Drogenkrieg: Südamerika überdenkt seine Drogenpolitik im Kampf gegen Kartelle, Koks und Co.
Südamerikas Politiker stehen seit Jahren vor einem Problem: dem Drogenkrieg. Allen Bemühungen der Vergangenheit zum Trotz gewinnen die Drogenkartelle weiter an Macht. Auch die finanzielle Unterstützung aus den USA brachte keinen Fortschritt im Kampf gegen die Drogen. Immer mehr lateinamerikanische Spitzenpolitiker wollen nun einen völlig neuen Weg beschreiten.
Bei dem Wort Drogenkrieg fällt den meisten wohl zu erst Mexiko ein, die Staatsgewalt scheint machtlos im Kampf gegen die großen Kartelle. Doch Mexiko ist nicht das einzige lateinamerikanische Land, das mit derartigen Problemen zu kämpfen hat. Guatemala, Kolumbien, und El Salvador stehen vor ähnlichen Herausforderungen, um nur die Länder mit den gravierendsten Problemen zu nennen.
Der Drogenkrieg und die USA
Als Nixon noch Präsident der USA war rief er den „war on drugs” aus. Ziel war es den Konsum und Handel in den USA zu stoppen ebenso wie die Produktion in Lateinamerika. Mit finanzieller Unterstützung und der Zerstörung von Coca-Feldern aus der Luft gehen die USA gegen die Übermacht der Drogenkartelle vor. Die Bilanz: Zehntausende Tote in Südamerika, volle Gefängnisse und die Zahl der Konsumenten konnte auch nicht gesenkt werden, wie die FAZ berichtete.
Lateinamerika kommt nicht weiter in einem Drogenkrieg, den die USA vor Jahren erklärt haben. Selbst Obama hat in seiner Zeit als Senator den „war on drugs” für gescheitert erklärt (Die Zeit). Südamerika trägt derzeit die Konsequenzen für ein Problem, das die USA und Europa verursachen, sie sind die Hauptabnehmer der blutigen Drogen. Denn auch für illegale Geschäfte gilt die Regel des Marktes: Die Nachfrage bestimmt das Angebot.
Der lateinamerikanische Ausweg: Legalisierung von Koks und Co.
Die Staatsoberhäupter von Mexiko, Guatemala, El Salvador und Kolumbien sehen nur noch eine Möglichkeit die blutigen Konflikte um das weiße Gold zu beenden: Legalisierung. Dadurch würde den Kartellen der illegale Drogenmarkt wegbrechen, der Krieg wäre beendet. Kokain und andere Drogen könnten auf legalem Weg gehandelt werden. Coca-Bauern könnten die Pflanze, die auf eine lange kulturelle Tradition zurückgeht, anbauen ohne Angriffe aus der Luft fürchten zu müssen.
Die UN allerdings prognostiziert steigende Konsumentenzahlen, dabei sind bislang keinerlei Indizien vorhanden, die darauf hindeuten, dass der Konsum auf dem bisherigen Weg gesenkt werden könnte. Auf dem Amerikagipfel dieses Jahres war die Legalisierung Thema: Obama machte jedoch deutlich, dass diese Möglichkeit in seiner Legislaturperiode nicht in Betracht kommt.
Und so wird der Zwiespalt zwischen Verbot und Verlangen wohl weiter in blutigen Drogenkriegen auf dem Subkontinent ausgetragen.
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