Faultiere - Interessanter als man denkt

Autor: Nina

Seit ihrer Entdeckung gelten Faultier als eher unbeliebte Lebewesen, was schon der deutsche Name zeigt. Doch die Tiere sind interessanter als man gemeinhin denkt. ;-)

Auch die Forscher waren sich lange Zeit uneins, wo man die Faultiere hinstecken soll, und was mit ihnen anzufangen ist. Heute weiß man, dass sie nicht zu den Affen gehören, sondern Verwandte des Ameisenbären und des Gürteltiers sind. Gemeinhin sind fünf Arten bekannt, die sich in die Familien der Zweifinger- und Dreifingerfaultiere unterteilen.

Wie der Name schon sagt, haben einige von ihnen vorne drei und manche eben nur zwei Finger mit zienlich langen und scharfen Krallen. An den Füßen haben alle Faultiere drei Zehen. Ihr Gesicht ist rund und die Augen liegen ziemlich weit auseinander, was ihnen irgendwie ein possierliches Aussehen verleiht. Aufgrund ihrer Zeichnung machen sie den Eindruck als würden sie immer lachen. Im Gegensatz zu anderen Säugetieren haben sie zwei Halwirbel mehr, also neun. Das ermöglicht ihnen ihren Kopf um bis zu 270° zu drehen.

Die meiste Zeit ihres Lebens hängen sie mit dem Rücken nach unten an irgendwelchen Bäumen, wobei sie die gebogenen Krallen als Haken benutzen. Sie leben in Mittel- und Südamerika, wobei ihr Hauptausbreitungsgebiet aber das Amazonasbecken ist.

Sie ernähren sich vor allem von Laub, selten auch mal von Früchten. Ihre Verdauung ist so langsam, dass es ganze acht Tage dauert bis eine Ausscheidung erfolgt. Zudem liegt ihre Körpertemperatur im Wachzustand bei ca. 33°C und im Schlaf sogar bei nur 24°, weshalb es auch auf das wärmende Licht der Sonne angewiesen ist. Diese neidrigen Körperfunktionen machen das Faultier so träge. Es schläft zwischen 9 und 16 Stunden am Tag, also gar nicht so viel wie vermutet. Nur selten geht es an den Boden, wo es sich nur sehr langsam, fast wie in Zeitlupe bewegt. Ein ziemlich bizarrer Anblick!

Doch Faultiere sind erstanlich flinke und gute Schwimmer. Und Angreifer, wie Schlangen oder Jaguare, können sie mit einem gewaltigen Hieb ihrer Krallen abwehren.

Sie stammen übrigens von dem längst ausgestorbenen Riesenfaultier ab, das so groß wie ein Elefant war. Heute sind sie nur noch gut einen halben Meter groß.

Um sich in den Baumwipfeln zu tarnen hat die Natur ein faszinierendes Verfahren hervorgebracht: In seinem dichten Fell, das das Faultier zudem bei Abstürzen schützt, siedeln Algen, die ihm im Licht einen Grünschimmer verleihen. Schmetterlingsraupen und andere Parasiten machen dann die Tarnung komplett.

Heute ist der größte Feind der Faultiere die Abholzung des Regenwalds. Besonders das Kragenfaultier, das nur im Südosten Brasiliens vorkommt, ist bedroht.

Man kann nur hoffen, dass der Mensch die Natur nicht um ein weiteres höchst ungewöhnliches und interessantes Geschöpf beraubt.




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