrieg. Gründe sollen dabei hormonelles Ungleichgewicht, sexueller Missbrauch als Kind, ein „drittes“ Geschlecht oder abwesende Väter beziehungsweise überfürsorgliche Mütter sein.
Schwule und Lesben werden als nicht vollwertige Männer und Frauen angesehen. So bezeichnet man einen Mann mit femininen Zügen als „poco hombre“ und eine Frau mit maskulinen Zügen als „hombruna“. Die Angst vor Homosexualität beginnt schon im Kindesalter. Sobald der Sohn lieber mit Puppen spielt als mit Autos oder sich für das Kochen begeistert, beginnt die Angst, das Kind könne „anders“ sein. Selbst wenn der Mann bei der Erziehung der Kinder oder im Haushalt hilft wird er sofort als unmännlich abgestempelt.
Die tägliche Gefahr in Mexiko
Doch neben der einfach Tatsache, dass gleichgeschlechtliche Menschen sich lieben können, beweisen homosexuelle Paare auch, dass Gleichberechtigung in einer Partnerschaft funktioniert und das ist ein weiterer zentraler Punkt, wieso Lateinamerika im allgemeinen Homosexualität ablehnt. Denn in homosexuellen Ehen müssen beide Männer arbeiten, da das selbstverständlich ist, aber auch beide Frauen, weil sie keinen Mann haben, der sie versorgt. Sie verfügen beide über ein Einkommen, was in den wenigsten lateinamerikanischen heterosexuellen Ehen der Fall ist.
Genauso sind homosexuelle Paare oft neben Liebenden noch beste Freunde. Zwischen Ehefrau und Ehemann in einer machistischen Gesellschaft kann man das nur in den seltensten Fällen behaupten.
Homophobie dient also nicht nur dazu, Homosexuelle zu diskriminieren, sondern da es aus Sicht der Lateinamerikaner ihre Gesellschaft bedroht auch dazu, jedem Mann und jeder Frau seinen Platz in der Gesellschaft zuzuweisen, um alte Machtstrukturen weiterhin aufrecht zu erhalten. Ob Drogen, Entführungen, oder Diskriminierung von Homosexuellen, wenn wir die Angst gewinnen lassen, verlieren wir alle. Vielleicht zeigen sich hier die guten Seiten der Globalisierung, wenn Menschen Zugang zu Videos, Artikeln und anderen Menschen erhalten, die sich erfolgreich gegen Diskriminierung durchgesetzt haben.
Transsexuellen Menschen ergeht es noch schlechter. Für sie gibt es nicht einmal die Möglichkeit nach einer Geschlechtsumwandlung gültige Papiere zu bekommen.
