Geheimnisvolle Linien im Stein - die Nazca-Linien
Fliegt man über die Wüste der Provinzen Nazca und Palpa in Peru kann man aus der Luft merkwürdige Figuren im Stein erkennen. Manche dieser Bilder sind bis zu 100 m groß und stellen zum Beispiel Menschen, Affen, Wale oder Vögel dar. Dies sind die berühmten Scharrbilder von Nazca.
Seit ihrer doch erst sehr späten Entdeckung in den 1920er Jahren beflügeln diese Bilder im Stein die Fantasie der Wissenschaftler. Heute ist man sich so gut wie sicher, dass die Linien zur Zeit der Nazca-Kultur um rund 200 v. Chr. bis 600 n. Chr. entstanden sind.
Nur dank des sogenannten Wüstenlacks sind diese Linien heute noch erhalten. Dieses rote Gemisch aus Eisen- und Manganoxiden hat die Figuren überzogen und sie vor Erosion und den Zeichen der Zeit geschützt.
Doch es ist immer noch unklar zu welchem Zweck sie dienten und wie sie überhaupt entstanden sind. Wie konnten sie zu damaligen Zeiten so riesige präzise und gerade Linien auf dem Fels entstehen lassen?
Die Theorien reichen von Aliens über eine Sportarena und einem Kalender bis hin zu einer religiösen Stätte. Manche Linien sind nach Sonnenwendpunkten ausgerichtet, was für den Kalender sprechen könnte. Sie könnten ebenso als religiöse Pfade gedient haben, die die Menschen immer wieder abgelaufen sind, vielleicht als eine Art Meditation, Gebet oder symbolischer Opferweg.
Am wahrscheinlichsten ist es wohl, dass ihnen eine Mischung aus agrikultureller, astronomischer und religiöser Bedeutung zukam.
1994 wurden die Nazca-Linien von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Heute kann man die meisten Figuren nur aus dem Flugzeug bestaunen, da das betreten bei vielen inzwischen verboten ist. Sie wurden durch Fuß- und Autospuren teilweise zerstört und mussten aufwendig restauriert werden.
Wozu auch immer sie genau gedient haben. Die Nazca-Linien faszinieren die Leute auch nach über tausend Jahren noch.

