Die Tolteken: Vergangene Hochkultur in Mexiko

Autor: Nina

Die Tolteken lebten einst im Herzen des heutigen Mexiko, wo sie vor allem dank ihres handwerklichen und kunsthandwerklichen Geschicks eine blühende Hochkultur aufbauten, die jedoch nur wenige Jahrhunderte lang Bestand hatte.

Wahrscheinlich begann die Geschichte der Tolteken in Zentralmexiko im 9. Jahrhundert mit der Einwanderung von Völkern aus dem Norden. Zu dieser Zeit gab es hier keine herrschende Macht, so dass sich die Neuankömmlinge bequem einrichten und als neue Hochkultur etablieren konnten. Das Zentrum ihres Reiches wurde Tollán Xicocotitlán, dessen Ruinen heute unter dem modernen Namen Tula bekannt sind. Zur Blütezeit der Tolteken hatte die indigene Stadt wahrscheinlich über 60.000 Einwohner, die ihre Macht womöglich dank des Abbaus von Rohstoffen wie Obsidian festigen konnten, doch ihr Glanz nahm schon zum Ende des 12. Jahrhunderts hin ab.

Die Tolteken in Zentralmexiko: Herrscher über Tollán Xicocotitlán

Die einstige Hauptstadt des Tolteken-Reiches ist heute nur noch eine Ruinenstätte, die jedoch noch immer die einstige Pracht ihrer Bauten erahnen lässt. Die Tolteken waren handwerklich äußerst geschickt und verzierten die Wände ihrer Gebäude mit kunstvollen Reliefs und Ornamenten, die heute noch Aufschluss über die Kultur des Volkes geben. Interessant ist zum Beispiel die sogenannte Morgenstern-Pyramide, die dem Gott Tlahuizcalpantecuhtli gewidmet war, doch auch von ihr ist nur noch ein Teil erhalten geblieben.

Trotzdem konnten Archäologen und Historiker aus den Ruinen und den hier gemachten Funden so Einiges über die Geschichte der Tolteken lernen, die zum Teil erheblich von den schriftlichen Zeugnissen, die erst ab dem späten 16. Jahrhundert angefertigt wurden, unterscheiden. So sprechen die Schriften zwar von einer großen Kultur, die bis ins 13. Jahrhundert hinein eine beherrschende Stellung im heutigen Zentralmexiko einnahm; die archäologischen Quellen können die Anwesenheit der Tolteken jedoch nur bis ins 11. Jahrhundert sicher bestätigen und kaum eine feste Aussage über die Ausbreitung ihres Reiches machen.

Trotzdem oder gerade deswegen beschäftigt ihr Schicksal noch heute viele Forscher. Die Recherche gestaltet sich dabei insofern schwierig, als das der Begriff „Tolteken“ in präkolumbianischer Zeit schlicht ein Sammelbegriff für Völker war, die sich durch ein besonderes (kunst-)handwerkliches Geschick auszeichneten, wie es die Herrscher von Tollán Xicocotitlán getan hatten. Was tatsächlich aus den historischen Tolteken wurde, vermag derzeit Niemand sicher zu sagen. Dass es aber eine Verbindung zu den Maya gab, scheint gewiss, wenn man sich die Ähnlichkeit zwischen Bauten in Tollán Xicocotitlán und Chichén Itzá anschaut. So haben die Tolteken also deutliche Spuren in Mexiko hinterlassen; nun liegt es nur noch daran, diese vollständig zu entschlüsseln und mehr über das vergangene Volk zu lernen.




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