Evo Morales - Ein Staatschef für das bolivianische Volk
Den bolivianischen Präsidenten Evo Morales sieht man bei allen weltweiten Staatsbesuchen, allen Protokollen zum Trotz, immer nur in den für die indigenen Andenvölker typische Kleidung (Chompa und Chamarra). Er ist stolz auf seine Wurzeln und seine Herkunft. Sowieso scheint er sich allgemein aus Pomp und Reichtum wenig zu machen.
Juan Evo Morales Ayma, geboren 1959 im kleinen Dorf Isallawi im Departemento Oruro, wächst in schwerster Armut auf. Seine Eltern sind Bauern und stammen von einer Aymara-Familie ab. Vier seiner sieben Geschwister sterben noch in jungen Jahren. Schon während seiner Schulzeit ist er gezwungen nebenher zu arbeiten. Er jobbt in einer Bäckerei und spielt am Wochenende ine einer Band Trompete um über die Runden zu kommen.
Um der Armut wenigstens ein Stück weit zu entkommen, zieht die Familie 1978 nach Chapare um dort Cocaanbau zu betreiben. Nachdem Evo seinen Militärdienst angeleistet hat, kommt auch er nach Chapare um seiner Familie beim Anbau zu helfen. Hier beginnt er sich verstärkt in seinem Sindicato, in dem das Leben der Dorfgemeinschaft organisiert wird, zu engagieren. Er wird schließlich sogar zum Dirigente, zunächst des Sindicato, dann sogar der nächst höheren Einheit, des Central, gewählt.
Mit Freunden übernimmt er in den neunziger Jahren die Partei Movimento al Socialismo (MAS), da diese gerade dabei ist sich aufzulösen und Evo Morales so mit seinen Leuten an den nächsten Wahlen teilnehmen kann.
1997 wird er dann zum ersten Mal zum Abgeordneten gewählt und beginnt sich verstärkt für die Rechte der Bauern und der einfachen Bevölkerung einzusetzen.
2002 entzieht man ihm kurzfristig, wahrscheinlich initialisiert durch die USA, denen er ein Dorn im Auge ist, unter falschen Anschuldigungen sein Mandat. Bolivien ist eines der ärmsten Länder Südamerikas, hat aber gleichzeitig mit Venezuela zusammen die meisten Erdgasvorkommen. Doch die bolivianische Bevölkerung sieht nicht von dem Reichtum ihres Landes. Alles streichen die USA, der IWF und die Weltbank ein. Die einzige Verdienstmöglichkeit der Bolivianer ist der Cocaanbau, doch auch diesen versuchen die USA einzudemmen. Die Bauern sehen sich zurecht kriminalisiert und ausgebeutet.
Und genau hiergegen kämpft Evo Morales. Weite Teile der Bevölkerung, davon 70% Indígenas, stehen hinter ihm und 2006 wird er zum Staatspräsident von Bolivien gewählt. Er leitet eine Verstaatlichung der Erdgas- und Erdölvorkommen ein und verhilft so der Bevölkerung zu mehr Gewinnchancen. Auch die Rechte der Cocabauern stärkt er gegen den Willen der USA enorm.
Man kann nur hoffen, dass Evo Morales weiterhin den Vereinigten Staaten und der Weltbank so auf der Nase herum tanzt und Bolivien weiter von der Ausbeutung des internationalen Kapitalismus und Neoliberalismus lösen kann.

