Diego Maradona und die Iglesia Maradoniana in Argentinien - Fußball ist also doch eine Religion…
Wer Diego Maradona ist, brauche ich wohl kaum noch einem erklären, und selbst Fuballlaien wie ich kennen ihn. Und, wer ihn noch nie auf dem Platz gesehen hat, der hat seinen Namen und sein Bild bestimmt schon häufig auf ein paar Titelseiten der Bouelvardzeitschriften gesehen.
Man kann wirklich nicht leugnen, dass Maradona einer der größten Fußballspieler aller Zeiten ist, und sein Leben und das Spiel wie ein Künstler “inszeniert” hat. Neben seiner faszinierenden Art mit dem Ball umzugehen, hat er auch immer wieder Schlagzeilen gemacht wegen Drogen, Alkohol, Doping oder seinen angeblichen Verbindungen zur Camorra. Er ist bestimmte kein Kind von Traurigkeit, gleichzeitig kann man an ihm aber auch sehen, wie einen Ruhm psychisch fertig machen kann.
Man kennt ihn praktisch auf der ganzen Welt und ein paar sehr übertriebene Anhänger haben ihm zu Ehren sogar die sogenannte Iglesia Maradoniana gegründet.
Diego Armando Maradona wurde am 30. Oktober 1960 in der Nähe von Buenos Aires geboren. 1979 war er der jüngste Spieler, der zur damaligen Zeit je den Titel zum Fußballer des Jahres bekommen hat. Dieser wurde ihm noch weitere drei Mal zugesprochen. Er prägte im Wesentlichen den Fußball der 1980er Jahre bedeutend mit. Er war natürlich Mitglied der argentinischen Nationalmannschaft, spielte aber auch in Europa, was ihm auch in unseren Breitengraden einen hohen Bekanntheitsgrad einbrachte. Er war beim FC-Barcelona, beim SSC-Neapel, wo er heute noch verehrt wird, und beim FC Sevilla. Die unzähligen Titel, die er gewann, kann man hier gar nicht alle aufzählen.
Doch so hoch er geflogen war, so tief fiel er auch. Immer wieder musste er Entziehungskuren und Psychotherapien machen, wurde für sein plötzliches Übergewicht verlacht und musste seine Karriere dann wegen Nachweis von Doping beenden. In den letzten Jahren hat er immer wieder ein paar Abschiedspiele gegeben und beginnt auch politisch in Erscheinung zu treten. Er unterstützt offen die Politik von Evo Morales und Hugo Chávez.
Aber trotz allen Skandalen, oder gerade vielleicht auch deshalb, wird er von seinen Fans heute noch vererht. Von einigen sogar etwas zu sehr… Denn in Argentinien haben im Jahr 1998 ein paar Verrückte die Iglesia Maradoniana, also die Kirche des Maradona, gegründet. Sie wollen als Freikirche anerkannt werden und beten offen zu Maradona. Für einige ist sie nur eine Spaßreligion, die die übertriebene Verehrung durch den Kakao zieht. Andere Mitglieder nehmen sie aber auch wirklich ernst. Inzwischen haben sie rund 40.000 Anhänger weltweit.
In Neapel gibt es zum Beispiel eine Maradona-Kapelle und auch in Argentinien findet man einige religiöse Zentren der Iglesia Maradoniana. Mardona wird als D10Z bezeichnet, eine Mischung aus Dios, also Gott, und der Nummer zehn seines Trikots. Das Jahr 0 ist für die Gläubigen das Jahr von Maradonas Geburt, 1960. Dieses Jahr schreiben wir also das Jahr 48 DD (Después de Diego, “nach Diego”). Maradonas Geburtstag ist ihr höchster Feiertag usw.
Man kann sich natürlich auch im Namen Diegos trauen lassen, sie haben spezielle Gebete und natürlich auch zehn Gebote, die z.B. lauten:”Nimm Diego als zweiten Namen an und nenne so auch deinen Sohn.”
Die prominentesten Mitglieder sind der Brasilianer Ronaldinho und der Engländer Michael Owen.
Naja, eben echter Fußball-Enthusiasmus…

